Stader Kreisbaurat kritisiert Architekten: "Unterlagen sind oft unvollständig"

Der Bauboom hält - wie hier in Harsefeld - ungebremst an. Haben Architekten so viel zu tun, dass sie bei den Bauanträgen nicht sorgfältig genug sind?
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  • hochgeladen von Jörg Dammann

jd. Stade. Viele Investoren, Architekten und Bauherren können ein Lied davon singen: Sie warten manchmal mehrere Monate, bis endlich ein Bauantrag genehmigt wird. Woran liegt das? Oft sei nicht die Behörde schuld, wenn die Bauakte endlos lang auf dem Schreibtisch des Sachbearbeiters liegt, so Kreisbaurat Hans-Hermann Bode. "Die Architekten müssen sich mehr Mühe geben. Sie vergeuden die Zeit der Mitarbeiter im Bauamt, wenn sie unvollständige Unterlagen einreichen", erklärte Bode unlängst im Kreis-Bauausschuss.

Bode nahm bei seinem Rüffel kein Blatt vor den Mund: Die Qualität der Bauanträge sei oftmals unzureichend. Viele Architekten würden wohl nach dem Motto handeln, das Bauamt werde schon sagen, was fehlt. "Solch ein Verhalten bedeutet für uns erhebliche Mehrarbeit", moniert der Kreisbaurat.

Um Abhilfe zu schaffen, gebe es beim Landkreis die Überlegung, eine Fortbildung für Architekten zum Thema "Wie reiche ich einen Bauantrag ein" anzubieten, so Bode. Dieses Seminar könnte in Kooperation mit der Niedersächsischen Architektenkammer ausgerichtet werden.
Dort waren die Probleme des Stader Kreis-Bauamtes bis jetzt gar nicht bekannt: "Die Notwendigkeit eines solchen Seminars haben wir in Niedersachsen bisher nicht gesehen", sagt Lothar Tabery, Vizepräsident der Architektenkammer. Wenn es im Kreis Stade tatsächlich in größeren Umfang Schwierigkeiten mit fehlerhaften Bauanträgen geben sollte, wäre es durchaus denkbar, vor Ort eine entsprechende Schulung für Architekten durchzuführen, so Tabery. Er gibt allerdings zu bedenken: "Zur Teilnahme kann aber niemand gezwungen werden."

Laut Plan der Verwaltung soll ein Bauantrag innerhalb von 23 Arbeitstagen bearbeitet sein, sofern alle Unterlagen vollständig sind. Diese Zahl ist nicht aus der Luft gegriffen: Sie beruht auf der durchschnittlichen Bearbeitungszeit im Jahr 2015. "Diese knapp fünf Wochen sind ein recht guter Wert", meint Architekt Tabory. Er kritisiert, dass in Niedersachsen bislang eine Regelung verhindert wurde, wie es sie bereits in anderen Bundesländern gibt: "In Rheinland-Pfalz müssen sich die Bauämter innerhalb von zwei Monaten abschließend mit den Bauanträgen befasst haben."

Werde diese Frist verstrichen, gelte ein Antrag als genehmigt. "Die Architektenkammer hat bereits mit Ministerpräsident Weil über dieses Thema gesprochen", so Tabery: Doch der verweigere sich - womöglich weil er als früherer Rathauschef aus eigener Erfahrung wisse, wie es kompliziert es manchmal in einem Bauamt zugehe.

"Extrem pingelig"

Ein Architekt aus dem Landkreis, der nicht namentlich genannt werden möchte, würde eine Zwei-Monats-Frist für Bauanträge ebenfalls begrüßen. Nach seiner Ansicht ist es nicht gerechtfertigt, dass Bode den Architekten den Schwarzen Peter zuschiebt: "Im Bauamt des Kreises Stade besteht chronischer Personalmangel. Und wenn neue Mitarbeiter kommen, dann sind es solche, die fachlich nicht besonders viel drauf haben. Wer gut ist, bekommt einen Job in der freien Wirtschaft und nimmt keine schlecht bezahlte Stelle bei der Behörde an."

Mit den langjährigen Mitarbeitern des Bauamtes habe er wenig Probleme, so der Architekt: "Mit denen kann ich vieles per Telefon auf dem kleinen Dienstweg lösen." Anders hingegen bei den Neulingen im Amt: "Die sind oftmals extrem pingelig und verfassen zu jeder Kleinigkeit ein amtliches Schreiben, was dann wieder mindestens eine Woche Verzögerung bedeutet."

Autor:

Jörg Dammann aus Stade

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