Kritik an der Ministerin

Sozialministerin Dr. Carola Reimann (Mitte) kam zu Besuch Foto: Nordlicht Fotograf / S. Hutchinson
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Ärzte monieren Terminservicegesetz und Landarztquote

sc. Stade. Im Schatten der Anhörung des neuen Terminservice- und Versorgungsgesetzes (TSVG) versammelten sich zum Neujahrsempfang der Ärztekammer (ÄKN) und der Kassenärztlichen Vereinigung (KVN) in der Region ansässige Ärzte, Politiker und Vertreter aus der Wirtschaft und Verwaltung in Stade. Viel Kritik hagelte es von den Gastgebern Dr. Stephan Brune und Dr. Volker von der Damerau-Dambrowski für die bevorstehende Gesetzesänderung aus Berlin. Gastrednerin Dr. Carola Reimann, Niedersächsische Sozialministerin, verteidigte das Vorhaben in ihrer Ansprache.

"Mehr Medizinstudenten sind nötig, wenn der jetzige Versorgungsstandart gehalten werden soll", betonte Brune vor den 200 Gästen. Die aktuellen Plätze reichen nicht aus. Die Zahlen zeigen einen deutlichen Trend: Von 900 Ärzten, die im Landkreis Stade die ambulante Versorgung sicherstellen, seien 110 Ärzte älter als 60 und weitere 37 Ärzte älter als 70 Jahre. Brune fordert eine umgehende Erhörung der Studienplätze, da es im Zuge der Ausbildung ca. zwölf Jahre dauere, bis die neuen Kollegen eingesetzt werden können. Große Verärgerung sorgte allerdings das geplante Versorgungsgesetz. Die Forderung, die wöchentliche Arbeit von Ärzten von 20 auf 25 Stunden zu erhöhen, sei ein Hohn und weit entfernt von der Realität. "In unserer Region arbeiten alle niedergelassenen Ärzte und Kliniken mehr als 50 Stunden die Woche", fuhr Brune entschieden fort.
Wartezeitenprobleme werden sich durch den TSVG weiter verschlechtern. Zudem betonte Brune, dass ohnehin jeder akute Patient ohne Termin behandelt werde. So etwas politisch zu fordern, sei Unsinn. Ministerin Reimann sprach über viele Themen, wie die Telemedizin, Digitalisierung, Pflege, Gesundheitsregionen und Pilotprojekten. Auf die Kritik zum TSVG ging sie nicht ein. Wichtig für Reimann sei die Weiterentwicklung im Bereich der Notfallversorgung. Großes Lob gab es für das Projekt IVENA als wichtigen Baustein zur Vernetzung und Optimierung. "Mein Ziel ist es, IVENA in ganz Niedersachsen zu etablieren", so Reimann. Auch zur Landarztquote bekannte sich die Ministerin abermals und bezeichnete sie als "wichtig und sinnvoll". Jungen Leuten könne man diese Entscheidung durchaus abverlangen. Sie versprach die Anzahl der Studienplätze in Niedersachsen schnellstmöglich zu erhöhen.

Gegen die Landarztquote sprach sich Damerau-Dambrowski deutlich aus. Junge Menschen in Form einer Quote vorzuschreiben, wie sie ihren Lebensweg gestalten müssen, hält der ÄKN-Bezirksstellenvorsitzende für einen "Flop".

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