Kultur-Stiftung gibt historisches Pförtnerhaus an die Stadt Stade zurück
Für die "Stader Uul" muss ein neues Domizil gesucht werden

Dient künftig nicht mehr kulturellen Zwecken: das Pförtnerhaus an der Bremervörder Straße
  • Dient künftig nicht mehr kulturellen Zwecken: das Pförtnerhaus an der Bremervörder Straße
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jd. Stade. Für die "Stader Uul" muss ein neuer Nistplatz gefunden werden, an dem sie ihre kreativen Ideen ausbrüten kann. Seit 2003 fanden jedes Jahr Schriftsteller, Maler, Bildhauer und Musiker im Rahmen eines dreimonatigen Stipendiums Unterschlupf im sogenannten Pförtnerhaus, um sich dort künstlerisch zu entfalten. Nun gibt die Stiftung für Kultur und Geschichte, die das mit 3.000 Euro dotierte Stipendium "Stader Uul" und den Gratis-Aufenthalt in dem Häuschen finanziert, die Immobilie an die Stadt Stade zurück.

Das unter Denkmalschutz stehende Gebäude hat die Stadt der Stiftung vor knapp 18 Jahren übertragen, damit dort eine Wirkungsstätte für Künstler geschaffen wird. 22 "Stader Eulen" haben in dem Häuschen bisher gewohnt. In einigen Jahren war das Stipendium zweimal vergeben worden. Seit dem Auszug der letzten Stipendiatin im Frühsommer 2019 ist das Pförtnerhaus verwaist. Wegen Corona wurde das Stipendium im Vorjahr erstmals ausgesetzt.

Nun steht aber fest: Wenn in diesem Jahr oder vielleicht auch erst 2022 die Tradition der "Stader Uul" fortgesetzt wird, dann wird diese nicht mehr das Pförtnerhaus beziehen. Der Rat hat der kostenfreien Rückübertragung des knapp 500 Quadratmeter großen Grundstücks mitsamt Gebäude an die Stadt zugestimmt.

Das Grundstück soll anschließend verkauft werden. Legt man den aktuellen Bodenrichtwert zugrunde, ist mit einem Verkaufspreis von knapp 72.000 Euro zu rechnen. Ob das Gebäude selbst überhaupt noch etwas wert ist, dürfte fraglich sein. Der Zustand ist jedenfalls nicht der Beste: Weil das Pförtnerhaus nur sporadisch bewohnt war, wurde nicht geheizt und zu wenig gelüftet. Die Folge sind feuchte Wände.

Das Thema Nutzung stellte letztlich auch das Grundproblem für die Stiftung dar: Gemäß der damaligen Übertragungsurkunde durfte das Pförtnerhaus ausschließlich Künstlern zur Verfügung gestellt werden. Eine Zwischenvermietung an Privatleute oder für kommerzielle Zwecke wäre nicht zulässig gewesen. So hatte die Stiftung auch keine Chance, Rücklagen für die Instandhaltung oder Mittel zur Deckung der Betriebskosten zu erwirtschaften.

"Da unsere finanzielle Situation auch aufgrund anderer Projekte angespannt ist, sind wir mit der Bitte an die Stadt herangetreten, das Objekt wieder zurückzunehmen", sagt Dr. Christian Pape, ehrenamtlicher Co-Vorstand der Stiftung. Der Geschäftsführer der Wohnungsgenossenschaft "Wohnstätte Stade" hat 2018 gemeinsam mit dem früheren Stader Stadtbaurat Kersten Schröder-Doms die Leitung der Stiftung übernommen - nach dem plötzlichen Tod ihres Gründers Dieter Kunze. Die Stiftung engagiert sich auch im Bereich Denkmalpflege. So konnte dank ihrer Hilfe der Stader Hafenkran vor der Verschrottung gerettet werden und im Stadtteil Campe wurde eine reetgedeckte Fachwerk-Scheune saniert.

Ob aber die "Kunst-Eule" weiter unter dem Dach der Stiftung ihr Quartier beziehen wird oder ob die Wohnstätte künftig deren Domizil stellt, muss noch geklärt werden. Pape sichert allerdings zu, dass die "Stader Uul" auf jeden Fall nicht obdachlos wird: "In Kooperation mit der Wohnstätte werden wir eine Lösung finden."

Pförtnerhaus wurde 1898 errichtet
Das kleine Haus an der Bremervörder Straße wurde 1898 als Pförtnerhaus der Bierbrauerei "Bergschlösschen AG" errichtet. Diese wurde 1921 von der Hamburger "Bavaria-Brauerei" übernommen.
Nachdem in Stade die Bierproduktion eingestellt wurde, ging das Betriebsgelände an die "Norddeutsche Öl-Gesellschaft, Anders und Bargmann mbH" (NOGA-Werke). Hergestellt wurden Öle, Fette und Seifen. Nach dem Konkurs der NOGA-Werke wurden die Fabrikanlagen vollständig abgerissen. Nur das Pförtnerhaus blieb.

Autor:

Jörg Dammann aus Stade

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