Kitschig, exzessiv und sexistisch

Gaia Gionti genießt die Freiheit der Kunst
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Aktionskünstlerin und Malerin Gaia Gionti (21) überrascht in Stade mit Gummipuppen-Performance / "Gesicht als Kunst-Marke"

tp. Stade.  Plötzlich kreuzte sie mit einer Gummipuppe auf und machte ordentlich Wirbel bei der Vernissage im Kunsthaus in Stade: Künstlerin Gaia Gionti (21) aus Hemmoor. Seit ihrer ausgefallenen Überraschungs-Performance im Mai zur Eröffnung der Ausstellung "Bavid Dowie" mit Jonathan Meese, Daniel Richter und Tal R fragen sich Kunstfans: "Wer ist die bemerkenswerte junge Frau, die unter dem Namen GAIAGEI in der Kunstszene im Internet immer bekannter wird?
Die Antworten gibt die Malerin und Performance-Künstlerin, die auch gewagte Kreativ-Videos auf Youtube präsentiert, in einem WOCHENBLATT-Exklusiv-Interview. 

WOCHENBLATT: Wie wurden Sie Performance-Künstlerin?
Gaia Gionti: Meine Mutter hatte immer ein feines Gespür für Extravaganz, Mode und Architektur, mein Interesse für Kunst kam aber ganz von selbst und ich musste mich in dieser Richtung behaupten. Seit dem Kindesalter war mir die persönliche Freiheit wichtig. Ich empfand es als lebenswerter, Konsequenzen für besondere Entscheidungen zu tragen, anstatt mich mit allem zurechtzufinden. Meine Eltern haben mich beispielsweise auch immer gewarnt und gesagt, "pass auf, was du ins Internet postest - das könnte dein zukünftiger Arbeitgeber sehen", doch ich mag das Risiko.

WOCHENBLATT: Nennen Sie mal riskante Kunstaktionen und deren Konsequenzen.
Gaia Gionti: Anfang dieses Jahres trat ich in einem Baywatch-Badeanzug mit Gewehr und Sturmmaske in einem Musik-Video von "Atzen & Swiss und die Anderen" auf, zeigte mich in Worpswede "oben ohne" mit einer Bunny-Maske vor Landschaftsmalerei, was mehr als 3.000 Aufrufe auf Instagram zur Folge hatte. Und schließlich posierte ich mit der bunten Sex-Puppe bei der Vernissage im Kunsthaus in Stade - und was geschah? Die Leute fühlten sich unterhalten. Das bestärkt mich in meinem Ansatz, experimentelle Kunst mit meinem Gesicht als Kunst-Marke zu verbreiten.

WOCHENBLATT: Was bewog Sie zu der Gummipuppen-Performance bei "Bawid Dowie"?
Gaia Gionti: Daniel Richter, Jonathan Meese sind ehemalige Studenten der Hamburger Hochschule für Bildende Künste, wo ich Gaststudentin bin.
Ähnlich wie der Ausstellungs-Raum von "Bavid Dowie" ist auch mein Performance-Verhalten kitschig, exzessiv und sexistisch. Ich habe mich in dieser Ausstellung genau am richtigen Ort gefühlt.

WOCHENBLATT: Wollen Sie das Publikum in Stade nochmal überraschen?
Gaia Gionti: Nicht nur in Stade!

WOCHENBLATT: Welchen Einfluss hat das beschauliche Landleben in Hemmoor auf Ihre künstlerische Arbeit?
Gaia Gionti: Ich liebe die Freiheit, den Freiraum und die Natur - ein willkommener Kontrast. Denn ich selbst bin sehr laut und chaotisch. Es kann durchaus passieren, dass ich Tage und Nächte durcharbeite, und dies mit sehr lauter Musik.

WOCHENBLATT: Am Ende kommt Kunst raus, was soll sie bewirken?
Gaia Gionti: Ich bin der festen Überzeugung, dass Kunst immer gebraucht wird. Ihr sollte die Macht zugesprochen werden, um etwas bewirken zu können: Protest, Reproduktion von Schönheit, etc. Um dies zu bewirken, nutze ich die Expansion. Mein Hauptanliegen ist, Kunst in sozialen Netzwerken gegenwärtig zu machen - abbildend oder in Form von Video-Installationen.

WOCHENBLATT: Wo sehen Sie sich in zehn Jahren?
Gaia Gionti: Ich möchte in die Hände guter Galerien gelangen, den Eintritt in den Kunstmarkt finden und Kooperationen mit Modelabels oder mit der Auto-Industrie eingehen.

Geboren in der

Kunstmetropole


Gaia Gionti wurde in der italienischen Kunst- und Kulturmetropole Florenz als Tochter eines NATO-Ingenieurs und einer Biologe-Laborantin geboren. Im Jahr 2003 wurde ihr Vater in die Militär-Zentrale in Kalkar (NRW) versetzt. Inzwischen wohnt Gaia, die eine Schwester hat, alleine mit ihrer Mutter in Hemmoor, wo sie ihr Atelier hat. Nach dem Abitur im Jahr 2016 am Gymnasium Warstade erlangte sie 2018 den Bachelor-Abschluss als Kunsttherapeutin an der Medical School Hamburg. Seit 2018 ist sie Gaststudentin in der Hamburger Hochschule für Bildende Künste. 

http://www.yooying.com/gaia_gei
http://www.youtu.be/ofwqnmCdnDw

Autor:

Thorsten Penz aus Stade

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