Kritik am neuen HVV-Fahrplan: Änderungen führen zu Verwirrung

Die Kritik an den Busverbindungen im Landkreis reißt nicht ab
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Auch nach Inkrafttreten des neuen HVV-Fahrplanes 2018 vor knapp einer Woche hat sich die Situation im Landkreis Stade nicht verbessert - im Gegenteil: Viele Menschen, die auf Busse angewiesen sind, fühlen sich buchstäblich im Regen stehen gelassen. Und das, obwohl sich einige Verbindungen sogar verbessert haben sollen, so zumindest die Sicht der Busverkehrsplaner.
Für große Verwirrung sorgt u.a., dass neue Linien dazu gekommen sind und sich manche Liniennummern geändert haben. Vor allem diejenigen, die nicht auf ihrem Smartphone unterwegs die passende Verbindung heraussuchen können, warten bei Wind und Wetter oft lange auf den Bus und stehen hilflos vor unübersichtlichen Fahrplänen. Es fehlt an klarer und einfacher Kommunikation.

Wie im Fall von Ingrid Bachmann (70). Die gehbehinderte Seniorin wartete vor Kurzem eine Stunde auf den Bus, um von der Stader Innenstadt nach Hause in die Harsefelder Straße zu kommen. Mit ihr viele weitere Fahrgäste, die nicht wussten, dass die Buslinie 2004 jetzt nicht mehr halbstündlich, sondern nur noch stündlich fährt.
"Ich stand mit meinem Rollator im Regen und habe mich einfach nur geärgert", sagt Ingrid Bachmann, die vor vier Jahren aus familiären Gründen aus Norderstedt an die Schwinge gezogen ist. Dort sei sie es gewohnt gewesen, dass alle 20 Minuten Busse in alle Richtungen fahren und das Tag und Nacht und auch am Wochenende.
Die Situation in Stade empfindet sie als "Katastrophe". Insbesondere ältere Menschen wie sie würden durch die schlechten Anbindungen vom "Leben abgeschnitten" und hätten es schwer, von A nach B zu kommen, weil die Busse selten fahren oder man häufig umsteigen müsse.
Dietmar Opalke von der Verkehrsgesellschaft Nord-Ost-Niedersachsen (VNO) erklärt auf WOCHENBLATT-Nachfrage, dass Ingrid Bachmann mit der neuen Linie 2001 hätte fahren können. Sie sei neu geschaffen worden, um Stade-Haddorf und die Heidesiedlung an die Innenstadt anzubinden und ersetze sozusagen die gestrichenen Fahrten der Linie 2004. Dass Ingrid Bachmann das nicht wusste, liege vermutlich daran, dass sie nur in den ihr bekannten Fahrplan der Linie 2001 geschaut hätte. Im Internet hätte sie laut Opalke alle Verbindungen angezeigt bekommen, wenn sie einfach Start- und Zielhaltestellen eingegeben hätte, darunter auch viele Verbindungen, die abends und am Wochenende in die Innenstadt führen.
Ingrid Bachmann jedenfalls fühlt sich schlecht informiert und von den Bus-Verkehrsplanern buchstäblich im Regen stehen gelassen. 

• Wer sicher gehen möchte, dass er die richtige Verbindung von A nach B findet, muss online recherchieren. Unter www.hvv.de oder www.kvg-bus.dekönnen Bürger ihre gewünschten Abfahrts- und Ankunftshaltestellen sowie die gewünschte Abfahrts- oder Ankunftszeit und den Wochentag eingeben und bekommen dann die passenden Verbindungen angezeigt. Wer allerdings nicht versiert im Umgang mit dem Internet ist, hat es schwer und muss alle gedruckten Fahrpläne aller Buslinien miteinander abgleichen.

Die Kritik an den Busverbindungen im Landkreis reißt nicht ab
Seniorin Ingrid Bachmann aus Stade wartete kürzlich eine Stunde im Regen auf den Bus

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