Kokelei auf der Jungen-Toilette in Mulsum

Nach dem Brand mussten Sanitäranlagen und weitere Räume gereinigt werden: Schulleiterin Ilka Rauch im Jungen-WC, wo das Feuer ausbrach
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Unbekannter legt Feuer im Sanitärbereich / Grundschule evakuiert / Unterricht fiel aus


tp. Mulsum.
"Hurra, Hurra, die Schule brennt": Nur im Song der Band Extrabreit ist das ein lustiges Szenario. In der Grundschule in Mulsum brachte ein Unbekannter mit leichtsinniger Zündelei die Schüler und ihre Lehrer in Gefahr. Vermutlich ein Schüler hatte am vergangenen Donnerstag gegen 12.20 Uhr in der Jungen-Toilette mit einem Feuerzeug gespielt und dabei den Brand entfacht. Der Täter hatte eine Rolle Toilettenpapier angesteckt, woraufhin die Kunststoff-Halterung zu schmoren begann und dichter Qualm durch das Gebäude zog. Das Haus wurde evakuiert.

Am Freitag fiel der Unterricht aus. Die Schule an der Straße "Im Dänsch" blieb bis auf eine Notbetreuung geschlossen. Beim WOCHENBLATT-Ortstermin am Morgen war bereits eine Spezial-Reinigungsfirma im Einsatz. Die Mitarbeiter schrubbten die Sanitäranlagen und beseitigten in mühevoller Handarbeit den Ruß-Film von Böden, Wänden, Decken, Möbeln auf allen Etagen und dem Tischfußballspiel in der Pausenhalle.

Schulleiterin Ilka Rauch hatte die Eltern bereits am Donnerstag per Telefon-Lawine über die eintägige Schul-Schließung informiert. Von den 84 Erst- bis Viertklässlern nutzten allerdings nur fünf Kinder die Not-Betreuung in der Turnhalle der verlässlichen Grundschule.

Tagsüber stand ein Seiteneingang offen, damit Eltern und Schüler Schulsachen und Kleidung aus dem Gebäude holen konnten. Unter dem Zeitdruck der Evakuierung hatten einige Mädchen und Jungen die Schule in Hausschuhen verlassen.

Am Montag fand der Unterricht wieder regulär statt. Maler führten Renovierungsarbeiten durch. Elektriker nahmen die Rauchmeldeanlage wieder in Betrieb.

Bürgermeister und Dorfpolizist Gerd Seba, der bei dem Brand im Dienst war, schätzt den Sachschaden auf ca. 10.000 Euro. Er hat den Fall an die Brandermittler der Polizei in Stade weitergegeben. Bislang gebe es hinsichtlich des Verursachers "lediglich einen Verdacht", so Seba. Gerüchte, nach denen ein Zweitklässler das Feuer gelegt haben soll, will er nicht bestätigen.

Schulleiterin Ilka Rauch ist erleichtert, das durch die riskante Kokelei glücklicherweise niemand zu Schaden kam. Auch die Evakuierung, die jährlich bei einem Probe-Alarm geübt wird, habe reibungslos geklappt.

Autor:

Thorsten Penz aus Stade

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