"100 Jahr' - aber kein bisschen weiser"
Erster 100. Geburtstag in Seniorenresidenz Oldendorf

Hans Schlichting feierte im Kreise seiner Familie seinen 100. Geburtstag
  • Hans Schlichting feierte im Kreise seiner Familie seinen 100. Geburtstag
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mke. Oldendorf. "Es gab gute und auch ein paar schlechte Tage", sagt Hans Schlichting, wenn er auf sein 100-jähriges Leben zurückblickt. Gemeinsam mit seiner Frau Margarete, der Familie und den Mitarbeitern der Seniorenresidenz Oldendorf feierte er seinen beachtlichen runden Geburtstag, zu dem seine Frau nur schmunzelnd feststellen konnte: "100 Jahr' - aber kein bisschen weiser."

Nicht nur Hans Schlichting war an diesem Tag aufgeregt, auch die Mitarbeiter der Seniorenresidenz freuten sich über den ersten 100. Geburtstag in ihrem Haus und versuchten, ihm den Geburtstag trotz Corona-Krise so schön wie möglich zu gestalten. Und so gab es für alle Gratulanten, darunter Engelschoffs Gemeinde-Bürgermeister Sven Frisch und sein Stellvertreter Adolf Kröncke, die draußen auf der Terrasse Platz nahmen, eine "100 Jahre"-Mund-Schutz-Maske.

Ehrentag mit Frau und Familie gefeiert

Dass er mal seinen 100. Geburtstag feiern könnte, daran hat Hans Schlichting nie geglaubt. Froh sei er, diesen Ehrentag mit seiner Frau feiern zu können, mit der er seit 72 Jahren glücklich verheiratet ist. Ein Lebensabend im Pflegeheim sei eigentlich von ihm nicht geplant gewesen. Aber als seine Frau aufgrund ihrer Demenzerkrankung im vergangenen Jahr in die Einrichtung ziehen musste, folgte er ihr. "Ich hätte das Zuhause nicht mehr geschafft. Und ich bin froh, hier bei ihr zu sein. Sie ist immer noch so hübsch wie am ersten Tag", sagt er auch nach 72 Ehejahren noch ganz verliebt.

1947 war Margarete seine Tischdame

Dabei hat Hans Schlichting auch sehr schwere Jahre hinter sich. "Die 40er Jahre würde ich am liebsten aus meiner Erinnerung streichen." Mit gerade mal 24 Jahren wurde Hans Schlichting im Zweiten Weltkrieg schwer verwundet und geriet in Gefangenschaft. Erst im August 1945 wurde er freigelassen und kehrte auf den elterlichen Bauernhof in Engelschoff zurück. Zwei Jahre später erhielt er von einem Freund eine Einladung zu dessen Hochzeit. "Da ich wieder als Mensch hergestellt war, bin ich zu dem Fest hingegangen." Und dort traf er Margarete, die während der Feier seine Tischdame war.

Ein Jahr später verlobten sich die beiden. Mit den vier Söhnen Karl-Heinz, Günther, Dieter und Hans-Werner vervollständigte das Paar sein Glück.

Autor:

Mareike Kerouche aus Stade

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