alt-text

++ A K T U E L L ++

Übertragungsfehler in der Tabelle: Inzidenzwert lag bereits gestern über 200

Überfall der Nordmänner auf Stade
Tod durch das Wikingerschwert: Knochen werden nach 1.000 Jahren untersucht

Das Thema Wikinger ist heute populärer denn je. Auch im Alten Land schlagen die Nordmänner regelmäßig ihr Lager auf und locken mit ihren Schaukämpfen Scharen von Besuchern
3Bilder
  • Das Thema Wikinger ist heute populärer denn je. Auch im Alten Land schlagen die Nordmänner regelmäßig ihr Lager auf und locken mit ihren Schaukämpfen Scharen von Besuchern
  • Foto: Jazz-Archiv Hamburg
  • hochgeladen von Jörg Dammann

Das könnte Sie auch interessieren:

Service
Jetzt können die Ärmel für den Piks hochgekrempelt werden
2 Bilder

Nicht mehr stundenlang in der Schlange stehen
Ab sofort Anmeldung möglich: Fünf Impfstationen im Landkreis Stade nehmen am 6. Dezember ihre Arbeit auf

jd. Stade. Landrat Kai Seefried hält seine Zusage ein. Ab der kommenden Woche nehmen die fünf festen Impfstationen ihre Arbeit auf. Für viele, die sehnsüchtig auf eine Impfung warten, dürfte es wie ein Nikolausgeschenk sein: Am Montag, 6. Dezember, erhält die Impfkampagne im Landkreis einen zusätzlichen Schub. Dann wird montags bis freitags jeweils an einem festen Wochentag stationär geimpft. Dazu erklärt Landrat Seefried: „Impfungen sind die wirksamste und vermutlich einzige Möglichkeit, die...

Blaulicht
Zahlreiche Brände wurden gelegt  wie an dieser Garage
2 Bilder

Ermittlungsgruppe eingerichtet
Brandserie in Buxtehude

sla. Buxtehude. Wie berichtet, treibt seit geraumer Zeit ein Brandstifter sein Unwesen in Buxtehude. Zahlreiche Brände wurden gelegt - aber bislang konnte kein Täter ermittelt werden. Bei der Polizeiinspektion Stade wurde daher vor Kurzem eine Ermittlungsgruppe eingerichtet, die die Serie von Brandstiftungen im Buxtehuder Stadtgebiet aufklären soll. Die Ermittler haben inzwischen mehrere Jugendliche bzw. Heranwachsende aus Buxtehude im Visier. Diese könnten für die Feuer, die mittlerweile einen...

Service

Steigende Inzidenzen
Diese Veranstaltungen wurden im Landkreis Harburg wegen Corona abgesagt

thl. Landkreis Harburg. Aufgrund steigender Inzidenzzahlen werden im Landkreis Harburg jetzt zunehmend Veranstaltungen kurzfristig abgesagt, egal ob im Sport, in der Kultur, im Gesellschaftsleben oder in der Politik. Das WOCHENBLATT dokumentiert an dieser Stelle, welche Veranstaltungen abgesagt wurden. Die Liste wird fortlaufend angepasst. Die ADFC-Ortsgruppe Winsen hat bis auf Weiteres alle Fahrradtouren abgesagt. Die Gemeindebücherei Stelle hat bis auf Weiteres alle Veranstaltungen abgesagt....

Panorama
Über verbale sexuelle Belästigung sprechen nur wenige Frauen - viele schämen sich
3 Bilder

Catcalling
Das ist verbale sexuelle Belästigung, kein Kompliment

(sv). Eigentlich bin ich, Svenja Adamski, WOCHENBLATT-Redaktionsvolontärin, überzeugte Kapuzenpulli-Trägerin, ziehe mich lieber warm als hübsch an und gebe nichts auf Make-up. Jetzt habe ich mir aber doch mal eine richtig schicke schwarze Lederjacke mit warmem Teddyfell aus Baumwolle gekauft, weil ich sie absolut fantastisch fand. Kaum dass ich mein neues Lieblingsstück trug, durfte ich mir allerdings eine Menge niedere Anmachsprüche und Gepfeife auf offener Straße anhören, so wie ich es bisher...

Politik
Kamal I. starb nach Schüssen aus der Dienstwaffe von Polizisten in der Unterkunft in Harsefeld. Er war psychisch auffällig

Erschossener Flüchtling in Harsefeld
Grüne stellen Fragen zum Sozialpsychiatrischen Dienst

tk. Stade. Die Kreistagsfraktion der Grünen stellt den Antrag, dass im Kreissozialausschuss ein Situationsbericht zur Lage des Sozialpsychiatrischen Dienstes des Landkreises vorgelegt werden soll. Hintergrund des Antrags: Am 3. Oktober wurde ein Flüchtling in seiner Unterkunft in Harsefeld von der Polizei erschossen (das WOCHENBLATT berichtete). Der Mann war psychisch auffällig, die Samtgemeinde Harsefeld wurde von Mitbewohnern darauf hingewiesen, dass er Hilfe benötige. Es soll Kontakte...

