Infiziertes Tier in Horneburg gefunden
Landkreis Stade warnt: Tollwut bei Fledermäusen

Bei Fledermäusen gilt: nicht anfassen. Kranke Tiere können bissig sein (Symbolbild)
  • Bei Fledermäusen gilt: nicht anfassen. Kranke Tiere können bissig sein (Symbolbild)
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jd. Stade. Hände weg von Fledermäusen: Der Landkreis Stade warnt eindringlich davor, Fledermäuse, die etwa verletzt oder krank im Garten aufgefunden werden, anzufassen. Die Flattertiere können Tollwut übertragen. Jetzt wurde bei einem in Horneburg entdeckten Exemplar einer Breitflügelfledermaus das sogenannte Fledermaus-Tollwutvirus (EBLV-Virus Typ 1) nachgewiesen.

"Hunde und Katzen, die auch draußen unterwegs sind, sollten ohnehin regelmäßig gegen Tollwut geimpft werden", so der Appell von Amtsveterinärin Dr. Sibylle Witthöft. Die Fledermaustollwut wird durch ein anderes Virus verursacht als die klassische "terrestrische Tollwut", wie sie beispielsweise bei Füchsen auftreten kann. Dennoch sind die zwei Virentypen genetisch eng miteinander verwandt. Von beiden gehe prinzipiell die gleiche tödliche Gefahr für den Menschen aus, warnen Fachleute.

Während die klassische Tollwut seit 2008 nicht mehr in Deutschland vorgekommen ist, wurden in den vergangenen Jahren immer wieder Fälle von Fledermaustollwut gemeldet. 2019 wurde in Niedersachsen bei zwei von 19 untersuchten Fledermäusen das Tollwutvirus nachgewiesen, 2018 erfolgte der Nachweis bei zwölf von 35 Tieren. In den Jahren davor lagen die Zahlen zwischen sieben und 19 infizierten Tieren. Über die Jahre gerechnet, lag im Durchschnitt bei einem Drittel der ins Labor eingeschickten Fledermäuse eine Tollwut-Infektion vor.

Bei Mensch und Tier verläuft die Tollwuterkrankung in der Regel fast immer tödlich. Die Inkubationszeit, also die Zeit von Ansteckung bis zu den ersten Symptomen wie Juckreiz, Kopfschmerzen, Unruhe, Übelkeit, Fieber, kann einige Tage bis mehrere Monate – im Extremfall sogar bis zu sechs Jahre - betragen. Für Personen, die beruflich in Kontakt mit Fledermäusen kommen können, gilt eine Impfempfehlung.

Wer eine Fledermaus mit auffälligem Verhalten anfassen muss, sollte dicke Schutzhandschuhe tragen. Menschen, die von einer möglicherweise tollwütigen Fledermaus verletzt werden, sei es durch Kratzen oder Beißen, müssen auf jeden Fall sofort einen Arzt aufsuchen. Nach einem Biss oder bei einer Hautverletzung ist eine nachträgliche Impfung erforderlich, die in der Regel gut verträglich ist.

An Tollwut erkrankte Fledermäuse werden häufig in der Nähe von Gebäuden gefunden. Sie sind oftmals aggressiv, beißen und kratzen. Infolge von Lähmungen liegen sie meist am Boden und sind dort leichte Beute für Hund oder Katze.
Die in Norddeutschland häufige Breitflügelfledermaus scheint besonders oft infiziert zu sein. Im Landkreis Stade war zuletzt im Herbst 2015 bei einer in Freiburg gefundenen Breitflügelfledermaus das Tollwutvirus nachgewiesen worden. Das in Horneburg aufgefundene Tier war zunächst von einem Fledermausexperten versorgt worden, musste dann aber doch vom Tierarzt eingeschläfert werden.
Viele Fledermauspopulationen sind wegen fehlender Nahrungsgrundlage, sie fressen hauptsächlich Insekten, von der Ausrottung bedroht. Fledermäuse sind daher auch streng geschützt.

Autor:

Jörg Dammann aus Stade

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