Expertentipps
Igel brauchen dringend Hilfe

Dieser Igel leidet unter starkem Zeckenbefall
  • Dieser Igel leidet unter starkem Zeckenbefall
  • Foto: Reinhard Paulin
  • hochgeladen von Mareike Kerouche

mke. Stade. Ein Hilferuf eines WOCHENBLATT-Lesers erreichte die Redaktion vor Kurzem. Er hatte in seinem Garten einen Igel gefunden, von Zecken übersät und völlig unterernährt. Wie man in solchen Fällen am besten handelt, dazu gibt Monika Severing von der Tierhilfe Stade Tipps.

Ein erstes Alarmsignal ist es, wenn man einen Igel tagsüber sieht. "Das sind nachtaktive Tiere, wenn ein Igel am Tag unterwegs ist, ist das Tier krank", mahnt Severing. Wenn möglich, sollte in diesen Fällen ein Tierarzt aufgesucht werden. Natürlich kann es auch sein, dass ein Igel durch Gartenarbeiten aufgeschreckt wurde. Deswegen sollte man darauf achten: Torkelt der Igel, liegt er herum, wirkt apathisch oder läuft er in normaler Geschwindigkeit durch die Gegend?

Anzeichen von Unterernährung

Um festzustellen, ob es einem Igel nicht gut geht, kann man ihn aber auch hochnehmen und fühlen, ob er einen kalten Bauch hat - auch das sei ein Hinweis für den schlechten Gesundheitszustand. Ebenso wenn die Augen nicht kugelrund zu einem aufblicken, sondern zu Schlitzen verengt sind.

Da nicht nur Vögel, sondern auch Igel kaum noch ausreichend Nahrung in der freien Natur finden, leiden viele der Tiere an Unterernährung. Sieht man am Hinterkopf die sogenannte "Hungerfalte" oder die Schulter- und Hüftknochen stehen erheblich hervor, leidet der Igel Hunger. Helfen kann man den Wildtieren, indem man ihnen täglich Futter hinstellt. Es sei dabei wichtig, dass es sich um Katzenfutter handelt ohne Sauce oder Gelee, sondern lediglich mit Paste. Das Futter gebe es unter anderem günstig in der Dose beim Discounter. "Der Igel freut sich auch über ein leckeres Rührei. Aber bitte ohne Salz und Fett", gibt Severing einen weiteren Tipp.

Damit die Igel einen katzen- und rattensicheren Fressplatz haben, kann man einfach eine Holzkiste nehmen und diese entsprechend zusägen.

Igeln geht es immer schlechter

Monika Severing weiß, dass es den stacheligen Säugetieren in den letzten Jahren immer schlechter ergangen ist. In ihrer Auffangstation leben zurzeit 24 Igel. "Jetzt beginnt gerade erst die Brutzeit - da wird noch einiges auf uns zu kommen", befürchtet sie. Deswegen ist die Tierhilfe Stade dringend auf Spenden angewiesen, um die Medikamente für die kranken Tiere zu bezahlen und ihnen ausreichend Futter zu besorgen.

Einen großen Dank spricht sie Jan Viebrock von der Firma Viebrockhaus in Harsefeld aus. "Völlig unkompliziert hat Viebrock uns einen Bauwagen zur Verfügung gestellt, damit wir genug Platz für all unsere Igel haben."

Autor:

Mareike Kerouche aus Stade

Diskussion schließen

Hinweis: Der Autor wird vom System benachrichtigt

add_content

Sie möchten selbst beitragen?

Melden Sie sich jetzt kostenlos an, um selbst mit eigenen Inhalten beizutragen.

Karte einbetten

Abbrechen

Video einbetten

Es können nur einzelne Videos der jeweiligen Plattformen eingebunden werden, nicht jedoch Playlists, Streams oder Übersichtsseiten.

Abbrechen

Social-Media Link einfügen

Es können nur einzelne Beiträge der jeweiligen Plattformen eingebunden werden, nicht jedoch Übersichtsseiten.

Abbrechen

Beitrag oder Bildergalerie einbetten

Abbrechen

Schnappschuss einbetten

Abbrechen

Veranstaltung oder Bildergalerie einbetten

Abbrechen