Mit den steigenden Temperaturen wächst auch der Riesen-Bärenklau
Vorsicht vor Bärenklau

Wie hier in Dibbersen kommt der Riesen-Bärenklau auch im Neukloster Forst vor   Foto: Archiv/ os
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mke. Landkreis Stade. Der Sommer ist da. Und nicht nur viele Menschen freuen sich über die hohen Temperaturen, auch der giftige Bärenklau fühlt sich im Hochsommer richtig wohl.

Nachdem die Redaktion mehrere Anrufe besorgter Leser erreichten, dass sie in ihrem Garten oder im Wald auf meterhohen Bärenklau gestoßen seien, hat das WOCHENBLATT bei den zuständigen Ämtern nachgefragt. Paul Steingröver ist Pflanzenschutzbeauftragter der Landwirtschaftskammer Niedersachsen, Bezirksstelle Bremervörde, und gibt zu bedenken, dass man beim Bärenklau unterscheiden müsse zwischen dem Wiesen-Bärenklau und dem Riesen-Bärenklau. Denn gerade die große Variante ist extrem giftig. Eine Berührung mit den Pflanzensäften kann zu schwersten Hautverbrennungen führen. "Zum Glück ist uns momentan aber kein Fall bekannt", erklärt er.

Invasive Neophyten vertreiben heimische Pflanzen

Anders sieht es beim Forstamt Harsefeld aus. Sowohl im Neukloster Forst als auch in den Waldgebieten bei Bad Bederkesa gibt es Stellen, an denen der Riesen-Bärenklau gesichtet wurde. Knut Sierk, Pressesprecher der Niedersächsischen Landesforsten, ärgert sich, dass diese Fremdarten in den heimischen Wäldern wuchern, denn oftmals werden sie durch illegal entsorgte Grünabfälle eingeschleppt. "Diese invasiven Neophyten sind extrem dominant und vertreiben unsere heimischen Pflanzenarten. Da ist der illegal entsorgte Hausmüll manchmal ungefährlicher als die Grünabfälle", gibt Sierk zu bedenken, da sich anscheinend wenig Umweltsünder darüber im Klaren sind.

Entfernung unter strengsten Vorsichtsmaßnahmen

Das Forstamt Harsefeld mit seinen Forstwirten wendet insbesondere die Methode des Monitorings an. Hier wird nicht nur nach Riesen-Bärenklau, sondern auch nach anderen Fremdpflanzen Ausschau gehalten. Diese werden dann in einer Tabelle festgehalten. Dort, wo der Riesen-Bärenklau schon eine gewisse Höhe erreicht hat und ein Handeln zwingend erforderlich ist, rücken die Forstwirte mit entsprechender Schutzausrüstung an. "Die Experten entfernen den Bärenklau extrem vorsichtig und verbrennen ihn im Anschluss. Wichtig ist es, danach auch noch die Wurzel zu entfernen, da er sonst immer wieder kommt", erklärt Sierk.

Wer bei sich im Garten einen Riesen-Bärenklau entdeckt, dem rät Pressesprecher Knut Sierk zu äußerster Vorsicht: "Beim Entfernen sollte man nicht mit stumpfem Werkzeug an den Riesen-Bärenklau gehen, weil sonst die Pflanzensäfte spritzen können. Genauso wichtig ist es, nicht nur Schutzhandschuhe, sondern auch lange Kleidung zu tragen, um möglichst die Haut zu bedecken. Wenn doch ein Hautkontakt eintritt, sofort die Stelle mit Wasser abspülen."

Sollten Spaziergänger auf Riesen-Bärenklau stoßen, bitten die Landwirtschaftskammer sowie das Landesforstamt darum, dieses bei ihnen zu melden.

Gefahr für die Gesundheit

Gerade jetzt in den Sommermonaten Juni und Juli erlebt der Riesen-Bärenklau seine Blütezeit. Was ihn so gefährlich macht, ist sein Pflanzensaft, der Furocumarine enthält. Diese phototoxischen Substanzen entwickeln gerade unter Sonnenlicht eine extrem toxische Wirkung für den Menschen. Kommt man mit dem Saft in Berührung, kann er auf der bloßen Haut zu schweren Verbrennungen führen. Insbesondere Kinder und Menschen mit empfindlicher Haut sind gefährdet. Sollte nach einem Kontakt mit Bärenklau zusätzlich zu den Verbrennungen Fieber auftreten, sollte man einen Arzt aufsuchen.

Hinzu kommt, dass die über einen längeren Zeitraum eingeatmeten giftigen Dämpfe zu Übelkeit und Atemnot führen können. Auch hier wird dringend empfohlen, einen Arzt aufzusuchen.

Autor:

Mareike Kerouche aus Stade

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