Erinnern an 407 Opfer der Nazi-Zeit
Zwei weitere Gedenkstelen aufgestellt

Oliver Kogge (li.) und Michael Quelle beim Vortrag 
"Menschen gedenken Menschen"
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  • Oliver Kogge (li.) und Michael Quelle beim Vortrag
    "Menschen gedenken Menschen"
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wei/jd. Stade. Um Opfer des Nationalsozialismus ging es in einem Vortrag mit dem Titel "Menschen gedenken Menschen", den der Lokalhistoriker Michael Quelle kürzlich im Stader Rathaus hielt. Oliver Kogge, der sich wie Quelle wiederholt mit der NS-Zeit in der Region befasst hat, zitierte passend dazu aus alten Akten. Anlass für den Vortrag war die Aufstellung zwei weiterer Gedenkstelen in Stade. Diese tragen die Namen von 407 Personen, die während der Gewaltherrschaft der Nazis im heutigen Landkreis Stade und in der näheren Umgebung umgebracht wurden.

Referent Quelle wies in seinem Vortrag auf die verschiedenen Opfergruppen hin. Viele, die ums Leben kamen, waren Zwangsarbeiter, andere fielen den Euthanasiemorden zum Opfer, andere wurden in Konzentrationslager verschleppt. Aber auch Kriegsgefangene wurden getötet. Ihre Namen stehen auf den Stelen, die am Montag auf der Grünfläche vor der St.-Wilhadi-Kirche in Stade eingeweiht wurden. Corona-bedingt erfolgte die Einweihung in ganz kleinem Rahmen. Es wurden lediglich drei Kränze niedergelegt.
In dem Vortrag wurde auf verschiedene Opferbiographien eingegangen. Zwei Schicksale sollen hier beispielhaft verdeutlichen, wie die Nazis vorgingen:

• Oftmals wurden die Morde getarnt. Als Todesursache wurde in der Sterbeurkunde dann meistens Grippe oder Kreislaufschwäche angegeben. Eine solche Verschleierung der wahren Todesumstände vermutet Quelle auch im Fall von Heinrich Spreckelsen. Der kaufmännische Angestellte und Wehrpflichtverweigerer lebte in Stade und soll laut Sterbeurkunde im Frühjahr 1940 im KZ Sachsenhausen in der Sonderabteilung Wehrmacht an einem grippalen Infekt verstorben sein.
Tatsächlich starb Spreckelsen aber an den schweren Verletzungen, die er erlitt, als man ihn zusammenschlug, wie Quelle anhand seiner Recherchen belegen konnte. Spreckelsen war ein bekennender Gegner der Wehrpflicht. Als er 1937 zum Militärdienst herangezogen wurde, schrieb er einen Brief an seine Kompanie, in dem er mitteilte, nicht zum Wehrdienst anzutreten. Spreckelsen wurde ins Gefängnis geworfen und kam später ins KZ.

Der polnische Zwangsarbeiter Jan Rurarz steht nicht auf den Stelen, denn er überlebte - anders als viele seiner Leidensgenossen - den NS-Terror. Rurarz arbeitete fünf Jahre auf Höfen in Kehdingen. Er führte ein Tagebuch über diese Zeit, aus dem bei dem Vortrag zitiert wurde. Wie alle Polen musste er auf der Brust ein "P" tragen. Wer ohne das Zeichen erwischt wurde, wurde im Wiederholungsfall in ein Arbeitslager verschleppt. 1942 wurde Rurarz ins Arbeitserziehungslager Bremen-Farge gebracht und mit einem Mithäftling der Gestapo vorgeführt. Kogge zitierte dazu aus dem Tagebuch des Polen: "Dieser Gestapobeamte schlug uns mit voller Kraft und erniedrigte uns sehr. Wir waren schockiert, weil wir doch nichts getan hatten."

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