"Opfer von Verleumdung und Diffamierung" - Vortragsabend der Stader Freimaurer

Die Referenten des Abends (v.li.). Thomas Stuwe, Rolf Grußendorf, Hans-Christian Esken, Jens Rusch, Gerd Carlson, Hellmut von Blücher und Patrick Beier    Foto: jd
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jd. Stade. Viele der mehr als 200 geladenen Gäste in der Stader Seminarturnhalle dürften an diesem Abend erstmals etwas aus erster Hand über eine Organisation erfahren haben, über die sonst vor allem Gerüchte und allenfalls Halbwahrheiten kursieren. Gemeint sind die Freimaurer. Die Stader Loge "Friederike zur Unsterblichkeit" hatte zu einer Festveranstaltung aus Anlass des 300-jährigen Bestehens der Freimaurerei eingeladen. In Vorträgen informierten die Logenbrüder über das Freimaurertum, gingen auf dessen Geschichte ein und räumten mit Mythen und Vorurteilen auf.

Die Freimaurer seien seit jeher beliebtes Angriffsziel von Verschwörungstheoretikern, erklärte Jens Rusch, der sich in seinem Vortrag mit den unzähligen, teils pseudowissenschaftlichen Abhandlungen befasste, in denen gegen die "Maurerei" Stimmung gemacht wird. Rusch wies darauf hin, dass die Freimaurer auch von Nazis verfolgt wurden, weil sie gemäß der NS-Ideologie ähnlich wie die Juden die Weltherrschaft übernehmen wollten. Etliche Logenhäuser seien von den NS-Schergen Stück für Stück abgebaut wurden, weil man im Mauerwerk heimliche Schriften und Zeichen vermutet habe.

In dieser NS-Tradition agieren laut Rusch noch heute zahlreiche Konspirationsfanatiker: In verschiedenen Publikation sowie vor allem in einschlägigen Internet-Foren werde eine regelrechte "Anti-Freimaurer-Hetze" betrieben. "Gegen solche Diffamierungen und Verleumdungen können wir uns juristisch kaum zur Wehr setzen", so Rusch. Gegen solche Hetze wirke am besten die Information: Daher habe er vor einigen Jahren die Seite www.freimaurer-wiki.de ins Leben gerufen - als sachliche fundierte Quelle, auf die Interessierte zugreifen können.

Ein weiteres Vortragsthema war u.a. die Geschichte der Logenhäuser in Stade: Es wussten sicher die wenigsten im Publikum, dass das ehemalige Hotel Birnbaum über Jahrzehnte Heimstatt der Stader Freimaurerloge war. Bevor die Loge ein eigenes Haus bezog, versammelten sich die Mitglieder im Ratsweinkeller. Bei sämtlichen Vorträgen wurde deutlich, mit welch innerer Überzeugung und Begeisterung die Logenbrüder für ihre Sache eintreten.

So erklärte Hans-Christian Esken, der über die Anfänge der Freimaurer in Stade referierte: "Die Loge ist ein Ort der Entschleunigung, in dem ich neue Kräfte sammeln kann." Und Thomas Struwe, Distriktmeister des Hamburger Freimaurer-Distrikts, zu dem auch Stade gehört, bekannte: "Wir Freimauer setzen mit unserem Grundsatz der Verschwiegenheit einen Kontrapunkt zur Geschwätzigkeit, die unsere Gesellschaft oftmals beherrscht."

Und Gerd Carlson, Meister vom Stuhl (Vorsitzender) der Stader Loge, schloss mit dem Bekenntnis: "Die Freimaurerei ist etwas Großartiges. Ich möchte sie in meinem Leben nicht mehr missen."

Die Referenten des Abends (v.li.). Thomas Stuwe, Rolf Grußendorf, Hans-Christian Esken, Jens Rusch, Gerd Carlson, Hellmut von Blücher und Patrick Beier    Foto: jd
Autor:

Jörg Dammann aus Stade

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