Verein "Nachbarn im Kopenkamp" (NiK) betreut in seinem Quartier vier bepflanzte Obstkisten
"Essbarer Stadtteil" für gute Nachbarschaft

Freuden sich über das Projekt am Stader Kopenkamp (v.li.): Günther und Annette Kulla, Harald Widera, Birgit Kille und Angelika Martens
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sb. Stade. Als erster Stadtteil beteiligt sich der Stader Kopenkamp am Projekt "Essbare Stadt". Seit einigen Wochen stehen in der Dankersstraße vier bepflanzte Obstkisten, die von mehreren Mitgliedern des Vereins "Nachbarn im Kopenkamp" (NiK) betreut werden.

Angeschoben hat das Projekt NiK-Mitglied Annette Kulla. Sie wurde auf die "Essbare Stadt" aufmerksam und wollte das Projekt gern auch in ihrem Stadtteil umsetzen. "Die Idee kam sehr gut an", sagt die Kopenkamperin. "Wir hatten relativ schnell mehrere Mitstreiter im Boot."

Zwei der insgesamt vier Obstkisten stehen beim Edeka-Markt Foltmer, die beiden anderen in der Dankersstraße vor dem Haus 73c. Letztere werden von den Anwohnerinnen Birgit Kille und Angelika Martens gepflegt. "Die Pflanzen haben wir uns von Bekannten zusammengeschnorrt", sagt Birgit Kille und zeigt auf die prächtigen Zucchini, Tomaten, Kohlrabi, Physalis, Erdbeeren und Kräuter. Naschen ist hier ausdrücklich erlaubt. Rund alle zwei Tage schleppen die beiden Damen aus ihren Wohnungen Gießkannen mit Wasser zu den Kästen, damit alles gut gedeiht. 

Sponsoren unterstützen das Projekt

Die Kisten bei Edeka Foltmer werden von Annette Kulla und ihrem Mann Günther betreut, als sie in Urlaub waren, sprang NiK-Vorstandsmitglied Harald Widera ein. Das Wasser stellt Kaufmann Jens Foltmer kostenlos aus seinem Laden zur Verfügung, wofür sich die NiK-Mitglieder herzlich bedanken. Ein großer Dank geht an viele weitere Sponsoren (Wohnstätte Stade, Edeka-Kaufmann Jens Foltmer, Maler Behrens und Menke Baugesellschaft), die u.a. Material für die Bemalung der Kisten zur Verfügung gestellt haben. Hier konnten sich Viertklässler der Pestalozzi-Grundschule künstlerisch betätigen.

Das Projekt "Essbare Stadt" soll im Kopenkamp im kommenden Jahr fortgesetzt werden. "Es gibt schon Anfragen von Interessenten, die mitmachen möchten", freut sich Annette Kulla. Sie hat beobachtet, dass sich die Kisten schon zu einem Ort der Kommunikation entwickelt haben. "Die Leute bleiben stehen, betrachten die Pflanzen, lesen die Hinweisschilder und kommen ins Gespräch", sagt Harald Widera. "Das entspricht voll und ganz dem Nachbarschaftsgedanken unseres Vereins."

Sitzbänke sollen zum Verweilen einladen

• Im Winter hatte NiK unter den Bewohnern des Stadtteils eine Umfrage durchgeführt und wollte wissen, was im Quartier gefällt und was fehlt. Mehrere Senioren äußerten den Wunsch nach mehr Sitzmöglichkeiten. Dem wird jetzt nachgekommen: Sowohl der Verein als auch die Wohnstätte Stade stiften jeweils eine Bank, die zeitnah aufgestellt werden sollen.

Die Idee der "Essbaren Stadt"

 Seit einigen Jahren gibt es bundesweit "Essbare Städte und Gemeinden". Ungenutzte Flächen im öffentlichen Raum, an Schulen, Kindergärten, Jugendfreizeitstätten oder auch Seniorenheimen werden mit essbaren Pflanzen oder Nutzpflanzen bestückt. Entstanden ist die Idee im Jahr 2008 in Großbritannien mit dem Ziel, im städtischen Raum gemeinsam nachhaltig Gemüse anzubauen. In Stade setzt sich Gruppe u.a. die Gruppe "Nachhaltigkeit im Landkreis Stade" (NILS), die sich im vergangenen September während der Klimawochen gebildet hat, für das Projekt ein.
An vielen Standorten im Landkreis wurden bereits Hochbeete aufgestellt: In Stade stehen Kisten u.a. bei der Jugendfreizeitstätte Alter Schlachthof, dem Jugendhaus Hahle und bei diversen Kitas und Schulen. In Buxtehude wurden beim Freizeithaus, der St.-Paulus-Kirchengemeinde und an Grundschulen Kisten aufgestellt. In Oldendorf hat das Seniorenheim Kisten aufgestellt und in Himmelpforten die beiden Kitas.

Nachbarschaftspflege wird im Kopenkamp Stade großgeschrieben
Projekt für "Essbare Städte und Gemeinden" im Landkreis Stade gestartet
Autor:

Stephanie Bargmann aus Stade

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