Geflügelhalter müssen ihre Tiere jetzt in den Stall sperren
Vogelgrippe: Jetzt gilt eine Stallpflicht für den gesamten Landkreis Stade

Wegen der vielen Zugvögel wie diesen Wildgänsen gilt der Landkreis Stade als Vogelgrippe-Risikogebiet
  • Wegen der vielen Zugvögel wie diesen Wildgänsen gilt der Landkreis Stade als Vogelgrippe-Risikogebiet
  • Foto: Archiv/mum
  • hochgeladen von Jörg Dammann

jd. Stade. Der Landkreis Stade ergreift jetzt Maßnahmen zur Eindämmung der Vogelgrippe, die auch unter dem Namen Geflügelpest bekannt ist: Seit Donnerstag müssen alle Geflügelhalter - egal, ob gewerblich oder privat - ihre Tiere in den Stall sperren. Betroffen von der Stallpflicht sind kreisweit mehr als 1.500 Geflügelhalter mit rund 1,9 Millionen Tieren. Die Stallpflicht haben alle Geflügelhalter einzuhalten, ob sie nur ein Huhn im Garten laufen haben oder über Tausende Stück Federvieh verfügen.

In der Allgemeinverfügung heißt es u.a., dass sämtliches im Landkreis Stade gehaltenes Geflügel (Hühner, Truthühner, Perlhühner, Rebhühner, Fasanen, Laufvögel, Wachteln, Enten und Gänse) ab sofort ausschließlich in geschlossenen Ställen oder entsprechend abgesicherten Unterständen unterzubringen sei.

"Bei der Aufstallungspflicht handelt es sich um eine rein vorsorgliche Maßnahme. Es ist im Landkreis Stade bis Donnerstag kein Fall von Geflügelpest nachgewiesen worden", betonte Amtsveterinärin Dr. Sibylle Witthöft. Allerdings seien zwei tote Wildgänse, die in Drochtersen und Stade gefunden worden waren, zur Untersuchung ins Labor geschickt worden.

Das Kreis-Veterinäramt reagiert mit der Stallpflicht auf den starken Anstieg von Vogelgrippe-Fällen in den Küstenregionen. Besonders in Schleswig-Holstein hat sich die hochansteckende Tierseuche flächendeckend ausgebreitet. Während Schleswig-Holstein eine landesweite Stallpflicht verhängt hat, will Niedersachsens Landwirtschaftsministerin Barbara Otte-Kinast (CDU) diesen Schritt vorerst nicht gehen. Sie begründet dies damit, dass viele Regionen kaum betroffen seien. Die Landkreise an der Küste, die wegen der Zugvögel besonders stark gefährdet sind, können selbst entscheiden, ob sie Maßnahmen ergreifen.

Der Landkreis Stade gilt als Geflügelpest-Risikogebiet, weil die Region Durchzugsgebiet für Wildvögel aus ganz Europa ist. Im gesamten Kreisgebiet, nicht nur am Elbufer, halten sich derzeit rund 150.000 rastende Wildgänse und -enten auf, die aus Sibirien und dem Baltikum an die Unterelbe gekommen sind. Die Unterelbe-Region gilt als eines der größten Vogelzuggebiete Europas. Durch die Abertausenden Zugvögel könnte sich die Vogelgrippe zwischen Oste und Este ausbreiten.

Bei Verdacht auf Vogelgrippe (z.B. wenn gleich mehrere Tiere plötzlich verenden) sollte das Veterinäramt Stade unter Tel. 04141 - 123931 oder per E-Mail (veterinaeramt@landkreis-stade.de) benachrichtigt werden. Wer tote Vögel im Garten oder in der freien Landschaft findet, sollte die Tiere auf keinen Fall mit bloßen Händen anfassen. Verendete Singvögel oder Tauben sollten eingegraben, tote Wasservögel und Greifvögel dem Veterinäramt gemeldet werden.

Bestimmte Virentypen auch für Menschen gefährlich

Bestimmte Mutationen des Vogelgrippe-Virus können laut Friedrich-Löffler-Institut auch auf den Menschen überspringen. Ernsthafte Sorgen muss sich die Bevölkerung aktuell aber nicht machen: Es soll bisher kein Fall bekannt sein, dass der hierzulande meist auftretende Virustyp H5N8 von Vögeln auf Menschen übertragen wurde.

Dennoch ist Vorsicht geboten: Ein aggressiverer Typ der Vogelgrippe-Viren (H5N1), die zunächst nur von Geflügel auf Menschen übertragen wurden, führte in Südostasien vor Jahren zu Todesfällen. Bei dieser Form der Vogelgrippe treten wie bei Corona grippeähnliche Symptome auf, wenn ein Mensch daran erkrankt. Bei den Erkrankten rief das Virus oft eine schwere Lungenentzündung hervor, was in vielen Fällen zum Tode führte.

