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++ A K T U E L L ++

Ab 1.12. gilt in Niedersachsen Warnstufe 2: 2G Plus und FFP2-Masken

Niedersachsen will Schüler- und Azubiticket einführen / Regelung im HVV-Tarif noch unklar
Für 1 Euro pro Tag künftig bis nach Hamburg fahren?

Viele junge Menschen nutzen die S-Bahn, um ihre Ausbildungsstätte in Hamburg zu erreichen. Sie würden sich bestimmt über günstigere Monatskarten freuen
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  • hochgeladen von Jörg Dammann

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"Die Schüler- und Azubitickets sollen ab Januar 2022 zu einem maximalen Einführungspreis von 30 Euro pro Monat im Jahresabo erhältlich sein", frohlockten kürzlich die beiden CDU-Landtagsabgeordneten Kai Seefried und Helmut Dammann-Tamke. Dafür stelle das Land künftig 30 Millionen Euro pro Jahr bereit.
Das ist im Prinzip eine gute Nachricht für alle Oberstufenschüler und Auszubildende, die bisher tief in die Tasche greifen mussten, um die Fahrten von zu Hause zur Schule bzw. zum Ausbildungsbetrieb zu bezahlen.

Niedersachsen plant günstiges Ticket für Auszubildende und Schüler

Diese regionalen Unterschiede sollen mit dem neuen Jugendticket, das auch für Freiwilligendienstleistende (FSJ/FÖJ) gelten wird, weitgehend beseitigt werden. Allerdings wird es keine landesweit geltende Fahrkarte - wie etwa in Hessen - geben. "Konzepte anderer Bundesländer mit einer landesweit einheitlich vorgegebenen Tarifstruktur" seien nicht übertragbar auf eine niedersächsische Lösung, steht in einem aktuellen Schreiben der Landesregierung. Allein schon wegen "der nicht darstellbaren Kostenbelastung für den Landeshaushalt" sei ein in ganz Niedersachsen gültiges Schüler- und Azubiticket nicht möglich. Nach dem Konzept des Landes soll ein vergünstigtes Ticket zumindest für das jeweilige Kreisgebiet gelten, idealerweise aber innerhalb eines regionalen Tarifverbundes.

Eine landesweite Gültigkeit - analog zur "Semester-Card" für Studierende - hatten zuletzt die Handwerkskammern gefordert. Diese setzen sich für ein landkreisübergreifendes Ticket für Auszubildende ein. "Damit wird die Mobilität der Auszubildenden gestärkt", sagt Karl-Wilhelm Steinmann, Vorsitzender der Landesvertretung der Handwerkskammern Niedersachsen (LHN). Junge Menschen müssten die Wege zu ihren Betrieben kostengünstig zurücklegen können, gerade im ländlichen Raum.

Von kostengünstig kann beim Blick auf die aktuellen regulären HVV-Tarife für Azubis aber nicht die Rede sein. Wer aus den Landkreisen Stade oder Harburg zur Ausbildungsstätte nach Hamburg pendeln muss, zahlt jetzt in der Regel deutlich mehr als 100 Euro pro Monat. Doch eine Absenkung der Ticketpreise für Azubis auf rund ein Drittel würde der HVV gewiss nur bei einer entsprechenden finanziellen Kompensation seitens der Landkreise mit sich machen lassen.

Ungerechte Tarife: "HVV-Tourismus" wird anhalten

"Wir sind hier noch gemeinsam mit dem HVV im Findungsprozess, was die Rahmenbedingungen und die preisliche Ausgestaltung des Tickets angeht", erklärt Karsten Leist, Geschäftsführer der Verkehrsgesellschaft Nordost-Niedersachsen (VNO). Die VNO mit Sitz in Stade ist die Planungs- und Managementgesellschaft in Sachen ÖPNV für die Landkreise im südlichen Hamburger Umland und hat die Federführung bei den Verhandlungen mit dem HVV.

Dass sich die Landkreise und kreisfreien Städte selbst um die konkrete Ausgestaltung der Tarifbestimmungen für das Schüler- und Azubiticket kümmern müssen, ist in Niedersachsen rechtlich so vorgegeben. Das Land betrachtet mit der Bereitstellung der 30 Millionen Euro seine Aufgabe beim Thema Schüler- und Azubiticket als erfüllt. Bei den speziellen Konditionen für Azubis seien die Landkreise gefordert, gegebenenfalls in Kooperation mit den Handwerkskammern und IHKs Konzepte zu entwickeln und Härtefall-Regelungen einzuführen, heißt es aus Hannover: "Für eine landesweite Lösung in Bezug auf Auszubildende wird kein zwingender Bedarf gesehen."

Nicht gerade Schnäppchenpreise

Aktuell sind die Preise für Schüler- oder Azubis-Monatskarten im HVV-Tarif nicht gerade ein Schnäppchen: So muss beispielsweise ein Azubi, der in Ahlerstedt wohnt und in Buxtehude arbeitet, derzeit monatlich 68 Euro berappen. Und ein Schüler aus Harsefeld, der in Stade zur Schule geht, zahlt immerhin noch 42,50 Euro. Im Landkreis Harburg gibt es zwar schon jetzt ein vergünstigtes Bonusticket für Azubis, das nur 30 Euro kostet. Doch die Auszubildenden sind dabei auf das Wohlwollen der Arbeitgeber angewiesen: Das Ticket gibt es nur, wenn dieser es mit monatlich 20 Euro bezuschusst. Die gleiche Summe packt der Landkreis Harburg dazu.

Zahlen einige weniger, zahlen andere mehr
Autor:

Jörg Dammann aus Stade

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