Stade schützt sich vor Cyber-Attacken

Vor allem vor sogenannter „Ransomware“ haben die EDV-Experten Angst.
  • Vor allem vor sogenannter „Ransomware“ haben die EDV-Experten Angst.
  • Foto: Fotolia/zephyr_p
  • hochgeladen von Björn Carstens

bc. Stade. Nicht nur große Unternehmen müssen sich vor den zunehmenden Gefahren durch Hackerangriffe wappnen. Auch öffentliche Verwaltungen legen beim Schutz vor Cyberkriminalität großen Wert auf IT-Sicherheit. In Stade ruft das Rathaus jetzt Bürger dazu auf, bei E-Mails an die Stadt Dokumente nur noch im PDF-Format (Acrobat Reader) anzuhängen. Auch Bilddateien wie .tif, .jpeg, .jpg oder .png werden noch angenommen. Mails mit Office-Dateien werden dagegen nicht mehr bearbeitet. „Die zunehmende Anzahl der täglichen Angriffe auf unsere Systeme machen diesen Schritt notwendig“, erklärt IT-Leiter Niels Bijlsma.
Vor allem vor sogenannter „Ransomware“ haben die EDV-Experten Angst. Dabei handelt es sich um Erpressungssoftware, die alle relevanten Datendateien des Angriffsopfers verschlüsselt. Bijlsma: „Sie sind dann für das Angriffsopfer nicht mehr lesbar.“ Teilweise werden auch Systemdateien der Computersysteme unbrauchbar gemacht. „Die Entschlüsselung der Dateien ist nur dem Angreifer möglich“, so Bijlsma.
Eines der häufigsten Angriffsszenarien ist laut Stadtverwaltung der Versand präparierter E-Mails. „Sehr häufig sind diese versehen mit Word-Dokumenten, die sogenannte Makros enthalten“, berichtet Bijlsma. Diese könnten kleinste Computerkommandos enthalten und somit schadhafte Software aus dem Internet nachladen und auf dem Opfer-PC installieren. Das geschehe automatisch beim Öffnen des Dokumentes ohne weiteres Zutun des Benutzers.
Im Falle eines erfolgreichen Angriffs wird dem Nutzer ein Fenster angezeigt, in dem er aufgefordert wird, einen bestimmten Geldbetrag zu zahlen, um seine Daten in lesbarer Form wieder zu erlangen. Der Bezahlvorgang erfolgt über eine digitale Währung - sogenannte Bitcoins - die eine Nachverfolgung des Geldflusses kaum ermöglicht.
Bijlsma: „Eine Garantie, dass nach Überweisung des Betrags die Daten tatsächlich wieder lesbar gemacht werden, gibt es nicht.“ Das Geschäftsmodell des Angreifers basiere auf Erpressung, das übrigens genauso bei Privatpersonen angewendet wird.
Bislang hatte die Stadt noch keine echte Störung durch Cyberattacken. Durch das „Gießkannenprinzip“ kann es aber quasi jeden treffen. Ist eine öffentliche Verwaltung wie Stade erst einmal betroffen, wäre insbesondere der Datenschutz bedroht. Bijlsma: „Jeder Bürger hat ein Recht auf Vertraulichkeit seiner Daten.“
Darüber hinaus wäre die Arbeitsfähigkeit der Verwaltung gefährdet. Beispiele: Das Meldeamt könnte keine Personalausweise und Reisepässe mehr ausgeben. Oder: Sollte das Bauaufsichtsamt arbeitsunfähig sein, könnten keine Baugenehmigungen mehr erteilt werden. In der Folge könnte ein Bauherr nicht loslegen. Im Worst-Case würden sämtliche IT-Systeme ausfallen.
So werden also künftig externe Mails, die Office-Dokumente beinhalten, von der Stadtverwaltung geblockt. Der Empfänger wird informiert, dass eine Nachricht für ihn vorliegt - verbunden mit der Bitte, die Dokumente im PDF-Format vom externen Absender anzufordern.
„Uns ist bewusst, dass es keine 100-prozentige Sicherheit vor Angriffen geben kann“, sagt Bürgermeisterin Silvia Nieber, „wir glauben aber, dass wir einen guten Weg gefunden haben, das Risiko weiter zu minimieren.“

Autor:

Björn Carstens aus Buxtehude

Wirtschaft
Dehoga-Präsident Detlef Schröder

Dehoga-Umfrage zu Corona-Folgen
Gastronomie und Hotellerie mit riesigen Löchern in den Bilanzen

(bim/nw). Auch wenn Restaurants und Cafés unter Auflagen wieder Gäste bewirten und Hotels Touristen beherbergen dürfen, ist die Not in der Branche weiterhin groß. Nach wochenlanger Zwangspause klaffen riesige Löcher in den Bilanzen. Die Umsätze liegen weit unter den Vorjahreswerten. Das ist das Ergebnis einer Umfrage, die der Deutsche Hotel- und Gaststättenverband (Dehoga) Niedersachsen vom 3. bis 10. August durchführte und an dem sich 747 Gastronomen und Hoteliers beteiligten. Verlängerung...

