"Straße und Fremdenverkehr müssen zusammengehen"
Parkbuchten bei K39-Sanierung berücksichtigen

Sein Auto parken und auf dem Deich spazieren gehen: Das wird nach der Deicherhöhung und der Straßensanierung nicht mehr möglich sein
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  • hochgeladen von Mareike Kerouche

mke. Jork. Seit Jahren ist die K39 zwischen Jork und der Landesgrenze bei Cranz stark sanierungsbedürftig. Wegen Bauarbeiten an der L140 wurden die Arbeiten an der Kreisstraße immer weiter hinausgezögert. Nun muss die Sanierung um ein weiteres Jahr verschoben werden, da man es beim Landkreis versäumt hat, die Planungen für die Arbeiten EU-weit auszuschreiben.

Durch dieses Versäumnis kann eine Ausschreibung für die ausführende Baufirma frühestens im Oktober beginnen. Mit einem Baubeginn wäre dann vor dem Frühjahr 2021 nicht zu rechnen.

Richtungswechselnde Einbahnstraßenregelung

Doch die Zeit soll nicht ungenutzt bleiben. Kreisbaurätin Madeleine Pönitz und Jorks Bürgermeister Matthias Riel wollen nun gemeinsam mit den Anliegern und der Kommune überprüfen, inwieweit eine richtungswechselnde Einbahnstraßenregelung möglich ist. So könnten Pendler morgens wie gewohnt nach Hamburg fahren und abends wieder zurück. Ursprünglich war eine Einwohnerversammlung im Juni geplant, doch diese wird aufgrund der Corona-Krise und der neuen Ausschreibung verschoben. Dennoch wolle die Gemeinde Jork auch weiterhin die Bewohner miteinbeziehen, hier könne die Bauverzögerung sogar den Vorteil haben, dass nun ohne Zeitdruck die Bevölkerung informiert werden kann.

Aus Kostengründen sollen Parkbuchten entfallen

Zeitgleich mit der Straßensanierung sollen die Deicharbeiten beginnen. Auf einem zwei Kilometer langen Abschnitt soll der Deich auf bis zu 9,80 Meter über Normalhöhennull mit Sackungsreserve von 30 Zentimeter und Elbvertiefungszuschlag von zehn Zentimeter erhöht werden. Die Straßen- und Deichbarbeiten sollen insbesondere im dritten Bauabschnitt Hand in Hand laufen, so soll die Deichfuß- und die Straßenentwässerung in Jork-Hinterback kombiniert werden. Aufgrund dieser Maßnahmen werden die dortigen 80 Parkbuchten entfallen - ein Ersatz ist aus Kostengründen vom Landkreis nicht vorgesehen.
Das will der FWG-Kreistagsabgeordnete Gerd Lefers so nicht hinnehmen. "Diese Parkbuchten sind die einzige Stelle, an der die Leute anhalten können, um auf dem Deich Schiffe zu gucken oder frische Luft zu schnappen", meint er. Bei 12.000 Autos und rund 1.200 Lkw täglich müsse man seinen touristischen Nutzen daraus ziehen und die Autofahrer zum Verweilen animieren - ohne Parkplatz sei dies aber schwierig. "Hier muss die Sanierung mit dem Tourismus zusammengehen", fordert Lefers. Zudem stünden seiner Meinung nach auf der anderen Straßenseite Flächen zur Verfügung, die als neue Parkbuchten dienen könnten. "Da muss man den Deichverband in die Verantwortung nehmen", fordert der Kreistagsabgeordnete. Allerdings solle dieser nicht auf den Kosten sitzen bleiben, sondern diese vom Bund und Land zurückerstattet bekommen.

Zwei Lkw-Parkbuchten

Für den kommenden Bauausschuss am 9. Juni hat er deswegen schon Forderungen eingereicht, die seiner Meinung nach bei den Planungen mitberücksichtigt werden sollten. Für den Lkw-Verkehr fordert er zwei Parkbuchten. "Nach vier Stunden müssen die Fahrer eine Pause machen, in Hamburg gibt es dafür keine Möglichkeit. Dann sollen sie doch hier anhalten können."

Park-and-Ride

Zudem hat er seinem Antrag eine Forderung für einen Park-and-Ride-Platz beigefügt. "Die erzählen mir immer, was das alles kosten wird. Dabei braucht die Baufirma sowieso eine Fläche, auf der sie ihr Baumaterial während der Bauzeit lagern kann. Dann sollen die die Fläche nach Bauende einmal glatt ziehen und schon haben wir unseren Park-and-Ride-Platz."

Um den Tourismus in Jork weiter zu fördern, spricht sich Lefers zudem dafür aus, dass es eine Bushaltestelle für Reisebusse gibt. Dafür könnte man die alte Bushaltestelle nutzen, eine neue Bushaltestelle könnte dann in zehn Meter Entfernung errichtet werden.

Kritik an seinen Forderungen aufgrund der hohen Kosten lässt er nicht gelten. "Ich denke unternehmerisch. All diese Maßnahmen jetzt im Zuge der Sanierung durchzuführen, kostet kein Vermögen und ist mit ein bisschen gutem Willen möglich."

Bauausschuss am 9. Juni
Ob seine Forderungen auch von anderen Kreistagsabgeordneten unterstützt werden, wird sich bei der Sitzung des Bauausschusses am Dienstag, 9. Juni, um 8.30 Uhr im Schulungsraum der Feuerwehrtechnischen Zentrale zeigen.

Autor:

Mareike Kerouche aus Stade

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