Service
5 Bilder

Niedrigste Inzidenz seit einer Woche
Corona-Zahlen im Landkreis Stade am 3.12.: Werte bleiben konstant

jd. Stade. Die Corona-Zahlen stagnieren derzeit im Landkreis Stade: Am Freitag (3.12.) wird mit 132,9 die niedrigste Sieben-Tage-Inzidenz seit mehr als einer Woche gemeldet. Damit liegt der Landkreis Stade auf Platz 10 der Regionen mit den niedrigsten Inzidenzwerten in Deutschland. Das RKI nennt für Deutschland aktuell eine Sieben-Tage-Inzidenz von 442,1. Die landesweite Inzidenz für Niedersachsen beträgt derzeit 205,9. Die Inzidenzwerte in der Region sehen wie folgt aus: Landkreis Harburg:...

Service

Corona-Pandemie
Alle abgesagten Veranstaltungen im Landkreis Stade

sv. Landkreis Stade. Aufgrund der steigenden Corona-Zahlen werden im Landkreis Stade wieder zunehmend Veranstaltungen abgesagt. In dieser Liste hält das WOCHENBLATT Sie auf dem aktuellen Stand, welche Termine in der Region Pandemie-bedingt nicht stattfinden können. Die Liste wird fortlaufend aktualisiert. Sollten Sie als Sport- oder Kulturverein oder auch als Partei eine öffentlich angekündigte Veranstaltung absagen müssen, können Sie gerne ein E-Mail an svenja.adamski@kreiszeitung.net...

jd. Stade. Sie brandschatzen, plündern und verbreiten Leid und Elend überall dort, wo sie auftauchen: In der Fernsehserie Vikings, deren letzte Staffel derzeit vom Sender Pro Sieben Maxx gezeigt wird, überfallen die Männer (und auch Frauen) aus dem hohen Norden Siedlungen und verheeren ganze Landstriche. Wenn auch einiges in dieser Fernsehproduktion übertrieben ist: Die Wikinger haben im Mittelalter tatsächlich halb Europa mit Angst und Schrecken überzogen. Auch in Stade tauchten die Drachenboote eines Tages am Horizont auf.

Immerhin: Dem Wikingerüberfall von 994 verdankt Stade seine erste schriftliche Erwähnung (siehe Kasten). Außer dieser Quelle gibt es allerdings nur spärliche Spuren dieses Raubzuges: Bei Baggerarbeiten wurden Schwerter der Nordmänner vom Grund der Schwinge geholt. "Auch ein silberner Armreif, der am Stader Hafen gefunden wurde, passt zeitlich zu dem Angriff", sagt Stadtarchäologe Dr. Andreas Schäfer.
Sein Kollege Daniel Nösler, Leiter der Kreisarchäologie, wiederum befasst sich mit den sterblichen Überresten der Opfer: Der Grafensohn Siegfried, der den Nordmännern als Geisel gestellt und von diesen verstümmelt wurde, sowie sein von Wikingerhand niedergestreckter Onkel Udo sind in Harsefeld bestattet worden. Im dortigen Klosterpark entdeckten die Archäologen vor Jahren die Grablege der Harsefelder Grafen. Dort ruht auch Graf Heinrich der Gute, der sich mit einem eilig zusammengezogenen Aufgebot den wahrscheinlich aus Dänemark herbeigesegelten Plünderern an der Schwingemündung entgegengestellt hatte und sich gegen Zahlung von Lösegeld aus der Gefangenschaft bei den Wikingern freikaufen konnte.

Die Fotomontage zeigt den in Stade entdeckten Armreif und das in der Schwinge gefundene Wikingerschwert. Mit einem solchen Schwert oder einer Axt wurde die Wunde am oben rechts abgebildeten Schädel verursacht
  • Die Fotomontage zeigt den in Stade entdeckten Armreif und das in der Schwinge gefundene Wikingerschwert. Mit einem solchen Schwert oder einer Axt wurde die Wunde am oben rechts abgebildeten Schädel verursacht
  • Foto: Nösler/Schäfer/jab
  • hochgeladen von Jörg Dammann

Die Skelette der getöteten Adligen und ihrer Sippschaft befinden sich derzeit bei einer Anthropologin, die u.a. Größe, Geschlecht und das Alter zum Zeitpunkt des Todes bestimmen wird. Wie Grafenbruder Udo zu Tode kam, muss dabei nicht weiter erforscht werden: Unübersehbar sind am eingeschlagenen Schädel und an den geborstenen Knochen die Axt- und Schwerthiebe.

"Anschließend gehen die gräflichen Gebeine weiter an die Uni Kiel", sagt Nösler. Dort soll eine Isotopen-Untersuchung Auskunft darüber geben, wie sich die Angehörigen der Grafenfamilie ernährt haben und aus welcher Gegend die ersten Mitglieder dieses Adelsgeschlechts stammen. Mittels DNA soll zudem das verwandtschaftliche Verhältnis der Toten zueinander geklärt werden.