Autor:

Jörg Dammann aus Stade

Service

114 aktuelle Corona-Fälle am 2.12.
Inzidenzwert im Landkreis Stade fällt weiter

jd. Stade. Die Corona-Ampel für den Landkreis Stade leuchtet gerade noch rot. Die Sieben-Tages-Inzidenz liegt nur knapp über dem Grenzwert von 50. Nach Angaben des Landes beträgt der Inzidenzwert 50,9 (Stand von Mittwoch, 2. Dezember).  Für einige Straßen und öffentliche Plätze gilt laut Allgemeinverfügung des Landkreises damit weiterhin die Pflicht, eine Maske (Mund-Nasen-Schutz) zu tragen. Die Gesamtzahl der Corona-Infizierten im Landkreis Stade wird vom Land mit 1.058 Personen ( plus 17...

Panorama

Pandemie
Landkreis Harburg plant Corona-Impfzentren in Buchholz und Winsen

(ts). Der Landkreis Harburg wird zwei Corona-Impfzentren einrichten. Vorgesehen sind die Schützenhalle in Buchholz und die Stadthalle in Winsen. Diese Standorte hat die Kreisverwaltung der Landesregierung vorgeschlagen. Das Land prüft nun die Konzepte und entscheidet. Bis zum vergangenen Montagabend mussten die Landkreise in Niedersachsen die möglichen Standorte dem Innenministerium melden. Die Landesregierung hat das Ziel, dass die Infrastruktur für die Corona-Impfungen in den Landkreisen bis...

Politik
Die Zeit der Baustellen ist vorbei. Doch zufrieden sind in Dammhausen noch nicht alle mit den Ergebnissen der jahrelangen Baumaßnahmen

Nach Bauarbeiten ist noch nicht alles optimal
In Dammhausen sind wieder die Raser unterwegs

tk. Dammhausen. Der neue Rad- und Fußweg in Dammhausen samt ebenfalls neuer Bushaltestellen und runderneuerter Kanalisation ist fertig, der Kreisverkehr an der Einmündung nach Jork bzw. Neukloster ist wiederhergestellt. Sind die Dammhauser jetzt, nach Jahren des Baus und vielen Verzögerungen, wunschlos glücklich? Das ist nicht der Fall, wie Ortsvorsteher Thomas Sudmeyer (SPD) erklärt. Er und Mitglieder der Bürgerinitiative (BI) Dammhausen wünschen sich vor allem vom Landkreis noch...

Politik
Nach dem Verzicht von Thomas Grambow (kl. Foto) soll nun Björn Protze antreten

Politiker aus Neu Wulmstorf führt persönliche Gründe für Verzicht an
SPD-Schock: Thomas Grambow zieht Landrats-Kandidatur im Landkreis Stade zurück

jd. Stade. Schock für die SPD: Ihr Kandidat für die Landratswahl im Landkreis Stade wirft das Handtuch. Der Neu Wulmstorfer Kommunalpolitiker Thomas Grambow (57) will nun doch nicht für das Amt kandidieren. Für seinen Verzicht führt er persönliche Gründe an.    Der CDU-Politiker Kai Seefried muss sich nun auf einen neuen Gegenkandidaten einstellen. Nach WOCHENBLATT-Informationen will jetzt der Vorsitzende der SPD-Kreistagsfraktion, Björn Protze, gegen Seefried antreten. Die Kandidatur des...

Panorama

Corona-Zahlen vom 2. Dezember
Inzidenz im Landkreis Harburg bei 64,9

os. Winsen. 39 weitere Infizierte, vier Genesene: Das sind die Corona-Zahlen im Landkreis Harburg, die Landkreissprecher Andres Wulfes für den heutigen Mittwoch, 2. Dezember, meldete. Demnach wurden insgesamt 2.093 Corona-Fälle bestätigt, die Zahl der Genesenen lag bei 1.797. Die Anzahl der Toten, die seit Ausbruch der Pandemie mit oder an dem Coronavirus verstorben sind, verbleibt bei 40. Insgesamt sind damit aktuell 256 Personen aktiv erkrankt. 600 Personen befinden sich in Quarantäne. Der...

Diskussion schließen

Hinweis: Der Autor wird vom System benachrichtigt

add_content

Sie möchten selbst beitragen?

Melden Sie sich jetzt kostenlos an, um selbst mit eigenen Inhalten beizutragen.

Karte einbetten

Abbrechen

Video einbetten

Es können nur einzelne Videos der jeweiligen Plattformen eingebunden werden, nicht jedoch Playlists, Streams oder Übersichtsseiten.

Abbrechen

Social-Media Link einfügen

Es können nur einzelne Beiträge der jeweiligen Plattformen eingebunden werden, nicht jedoch Übersichtsseiten.

Abbrechen

Beitrag oder Bildergalerie einbetten

Abbrechen

Schnappschuss einbetten

Abbrechen

Veranstaltung oder Bildergalerie einbetten

Abbrechen