Renovierung der Mühle in Hollern-Twielenfleth steht vor dem Abschluss / Fertigstellung ist für Ende Mai geplant
"Venti Amica" in Hollern-Twielenfleth: Bald gibt es wieder Mehl aus Windkraft

Volkmar Dinglinger freut sich auf die Fertigstellung der Mühle "Venti Amica"
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sb. Hollern-Twielenfleth. Schon in wenigen Wochen soll sie sich wieder drehen: Die 166.000 Euro teure Renovierung der Mühle "Venti Amica" in Hollern-Twielenfleth ist fast abgeschlossen. Seit einem Sturmschaden im Juni 2017 stand der Windantrieb des historischen Gebäudes still. Jetzt freuen sich Mühlenbesitzer Hein Noodt, Mühlenpächter Volkmar Dinglinger und die Mitglieder des Mühlenvereins darauf, die "Venti Amica" in vollendeter Pracht zu erleben.

Nach dem Sturm hatte zunächst die Feuerwehr die defekten Mühlenflügel demontiert. Insgesamt stand eine große Reparatur an: Neben den Flügeln hatten die Mühlenwelle, das Getriebe, der Mühlenbock und die Dachhaube Schaden erlitten. Nachdem der Mühlenverein Spenden und Fördergeld akquiriert hatte, begannen Ende November die Reparaturarbeiten. Die alte Mühlenwelle wurde ausgebaut und dem traditionellen Mühlenbauunternehmen Pätzmann aus Winsen übergeben. Dieses goss zunächst nach der historischen Vorlage ein Modell, wobei der erste Versuch missglückte. Der zweite, gelungene Guss ging dann an ein weiteres Spezialunternehmen, das nach dieser Vorlage eine neue Welle fertigte.

Um die Kosten im Rahmen zu halten, packten die Mitglieder des Mühlenvereins tatkräftig mit an. Unter anderem demontierten sie die insgesamt 176 Jalousieklappen von der Mühlenflügel-Unterkonstruktion. Getrennt wurde beides an die Winsener Fachfirma übergeben, damit diese die Teile überarbeiten und Defektes austauschen konnten. "Die Montage der Jalousieklappen übernehmen wir wieder in Eigenregie", sagt Rolf Dammann vom Mühlenverein. Fachleute werden dann wieder benötigt, um die Mühlenhaube zu sanieren. Diese ist beim Sturm nicht nur verbogen, sondern auch aufgrund ihres Alters an einigen Stellen undicht geworden. Hier kommen in den kommenden Wochen ein Zimmerer und ein Dachdecker zum Einsatz. Die dabei verwendeten dunkelgrünen Dachschindeln wurden übrigens von der Behörde für Denkmalschutz offiziell genehmigt.

Wenn die Dachhaube, die sich zurzeit am Boden befindet, fertig ist, wird sie mit einem Kran wieder an der Mühle befestigt. Ende Mai sollen dann laut Planung alle Arbeiten abgeschlossen sein. Dann wird das Mehl auch wieder unter anderem mit Windkraft gemahlen. Seit dem Sturmschaden erfolgte der Antrieb ausschließlich motorisch. "Mit einem Fest können wir die Fertigstellung aufgrund des Corona-Versammlungsverbots leider nicht feiern", sagt Volkmar Dinglinger. Der Quereinsteiger ist seit Anfang 2020 Pächter der Mühle und wird von Müllermeister Hein Noodt in das historische Handwerk eingearbeitet.
"In den vergangenen Wochen hatten wir sehr viel zu tun", sagt Dinglinger. "Aufgrund der Hamsterkäufe in den Supermärkten kamen viele zu uns, um Mehl zu kaufen." Auch die neuen Brotbackmischungen, die Hein Noodt nach alten Familienrezepten zusammengestellt hat, wären absolute Verkaufsschlager. Inzwischen gebe es sogar zahlreiche Anfragen von Hofläden, die die Mühlenprodukte aus Hollern-Twielenfleth in ihr Sortiment aufnehmen wollen. "Ohne die tatkräftige Unterstützung der Mühlenvereinsmitglieder wäre die Arbeit nicht zu schaffen", lobt Dinglinger. Täglich wären vier Ehrenamtliche vor Ort, die ihn und Hein Noodt bei der Arbeit unterstützen. "Wir sind ein tolles Team und ich freue mich jeden Tag auf meinen neuen Job", so der frischgebackene Mühlenpächter.

Autor:

Stephanie Bargmann aus Stade

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