Die Ergebnisse werden im Laufe des kommenden Jahres vorliegen, so Nösler. Er und Schäfer könnten sich gut vorstellen, die Geschichte der Harsefelder Grafen, die wenige Jahre nach dem Wikingerüberfall an die Schwinge zogen und sich fortan als Grafen von Stade bezeichneten, im Rahmen einer Ausstellung über die Sachsenzeit zu präsentieren. Die Harsefelder Grafen haben ihren Aufstieg in der Region wahrscheinlich ihren engen familiären Banden zu den ersten Sachsenkaisern, den Ottonen, zu verdanken. Ein Aspekt einer solchen Sonderschau könnte dann den Nordmännern gewidmet werden. "Wikinger kommen nach dem Erfolg der Fernsehserie Vikings beim Publikum immer gut an", meint Nösler. Als Beispiel nennt er das jährliche Wikinger-Spektakel im Alten Land.

Dr. Andreas Schäfer (li.) und Daniel Nösler begutachten einige der Funde am Monitor
  • Dr. Andreas Schäfer (li.) und Daniel Nösler begutachten einige der Funde am Monitor
  • Foto: jd
  • hochgeladen von Jörg Dammann

Andere wikingerzeitliche Fundstücke von der Niederelbe zeugen aber auch von einem friedlichen Miteinander. "Wir haben nur das Bild von den raublustigen Kriegern im Kopf", sagt Nösler. Dabei habe es durchaus Zeiten gegeben, in denen friedlich Handel mit den Wikingern getrieben worden sei. Darauf weisen kleine Amulette oder auch Miniatur-Anker aus Blei hin, die im Stader Hafenbecken gefunden wurden. "Diese Anker sind womöglich als Zunftzeichen oder Zollmarken zu deuten", meint Schäfer. Stade sei damals einer der wichtigsten Handelsplätze in Norddeutschland und bedeutender als Hamburg gewesen.

Wer weiß: Vielleicht waren es dänische Händler, die ihren Stammesgenossen von den Reichtümern Stades berichteten und damit Begehrlichkeiten weckten, die letztlich zum Raubzug an die Niederelbe führten.

• Wer sich in die Wikingerzeit entführen lassen will: Vikings ist nach einer Weihnachtspause ab Januar wieder kostenfrei auf Pro Sieben Maxx zu sehen. Alle sechs Staffeln werden auch auf Netflix gezeigt.

Chronist erwähnt den Ort "Stethu"

In der Chronik des mittelalterlichen Geschichtsschreibers Thietmar von Merseburg (975 - 1018) taucht erstmals der Name Stade auf. Bischof Thietmar, ein enger Verwandter der Harsefelder Grafen, berichtet in seinem Werk anschaulich über den Wikingerangriff auf "Stethu", wie Stade damals hieß.

Nach Thietmars Angaben war einer der Grafenbrüder mit einer List aus der Geiselhaft entkommen, in die er nach der verlorenen Schlacht an der Schwinge geraten war. Die Wikinger fielen auf der Suche nach dem Entflohenen daraufhin über Stethu (Stade) her. 

Als sie den Grafenbruder nicht fanden, verstümmelten die Wikinger laut Thietmars Bericht die anderen Geiseln, warfen sie in die Schwinge und zogen ab - voller Zorn darüber, dass ihnen das Lösegeld entgangen ist. Chronist erwähnt den Ort "Stethu" In der Chronik des mittelalterlichen Geschichtsschreibers Thietmar von Merseburg (975 - 1018) taucht erstmals der Name Stade auf. Bischof Thietmar, ein enger Verwandter der Harsefelder Grafen, berichtet in seinem Werk anschaulich über den Wikingerangriff auf "Stethu", wie Stade damals hieß.

Autor:

Jörg Dammann aus Stade

Kommentare

online discussion

Sie möchten kommentieren?

Sie möchten zur Diskussion beitragen? Melden Sie sich an, um Kommentare zu verfassen.

Diskussion schließen

Hinweis: Der Autor wird vom System benachrichtigt

add_content

Sie möchten selbst beitragen?

Melden Sie sich jetzt kostenlos an, um selbst mit eigenen Inhalten beizutragen.

Karte einbetten

Abbrechen

Video einbetten

Es können nur einzelne Videos der jeweiligen Plattformen eingebunden werden, nicht jedoch Playlists, Streams oder Übersichtsseiten.

Abbrechen

Social-Media Link einfügen

Es können nur einzelne Beiträge der jeweiligen Plattformen eingebunden werden, nicht jedoch Übersichtsseiten.

Abbrechen

Beitrag oder Bildergalerie einbetten

Abbrechen

Schnappschuss einbetten

Abbrechen

Veranstaltung oder Bildergalerie einbetten

Abbrechen