Vermutlich wegen Astrazeneca: Impfberechtigte lassen Termin ohne Absage sausen
Stader Impfzentrum: Ein Drittel der Mitarbeiter von mobilen Pflegediensten ist nicht zur Impfung erschienen

Leerlauf gab es am Mittwoch im Stader Impfzentrum: Rund ein Drittel der eingeladenen Personen war nicht erschienen. Die große Mehrheit hatte nicht abgesagt
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jd. Stade. Das ist ungeheuerlich: Während viele Menschen - darunter Schwerkranke - verzweifelt darauf warten, gegen Corona geimpft zu werden, haben es andere nicht nötig, trotz Termin zur Impfung zu erscheinen. Das geschah nämlich gerade im Stader Impfzentrum. Dort hatte der Landkreis am Mittwoch einen von zwei Impfterminen angesetzt, die ausschließlich für die Beschäftigten der 30 ambulanten Pflegedienste bestimmt sind. 280 Personen waren zu diesem Termin bestellt, doch rund ein Drittel erschien gar nicht erst. Die meisten hätten nicht einmal abgesagt, ärgert sich die Leiterin des Impfzentrums, die Kreis-Dezernentin Nicole Streitz.

Der Impfstoff mit dem miesen Image: Astrazeneca kommt auch in den Landkreisen Stade und Harburg zum Einsatz

Der Grund für das "Schwänzen" des Impftermins liegt vermutlich in der Auswahl des Impfstoffes: Geimpft wurde das Präparat des Herstellers Astrazeneca. Darüber waren die zur Impfung eingeladenen Mitarbeiter der Pflegedienste durch das Stader Impfzentrum vorab informiert worden. Außerdem sei an die  Pflegedienste ein Hinweis zu möglichen Nebenwirkungen weitergeleitet worden, den das Impfzentrum zuvor vom Land erhalten habe, so Streitz. Darin heißt es wörtlich: „Nach ersten Erkenntnissen kann die Impfung mit Astrazeneca zu häufigen Nebenwirkungen wie Kopfschmerzen, Fieber und Übelkeit und damit zu einer Krankmeldung führen.“

Es ist davon auszugehen, dass es nach den zahlreichen Negativ-Schlagzeilen über Astrazeneca viele Pflegedienst-Beschäftigte vorgezogen haben, sich nicht impfen zu lassen. Inzwischen bemühen sich Ärzte und Virologen, das Image des in den Medien schon als "Impf-Krücke" bezeichneten Astrazeneca-Präparats aufzupolieren. Sie verweisen darauf, dass die berichteten Nebenwirkungen wie Fieber, Schüttelfrost oder Gliederschmerzen ganz normale Impfreaktionen seien, die zumeist nach ein bis zwei Tagen wieder abklingen. Solche Impfreaktionen würden sonst bei den alljährlichen Grippeschutzimpfungen als ganz normal hingenommen.

Betrieb im Impfzentrum in Stade ist erfolgreich gestartet

Der Landkreis hatte in der vergangenen Woche erstmals eine Lieferung von 1.000 Astrazeneca-Einzeldosen erhalten. Da dieser Impfstoff derzeit für ältere Menschen nicht zugelassen ist, bekommen ihn die unter 65-Jährigen aus der Gruppe mit der höchsten Impfpriorität. 

Am Mittwoch kommender Woche ist ein weiterer exklusiver Impftermin für die Mitarbeiter der Pflegedienste anberaumt. Es bleibt abzuwarten, wie viele der Eingeladenen dann erscheinen.

Autor:

Jörg Dammann aus Stade

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