Anwohner fürchten um spielende Kinder
Straßenschild sorgt für Ärger in Dollern

In dieser Hecke stand einst das Straßenschild "Achtung, Kinder". CDU-Ratsmitglied Ralf Kimmel (l.) und FDP-Ratsmitglied Paul Müller fordern dieses zurück Fotos: mke
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  • In dieser Hecke stand einst das Straßenschild "Achtung, Kinder". CDU-Ratsmitglied Ralf Kimmel (l.) und FDP-Ratsmitglied Paul Müller fordern dieses zurück Fotos: mke
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mke. Dollern. Als der Bauhof vor zwei Jahren anrückte, um das Straßenschild "Achtung, Kinder" zu entfernen, war Ralf Kimmel klar: Das geht gar nicht. Seitdem kämpft er als Ratsmitglied dafür, dass dort ein entsprechendes Straßenschild wieder aufgestellt wird.

Alles begann eigentlich ganz harmlos mit der alljährlichen Verkehrsschau mit Vertretern des Landkreises, der Polizei und der Gemeinde. Dabei fiel den Teilnehmern plötzlich in der Straße Osterberg ein Verkehrsschild auf. Das Schild warnt Autofahrer vor spielenden Kindern, stand aber vermeintlich auf einem Privatgrundstück, weswegen die Ratsmitglieder annahmen, es handele sich um ein Privatschild.

Schilderwald lichten

Unverzüglich wurden die Eigentümer angeschrieben, mit der Aufforderung dieses Schild auf eigene Kosten zu entfernen. Die wiesen allerdings darauf hin, dass es sich sehr wohl um ein echtes Straßenschild handelt. "Das Schild stand schon da, bevor die Häuser gebaut wurden", meint FDP-Ratsmitglied Paul Müller, der seinen CDU-Kollegen Ralf Kimmel in seinem Vorhaben unterstützt. Und er weiß auch, dass viele Vorgärten in Dollern eigentlich der Gemeinde gehören, die die Nutzung durch die Anwohner jedoch dulde. Statt einen Irrtum einzusehen, wurde das Schild dennoch vom Bauhof entfernt. "Es geht darum, den Schilderwald zu lichten, und wo eine Tempo-30-Zone ist, braucht man kein zusätzliches Schild, das auf Kinder aufmerksam macht. Die Autofahrer sollen hier sowieso vorsichtiger fahren", erklärt dazu Landkreis-Pressesprecher Klaus-Heiner Gerken.

Spielplatz von der Straße nicht einsehbar

Dem widerspricht Ralf Kimmel vehement und nennt auch Beispiele wie den Kiesweg in Horneburg, wo in einer Tempo-30-Zone zusätzlich das Verkehrsschild "Achtung, Kinder" steht.

Einst vom WOCHENBLATT als schlechtester Spielplatz im Landkreis betitelt, hat sich der Spielplatz am Osterberg mittlerweile zu einem echten Spielparadies entwickelt. Dementsprechend beliebt ist der Platz bei kleineren und größeren Kindern. "Wer in diese Straße einfährt, kann den Spielplatz von der Straße aus nicht sehen, und die Kinder queren durch die parkenden Autos die Straße", mahnt Kimmel. Eine Messung hat ergeben, dass rund 40 Prozent der Verkehrsteilnehmer am Osterberg zu schnell unterwegs sind, insbesondere Kurierfahrer würden sich an ein Tempo 30 nicht halten. "Wir brauchen ganz dringend dieses Schild, um die Autofahrer zu sensibilisieren, dass hier viele Kinder sind."

Unbelehrbare Autofahrer

Klaus-Heiner Gerken bleibt skeptisch, ob Kimmel mit seinem geforderten Schild wirklich sein Ziel erreicht. "Wer schon ein Tempo-30-Schild nicht beachtet, der wird auch auf ein 'Achtung, Kinder'-Schild nicht reagieren", lautet seine Befürchtung.

Kimmel hat mittlerweile einen Antrag im Rat gestellt. Er fordert mittlerweile nicht nur das Schild "Achtung, Kinder" zurück, sondern den zusätzlichen Hinweis "Achtung, Spielplatz". Die nächste Ratssitzung wird allerdings erst im September stattfinden.

Autor:

Mareike Kerouche aus Stade

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