Kommentar der WOCHENBLATT-Redaktionsleiter
Vorsicht in Zeiten der Krise ist gut, Panik aber nicht

  • Foto: adobe stock / Thaut Images
  • hochgeladen von Tom Kreib

Deutschland steht fast still und wir sollten denen danken, die für uns weiterarbeiten. Hätten wir Experten geglaubt, die nach den ersten Corona-Fällen im weit entfernten China angekündigt hätten, dass Deutschland Mitte März fast stillsteht? Wahrscheinlich nicht. Und jetzt ist es so: Grenzen dicht, Geschäfte geschlossen, Kitas und Schulen abgesperrt. Die Bundesliga pausiert und selbst im noch so kleinsten Verein herrscht Ruhe auf dem Fußballplatz. Vielleicht sollten wir künftig, ohne expertengläubig zu werden, zumindest überlegen, ob Wissenschaftler mit ihren Prognosen nicht doch, zumindest teilweise, richtig liegen.

Dass Menschen jetzt Angst haben, um ihre Gesundheit oder um die, die ihnen nahestehen, ist verständlich. Die Virus-Einschläge kommen täglich näher. Jeder kennt jemanden, der direkt oder indirekt betroffen ist, der zumindest vorsichtshalber in häuslicher Quarantäne steckt. Das Leben ist plötzlich anders und das verunsichert uns. Völlig nachzuvollziehen - aber: Sorgen sind wichtig, wenn sie uns zu umsichtigem Handeln veranlassen. Einen Grund zur Panik gibt es nicht. Und daher auch keinen Anlass, kiloweise Mehl, Nudeln oder Toilettenpapier aus dem Supermarkt zu schleppen. Das ist mit Verlaub unsozial. Denn die, die danach kommen, stehen vor leeren Regalen.

Die Hamsterkäufe sind ärgerlich, was einen aber wütend machen kann: Diejenigen, die das Risiko leugnen, die zu Corona-Partys gehen, die gerade eben noch in Tirol Ski laufen waren und sich jetzt nicht selbst isolieren, diejenigen, die schlicht und ergreifend weitermachen wollen, als ob es kein Corona gibt. Was ebenfalls wütend macht: Die Verschwörungstheretiker, deren Mails auch in der WOCHENBLATT-Redaktion landen. Oder die, die Corona zum Anlass für rechte Hetze nutzen. Als wäre Covid-19 erledigt, wenn Deutschland keine minderjährigen Flüchtlinge aufnehmen würde. Auch solche Mails bekommen wir.
Beim Nachdenken über die Pandemie sollten wir nicht die vergessen, die vielleicht auch gerne im Homeoffice säßen, aber sprichwörtlich an vorderster Front gegen das Virus kämpfen: alle, die im Gesundheitswesen denen helfen, die tatsächlich von Covid-19 betroffen sind. Und diejenigen, die in den Verwaltungen dafür sorgen, dass das öffentliche Leben nicht zusammenbricht. Auch die Polizei sorgt weiterhin für Sicherheit, die Ehrenamtlichen der Feuerwehr rücken aus, wenn ihre Hilfe notwendig ist. Nicht zu vergessen die, die dafür sorgen, dass wir noch einkaufen können oder in der Apotheke Medikamente erhalten. Diesen Menschen schulden wir als Gesellschaft großen Dank.

Weil vieles stillsteht und wir plötzlich mehr Zeit haben, sollten wir diese Zeit nutzen, um Dinge zu tun, die sonst zu kurz kommen. Und darüber nachdenken, was uns wirklich wichtig ist.
Bleiben Sie, liebe Leserinnen und Leser, gesund. Es grüßen Sie aus dem Homeoffice auch im Namen aller Kolleginnen und Kollegen: die WOCHENBLATT-Redaktionsleiter in den Landkreisen Stade und Harburg Oliver Sander, Tom Kreib und Jörg Dammann

Autor:

Tom Kreib aus Buxtehude

Wirtschaft
Dehoga-Präsident Detlef Schröder

Dehoga-Umfrage zu Corona-Folgen
Gastronomie und Hotellerie mit riesigen Löchern in den Bilanzen

(bim/nw). Auch wenn Restaurants und Cafés unter Auflagen wieder Gäste bewirten und Hotels Touristen beherbergen dürfen, ist die Not in der Branche weiterhin groß. Nach wochenlanger Zwangspause klaffen riesige Löcher in den Bilanzen. Die Umsätze liegen weit unter den Vorjahreswerten. Das ist das Ergebnis einer Umfrage, die der Deutsche Hotel- und Gaststättenverband (Dehoga) Niedersachsen vom 3. bis 10. August durchführte und an dem sich 747 Gastronomen und Hoteliers beteiligten. Verlängerung...

