Bildungscampus in Stade-Riensförde: Eine Frage der Finanzierung

Der Bildungscampus Riensförde soll im Dreieck zwischen Stadtweg und Harsefelder Straße entstehen  Foto: Stadt/Montage MSR
  • Der Bildungscampus Riensförde soll im Dreieck zwischen Stadtweg und Harsefelder Straße entstehen Foto: Stadt/Montage MSR
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jd. Stade. Mit einem Volumen von fast 50 Mio. Euro wird der Bildungscampus Riensförde, kurz BCR genannt, eines der größten Infrastrukturprojekte sein, die jemals in Stade umgesetzt wurden. Auf einer Fläche von rund sieben Hektar sollen in einem Dreieck zwischen dem Stadtweg und der Harsefelder Straße eine fünfzügige Oberschule für 840 Schüler, eine zwei- bis dreizügige Grundschule, eine Kindertagesstätte für bis 130 Kinder in sechs Gruppen, eine Dreifeld-Sporthalle (plus zusätzliche Einfeld-Halle) sowie ein Sportplatz entstehen (das WOCHENBLATT berichtete). Genau vor einem Jahr haben vier Beratungsgruppen ihre Arbeit aufgenommen, um für jeweils ein BCR-Teilprojekt (Oberschule, Grundschule, Kita und Sportstätten) Raumprogramme zu entwickeln. Nach intensiven Beratungen liegen jetzt Zwischenergebnisse vor. Damit ist ein weiterer vorbereitender Schritt für das Großbauvorhaben erfolgt, das 2022 fertiggestellt werden soll.

In dieser Phase muss die Politik jetzt entscheiden, ob die eingeschlagene Richtung bei den Raumprogrammen beibehalten wird, ob gegebenenfalls Änderungen vorgenommen werden und welcher Weg bei der Realisierung der Baumaßnahme beschritten werden soll. Bereits im März gab es den Grundbesatzbeschluss des Rates, den BCR in Form einer öffentlich-privaten Partnerschaft (ÖPP) umzusetzen. Bei einem ÖPP-Verfahren kümmert sich ein Konsortium aus der freien Wirtschaft um das gesamte Projekt - das Gebäude wird quasi schlüsselfertig übergeben.

Unterm Strich ist das in jeder Hinsicht günstiger für die Stadt: Die Kosten liegen niedriger und die Verwaltung muss nicht jedes Gewerk selbst ausschreiben. Der Aufwand dafür würde wohl auch die personellen Kapazitäten im Rathaus übersteigen.

Daher wird seitens der Verwaltungsspitze um Bürgermeisterin Silvia Nieber das ÖPP-Verfahren nach einem speziellen Konzept, dem sogenannten Lebenszyklus-Modell, favorisiert. Bei dieser ÖPP-Variante bleibt alles in der Hand des privaten Konsortiums: Es übernimmt nach den definierten Vorgaben der Stadt die Planung, kümmert sich um die Vorfinanzierung, setzt die eigentliche Baumaßnahme um und ist für einen Zeitraum von 25 Jahren für den laufenden Betrieb (Gebäudeverwaltung inklusive Personal wie Hausmeister) und die Instandhaltung zuständig.

Gerade dieser letzte Punkt könnte aus Sicht der Stadt höchst attraktiv sein: Wenn das Konsortium auf einen langen Zeitraum die Verantwortung bzw. das Risiko für die Instandhaltung tragen muss, wird es ein wirtschaftliches Interesse daran haben, dass eine nachhaltigere Bauqualität erreicht wird. Mit anderen Worten: Um spätere Sanierungskosten in Grenzen zu halten, werden beim Bau wahrscheinlich höherwertige Materialien verwendet. Die Stadt erhält so wertbeständigere Immobilien.

Sofern die Politik ihr grundsätzliches "Go" für das Raumprogramm gibt, soll dieses in den kommenden Wochen so weit verfeinert werden, dass darüber im Januar beraten werden kann. Es muss dann in die konkrete Leistungsbeschreibung aufgenommen werden, die die Grundlage für das ÖPP-Verfahren bildet. Eine Ausschreibung kann erst erfolgen, wenn im Rahmen der Leistungsbeschreibung bis hin zu jeder einzelnen Steckdose genau festgelegt wird, wie die einzelnen Räume ausgestattet werden und welche Funktion sie haben.

• Für den Bildungscampus wurde eigens ein Ausschuss eingesetzt. Dieser tagt am Donnerstag, 8. November, um 18 Uhr im Ratssaal des historischen Rathauses.

Autor:

Jörg Dammann aus Stade

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