Greenpeace-Protest gegen geplantes Kohlekraftwerk

15 Aktivisten stellten am geplanten Bauplatz der Dow 75 weiße Holzkreuze auf
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bc. Stade. Greenpeace-Aktivisten haben ihren Protest gegen das vom Chemiekonzern Dow geplante Kohlekraftwerk visuell eindrucksvoll untermauert: 15 Mitglieder der Umweltschutzorganisation stellten am Dienstagvormittag neben dem vorgesehenen Bauplatz zwischen Schwingemündung und Industriegelände 75 weiße Holzkreuze auf. Zudem hielten sie zwei Banner in die Luft. Darauf zu lesen: „75 Tote jedes Jahr? Nein zum Kohlekraftwerk in Stade!“ und „Kohlestrom gefährdet unsere Gesundheit!“. Anlass der Aktion war der letzte Tag der Auslegungsfrist des geänderten Bebauungsplans.

Greenpeace malt ein drastisches Szenario: Laut der eigens in Auftrag gegebenen Studie „Tod aus dem Schlot“ werde das Kohlekraftwerk in Stade jährlich 75 zusätzliche Todesfälle und 16.880 krankheitsbedingt verlorene Arbeitstage verursachen. Die von Kohlekraftwerken ausgestoßenen giftigen und krebserregenden Stoffe verteilen sich über Hunderte Kilometer und gefährden die Gesundheit der Bevölkerung, so Holger Becker, Sprecher von Greenpeace Hamburg.

Zusätzlich zu den direkt vom Schornstein ausgestoßenen Feinstaubpartikeln bilden sich nach Greenpeace-Angaben weitere sogenannte sekundäre Feinstäube in der Atmosphäre, die in die Blutgefäße gelangen. Die zusätzliche Belastung führe zu Atemwegserkrankungen bis hin zum vorzeitigen Tod. "Diese Tatsachen finden im Genehmigungsprozess keine adäquate Berücksichtigung", meint Becker. Der Rat der Stadt Stade müsse seine Entscheidung auch unter gesellschaftlichen und volkswirtschaftlichen Gesichtspunkten treffen.

Greenpeace setzt sich für den Bau eines modernen Gas- und Dampfkraftwerks mit einem deutlich geringeren Schadstoff- und CO2-Aussstoß ein, wodurch die Auswirkungen auf Gesundheit und Klima stark reduziert würden. So ein Kraftwerk wäre laut Becker auch in Stade möglich.

Das von Dow geplante Kraftwerk ist Bestandteil eines integrierten Energiekonzeptes mit einer Strom- und Dampferzeugung aus Kohle, Gas, Wasserstoff und Biomasse. Becker kritisiert: „Im aktuellen Entwurf des Bebauungsplans wird der Hauptbrennstoff auf Steinkohle festgelegt."

Autor:

Björn Carstens aus Buxtehude

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