Schlechtes Internet: Sitzung abgebrochen
Bandbreiten-Debakel beim Stader Kreistag: Leitung zu lahm für Videoschalte

Die Tücken des Internet bremsten die Politiker aus: Offenbar war die Bandbreite zu gering für eine Videokonferenz
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jd. Stade/Himmelpforten. Was für ein Debakel: Die erste "Hybridsitzung" des Stader Kreistages ging am Montag gründlich daneben. 20 der 65 Kreistagsabgeordneten hatten sich in der Eulsete-Halle in Himmelpforten versammelt. Die übrigen sollten online zugeschaltet werden. Doch die Internetleitung war zu lahm. Das Bild ruckelte, der Ton war nicht zu verstehen. Eine Stunde lang versuchten Techniker fieberhaft, den Draht nach draußen zu den vor ihren Monitoren sitzenden Kreistags-Politiker wieder auf Touren zu bringen. Vergeblich: Die Übertragungsrate blieb zu langsam, um eine vernünftige Videoschalte hinzubekommen.

Da der Kreistag nur beschlussfähig ist, wenn mindestens die Hälfte der Abgeordneten anwesend ist, wurde die Sitzung umgehend wieder beendet. Warum die Leitung quasi nur als Einbahnstraße funktionierte - die Politiker im Homeoffice oder in ihren Büros waren in der Halle gut zu sehen und zu hören -, blieb zunächst ein Rätsel. Denn bei einem Probebetrieb am Freitag zuvor habe noch alles "hervorragend" geklappt, versichert der Erste Kreisrat Thorsten Heinze. Auch Landrat Kai Seefried zeigte sich angesichts dieser Blamage zerknirscht. Er verwies darauf, dass die Übertragungsrate am vergangenen Freitag zweimal durchgemessen worden und für in Ordnung befunden worden sei.

Nach der wohl kürzesten Kreistagssitzung aller Zeiten präsentierte Kreisrat Heinze schließlich eine mögliche Erklärung für das Bandbreiten-Debakel: An einem Freitagnachmittag - da wurde getestet - befinden sich viele bereits im Wochenende. Dann steht offenbar mehr Bandbreite zur Verfügung als an einem Montagvormittag. Zum Zeitpunkt, als die Sitzung begann, hingen bereits wieder alle Firmen, Verwaltungen und Schulen im Netz.

Superschnelles Internet für 50 Schulen im Landkreis Stade

Sollte diese Erklärung zutreffen, ist dies letztlich ein Armutszeugnis für den Wirtschaftsstandort Niederelbe. Himmelpforten gehört zu den größten ländlichen Gemeinden im Landkreis Stade. Erst jetzt ist man dabei, den Ort mit schnellem Internet zu versorgen. Vielleicht hängt die Eulsete-Halle ja in einem halben Jahr endlich an der schnellen Glasfaser. Dann könnten die Kreistagspolitiker noch mal vorbeischeuen.

Der Stader Kreistag wird sich am Montag, 7. Februar, erneut treffen, um über den Haushalt für 2022 abzustimmen. Der Etat sollte eigentlich auf der Hybridsitzung in der Himmelpfortener Eulsete-Halle beschlossen werden. Die für den 7. Februar anberaumte Sitzung findet um 9.30 Uhr im Stader Stadeum (Schiffertorstraße 6) statt.

Lahme Leitung im Neubaugebiet in Himmelpforten
Autor:

Jörg Dammann aus Stade

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