Am 22. Juni sollen Einrichtungen regulär öffnen
Forderungen sorgen für Ärger in den örtlichen Kitas

Susan Lemke (v. li.), Kathrin Krämer und Bernd Reimers ärgern sich über das Verhalten der Landesregierung
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mke. Himmelpforten. Nächsten Montag, 22. Juni, sollen die Kindertagesstätten wieder öffnen. So hat es zumindest die Landesregierung aus Hannover verkündet. Bei der Umsetzung werden die Träger aber vom Land im Stich gelassen, findet Himmelpfortens Bürgermeister Bernd Reimers.

Als er die Mitteillung von Kultusminister Grant Hendrik Tonne erhielt, griff der ehrenamtliche Bürgermeister gleich zum Telefonhörer und versuchte erst beim Landkreis und schließlich sogar beim Land herauszufinden, wie das gehen soll, die Hygienevorschriften mit allen Kindern an den Kitas einzuhalten. "Ein Kind das auf die Toilette muss, müsste schauen, ob gerade ein anderes Kind auf dem Flur ist, bevor es zur Toilette gehen kann. Rein theoretisch müsste es zudem eine extra Putzfrau geben, die sich dann um die sofortige Reinigung der WC-Anlagen kümmert. Aber wer bezahlt mir das?"

Erzieher werden bei der Diskussion vergessen

Zudem kritisiert er, dass man die Erzieher bei der ganzen Diskussion völlig vergessen habe. Ein Eindruck, den Erzieherin Kathrin Krämer und Susan Lemke vom örtlichen Kindergarten nur bestätigen können. "Wir nehmen die Kinder in den Arm oder ein Kind niest einen direkt an - aber über unser Ansteckungsrisiko spricht keiner", beklagt Krämer. Zusätzlich kämen die Auseinandersetzungen mit den Eltern. "Sobald etwas Neues in den Medien steht, klingelt bei mir das Telefon. Dabei haben wir selbst gerade erst von den Neuerungen erfahren und müssen erst mal schauen, wie wir das umsetzen", erklärt Lemke. Oftmals würde das Land Niedersachsen die Kitas gerne freitags zwischen 15 und 19 Uhr über Neuerungen informieren, die dann ab Montag umzusetzen sind.

"Das ist momentan nicht realistisch"

"Viele Eltern verstehen leider nicht, dass wir uns an die Hygienevorschriften halten müssen. Und wenn hier was schief läuft oder es einen Corona-Fall gibt, dann wird hier alles geschlossen", mahnt die Kita-Leiterin, die betont, dass natürlich auch alle Erzieher sich eine Rückkehr zum Normalbetrieb mit allen Kindern wünschen würden. "Aber das ist momentan nicht realistisch." Die Eltern sollen jetzt zeitnah angeschrieben werden, damit man weiß, wie viele Kinder ab dem 22. Juni kommen werden. Zudem müssen Eltern dann festlegen, wer das Kind bringt bzw. abholt. Die Kinder werden dann über das Außengelände am jeweiligen Gruppenraum abgegeben, damit diese die Erwachsenen die Einrichtung nicht betreten. Die Notgruppe wird erhalten bleiben, allerdings werden die anderen Gruppen wahrscheinlich gesplittet und dann tageweise betreut werden, erklärt Bernd Reimers.

Gruppenräume neu gestaltet

Bedauerlicherweise werden so die Eltern die Neuerungen im Kindergarten wohl erst zu einem späteren Zeitpunkt sehen. Denn die Erzieher haben die Corona-Zeit genutzt und die Gruppenräume neu gestaltet und den Flur modernisiert. Auch das Außengelände wurde in Angriff genommen, hier wartet man jetzt noch sehnsüchtig auf die neuen Spielgeräte. "Durch den Einsatz der Erzieher während des Shutdowns muss der Kindergarten nun nicht mehr im Juni schließen, sondern kann weiter geöffnet bleiben", erklärt Reimers stolz.

Autor:

Mareike Kerouche aus Stade

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