Rückwärtsfahrverbot für Müllfahrzeuge hat Auswirkungen auf Anwohner

Ulrich Peters muss seine Tonnen bald gut 100 Meter rollen, damit sie abgeholt werden
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  • Ulrich Peters muss seine Tonnen bald gut 100 Meter rollen, damit sie abgeholt werden
  • hochgeladen von Lena Stehr

lt. Horneburg. Als Ulrich Peters (63) ein Kind war, wurde der Müll noch mit Pferd und Wagen abgeholt, erinnert sich der Verwaltungsbeamte im Ruhestand. Danach fuhren 40 Jahre lang die großen Müllautos in die kleine Sackgasse "Von Borgh Weg" in Horneburg, in der Peters mit seiner Frau Silke lebt.
Doch damit ist jetzt Schluss. Ab Mitte April muss Peters sowohl seine Tonnen und die gelben Säcke als auch Sperrmüll und Weihnachtsbäume gut 100 Meter weit rollen und schleppen, damit der Müllwagen sie entleert, bzw. mitnimmt.
Grund ist das von der Berufsgenossenschaft Verkehr verhängte Rückwärtsfahrverbot für Müllfahrzeuge, auf das sich der Landkreis Stade und das Recycling Zentrum Stade berufen. Wie berichtet, werden im Landkreis Stade schon seit einigen Jahren alle Straßen dahingehend überprüft, ob die Müllfahrzeuge alle Haushalte erreichen können, ohne rückwärts fahren zu müssen.
"Wir reagieren damit auf diverse teilweise tödliche Unfälle, die sich bundesweit ereignet haben, als Müllfahrzeuge rückwärts fuhren", so Lars Koch, Sprecher der für die Müllentsorgung zuständigen Karl Meyer-Gruppe. Das Risiko, dass die Fahrer beim Rückwärtsfahren eine Person übersehen, sei zu groß.
Das kann auch der Betroffene Ulrich Peters grundsätzlich verstehen. In seinem Fall liege der Kern des Problems aber nicht an der Sackgasse an sich, sondern an den vielen Fahrzeugen, die diese täglich zuparken. Für den Wendehammer hat Peters schon ein Parkverbot erreicht. Sein Ziel: Im gesamten "Von Borgh Weg" soll ein Halteverbot zwischen 7 und 13 Uhr gelten.
"Das würde die Pendler vertreiben und die Müllfahrzeuge könnten wieder alle Haushalte problemlos erreichen", ist Peters überzeugt. Er hat deshalb schon mehrfach Kontakt zum Ordnungsamt in Horneburg und zum Flecken-Bürgermeister Hans-Jürgen Detje aufgenommen - bislang ohne Erfolg.
Auf WOCHENBLATT-Nachfrage versichert Detje, dass er das Anliegen von Ulrich Peters an die zuständigen Gremien geben werde. Letztendlich müsse der Landkreis über ein Halteverbot entscheiden. Ob die Müllfahrzeuge dann wieder in die Sackgasse fahren würden, bleibe abzuwarten, so Detje.

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