Politik
Neuer Job: Jannik Stuhr

Neider wittern Verschwörung im Winsener Rathaus
Job über das CDU-Parteibuch?

thl. Winsen. Jannik Stuhr ist der "Neue" im Winsener Rathaus. Ab 1. September ist er für die "weitere Digitalisierung städtischer Verwaltungsabläufe und Dienstleistungen" zuständig. Doch bevor Stuhr seinen Dienst antritt, wittern einige Personen bereits Verschwörungen. "Stuhr ist Vorsitzender des CDU-Ortsverbandes Stelle und der Jungen Union im Landkreis. Zudem war er Wahlkampfunterstützer für Bürgermeister André Wiese. Gab die Parteizugehörigkeit den entscheidenden Ausschlag?", heißt es in...

Wirtschaft
Der Industriehafen in Stade-Bützfleth soll erweitert werden
  3 Bilder

Das Tor zur Welt
Pläne für die Erweiterung des Stader Binnen- und Seeschiffhafens

jab. Stade. Der Binnen- und Seeschiffhafen in Stade ist der drittgrößte Umschlagplatz in Niedersachsen. Seit Jahren schon gibt es die Überlegungen, den Industriehafen in Stade-Bützfleth zu erweitern. Passiert ist bisher nichts. Doch nun liegt ein Perspektivpapier vor, das durch den Betreiber Niedersachsen Ports (N-Ports) in den vergangenen Jahren erstellt wurde und konkrete Planungen für eine Erweiterung beinhaltet. Auf der Sommertour des Landtagsabgeordneten Kai Seefried und der...

Politik
Uwe Harden

Corona-Maßnahmen im Landkreis Harburg
Uwe Harden fordert: "Mündige Bürger statt Sanktionsregime"

(bim). Drages Bürgermeister Uwe Harden, der auch stellvertretender Landrat des Landkreises Harburg ist, hat einen Leserbrief zur Schließung der Abstrichzentren der Kassenärztlichen Vereinigung in Winsen und Buchholz verfasst. Im Grunde ist es aber eine Einschätzung bisheriger Corona-Maßnahmen auf Landkreis- und Bundesebene, die wir hier in Auszügen veröffentlichen: "Ich finde, die Kreisverwaltung hat bislang in der Corona-Pandemie lobenswerte Arbeit geleistet. Zwar sind bis Mitte Mai 13...

Wirtschaft
Die Getreideernte lief in den vergangenen Tagen auf Hochtouren

Die Weizenfelder sind weitgehend abgeerntet
Erste Erntebilanz im Landkreis Stade: Enttäuschend bis überraschend

jd. Stade. Die Mähdrescher waren in den vergangenen Tagen im Dauereinsatz: Im Landkreis Stade ist die Ernte von Weizen und Gerste weitgehend abgeschlossen. Auf der Stader Geest liegt das Getreide bereits in den Silos, nur in Kehdingen sind noch die Erntefahrzeuge auf den Feldern. "Die Landwirte haben durchschnittliche Erträge eingefahren", zieht Stades Kreislandwirt Johann Knabbe ein erstes Resümee. Dabei gebe es selbst innerhalb des Landkreises starke Schwankungen, "von enttäuschend bis...

Diskussion schließen

Hinweis: Der Autor wird vom System benachrichtigt

add_content

Sie möchten selbst beitragen?

Melden Sie sich jetzt kostenlos an, um selbst mit eigenen Inhalten beizutragen.

Karte einbetten

Abbrechen

Video einbetten

Es können nur einzelne Videos der jeweiligen Plattformen eingebunden werden, nicht jedoch Playlists, Streams oder Übersichtsseiten.

Abbrechen

Social-Media Link einfügen

Es können nur einzelne Beiträge der jeweiligen Plattformen eingebunden werden, nicht jedoch Übersichtsseiten.

Abbrechen

Beitrag oder Bildergalerie einbetten

Abbrechen

Schnappschuss einbetten

Abbrechen

Veranstaltung oder Bildergalerie einbetten

Abbrechen