Politik
Neuer Job: Jannik Stuhr

Neider wittern Verschwörung im Winsener Rathaus
Job über das CDU-Parteibuch?

thl. Winsen. Jannik Stuhr ist der "Neue" im Winsener Rathaus. Ab 1. September ist er für die "weitere Digitalisierung städtischer Verwaltungsabläufe und Dienstleistungen" zuständig. Doch bevor Stuhr seinen Dienst antritt, wittern einige Personen bereits Verschwörungen. "Stuhr ist Vorsitzender des CDU-Ortsverbandes Stelle und der Jungen Union im Landkreis. Zudem war er Wahlkampfunterstützer für Bürgermeister André Wiese. Gab die Parteizugehörigkeit den entscheidenden Ausschlag?", heißt es in...

Wirtschaft
Der Industriehafen in Stade-Bützfleth soll erweitert werden
  3 Bilder

Das Tor zur Welt
Pläne für die Erweiterung des Stader Binnen- und Seeschiffhafens

jab. Stade. Der Binnen- und Seeschiffhafen in Stade ist der drittgrößte Umschlagplatz in Niedersachsen. Seit Jahren schon gibt es die Überlegungen, den Industriehafen in Stade-Bützfleth zu erweitern. Passiert ist bisher nichts. Doch nun liegt ein Perspektivpapier vor, das durch den Betreiber Niedersachsen Ports (N-Ports) in den vergangenen Jahren erstellt wurde und konkrete Planungen für eine Erweiterung beinhaltet. Auf der Sommertour des Landtagsabgeordneten Kai Seefried und der...

Politik
Uwe Harden

Corona-Maßnahmen im Landkreis Harburg
Uwe Harden fordert: "Mündige Bürger statt Sanktionsregime"

(bim). Drages Bürgermeister Uwe Harden, der auch stellvertretender Landrat des Landkreises Harburg ist, hat einen Leserbrief zur Schließung der Abstrichzentren der Kassenärztlichen Vereinigung in Winsen und Buchholz verfasst. Im Grunde ist es aber eine Einschätzung bisheriger Corona-Maßnahmen auf Landkreis- und Bundesebene, die wir hier in Auszügen veröffentlichen: "Ich finde, die Kreisverwaltung hat bislang in der Corona-Pandemie lobenswerte Arbeit geleistet. Zwar sind bis Mitte Mai 13...

Wirtschaft
Die Getreideernte lief in den vergangenen Tagen auf Hochtouren

Die Weizenfelder sind weitgehend abgeerntet
Erste Erntebilanz im Landkreis Stade: Enttäuschend bis überraschend

jd. Stade. Die Mähdrescher waren in den vergangenen Tagen im Dauereinsatz: Im Landkreis Stade ist die Ernte von Weizen und Gerste weitgehend abgeschlossen. Auf der Stader Geest liegt das Getreide bereits in den Silos, nur in Kehdingen sind noch die Erntefahrzeuge auf den Feldern. "Die Landwirte haben durchschnittliche Erträge eingefahren", zieht Stades Kreislandwirt Johann Knabbe ein erstes Resümee. Dabei gebe es selbst innerhalb des Landkreises starke Schwankungen, "von enttäuschend bis...

Diskussion schließen

Hinweis: Der Autor wird vom System benachrichtigt

add_content

Sie möchten selbst beitragen?

Melden Sie sich jetzt kostenlos an, um selbst mit eigenen Inhalten beizutragen.

Karte einbetten

Abbrechen

Video einbetten

Es können nur einzelne Videos der jeweiligen Plattformen eingebunden werden, nicht jedoch Playlists, Streams oder Übersichtsseiten.

Abbrechen

Social-Media Link einfügen

Es können nur einzelne Beiträge der jeweiligen Plattformen eingebunden werden, nicht jedoch Übersichtsseiten.

Abbrechen

Beitrag oder Bildergalerie einbetten

Abbrechen

Schnappschuss einbetten

Abbrechen

Veranstaltung oder Bildergalerie einbetten

Abbrechen