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Rasante Zunahme: Immer mehr gefälschte Impfausweise

Katzen-Martyrium bis zum Tod: Aktivisten aus Stade greifen durch

Perser-Kater Albis wurde eingeschläfert
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  • Perser-Kater Albis wurde eingeschläfert
  • Foto: Tierhilfe Stade
  • hochgeladen von Thorsten Penz

Vermehrt Anzeigen gegen nachlässige Halter / Tierquälern drohen Geld- und Freiheitsstrafe

tp. Stade. Abgemagert bis auf die Knochen, durstig und voller Parasiten: Für Kater Albis aus Horneburg kam jede Hilfe zu spät. Der Tierarzt entschloss sich schweren Herzens, die von ihren Besitzern vernachlässigte Samtpfote zu erlösen. Der Tod der Perserkatze, der bei einem Ehepaar in Horneburg lebte, war bisheriger Höhepunkt eines neuen traurigen Trends, die Aktivisten der Vereins Tierhilfe Stade im Landkreis beobachten: Unter den den rund 400 zumeist herrenlosen Katzen, die die Ehrenamtlichen jährlich in ihre Obhut nehmen, wächst der Anteil der Katzen, deren Halter den Tierschützern oder Tierärzten bekannt sind.

Die Verwahrlosung betrifft also längst nicht mehr nur verwilderte Katzen, die in der Nähe von Bauernhöfen streunen. Auch in Privathaushalten werden offenbar immer mehr Katzen vernachlässigt. Um die Entwicklung zu stoppen, wollen die Vorsitzende der Tierhilfe, Beate Dowson (50), und Schatzmeisterin Cornelia Haak (63) solche Fälle jetzt konsequent anzeigen.

"Denn dies ist kein Kavaliersdelikt", warnt Corelia Haak und verweist auf das Tierschutzgesetz: Wer Wirbeltiere ohne Grund tötet oder ihnen anhaltende und wiederholte Schmerzen und Leiden zufügt, macht sich der Straftat der Tierquälerei schuldig, die mit Geldstrafen und Freiheitsentzug bis zu drei Jahren geahndet werden kann. Derzeit enden die Ermittlungen jedoch meistens mit einer Geldbuße wegen Ordnungswidrigkeit

Nach einer Strafanzeige durch die Tierhilfe kümmert sich nun das Tierschutzdezernat der Staatsanwaltschaft Stade um den Fall Albis: Als die Tierhilfe im Sommer nach wiederholten Hinweisen aus dem Umfeld der Halter nach Horneburg ausrückten, war der etwa siebenjährige Perserkater "mit Parasiten und Flöhen übersät", so Haak, und wog nur noch 1,7 Kilo bei einem Normalgewicht von fünf 5 Kilo. "Das Tier lag bereits in Seitenlage, war hochgradig dehydriert, das Fell war struppig." Der durch wochenlanges Martyrium entkräftete Kater musste eingeschläfert werden.

Gerettet wurde Albis' Leidensgenosse "Monty". Der Kater der Rasse "Maine Coone", die sonst gut 8 Kilo auf die Wage bringen, wog noch 2,8 Kilo, und war von Flöhen, Würmern und anderen Darmparasiten befallen.

Weitere Beispiele: Im vergangenen Winter befreite die Tierhilfe eine Katze, die von ihrem Halter auf einem kalten und zugigen Dachboden in Horneburg gesperrt worden war. In Deinste saß ein Katzenbaby einen Tag lang in einem Rinnstein. In Stade lag eine Katze mit gebrochenem Bein zwei Tage in einem Beet. Der Beschuldigte stritt jedoch ab, Besitzer des Tieres zu sein. Er habe die Katze lediglich gefüttert. "Das erleben wir Tierschützer immer wieder", sagt Cornelia Haak. Um die Beweislage zu erleichtern, fordert die Tierhilfe die flächendeckende Chip-Pflicht für Katzen.

Autor:

Thorsten Penz aus Stade

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