Wahlaufruf der WOCHENBLATT-Redaktion
Gehen Sie bitte am Sonntag zur Wahl!

Die Europawahl am Sonntag: Jede Stimme zählt Foto: adobe stock/encierro
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  • hochgeladen von Tom Kreib

Wieso wir Europa brauchen und warum wir wählen müssen, damit Populisten nicht Europa abschaffen Europa ist doch nur ein Bürokratiemonster. Was in Straßburg und Brüssel beschlossen wird, bringt mir doch keine Vorteile. Wir Deutschen sind die Nettozahler in der EU und haben nichts davon. Zur Europawahl am Sonntag muss ich daher nicht gehen. Wer so denkt, liegt falsch.

Auch ins reiche Deutschland fließen Millionen-Fördersummen aus der EU. Zum Beispiel wurde das Stadtteilzentrum Stieglitzhaus in Buxtehude mit zwei Millionen Euro unterstützt, in den ländlichen Wegebau in der Samtgemeinde Harsefeld sind über einen Vierjahreszeitraum 1,1 Millionen Euro geflossen, in Tostedt wurden von 2008 bis 2013 Projekte im alten Ortskern mit EU-Mitteln in Höhe von 1,14 Millionen Euro gefördert und Buchholz bekam für die Ortskernsanierung in Dibbersen 131.000 Euro für die Wiederherstellung des Kopfsteinpflasters zur Windmühle. Die Menschen in den Landkreisen Stade und Harburg, sowohl in den Städten als auch den Gemeinden, profitieren ganz direkt von der EU.

Sicher - nicht alles, was in der Europäischen Union passiert, ist perfekt. Da ist zum Beispiel das oft angesprochene Demokratiedefizit. So kann das EU-Parlament keine eigenen Gesetzesentwürfe auf den Weg bringen. Dieses sogenannte Initiativrecht könnte sich das neue Parlament aber durchaus erkämpfen. Für den gebürtigen Buxtehuder SPD-Europaabgeordneten Tiemo Wölken ist das ein wichtiges Ziel. Und auch Niedersachsens CDU-Spitzenkandidat für Europa, David McAllister, will die Rechte des Parlaments stärken. Wer am Sonntag wählt, hilft daher mit, dass Europa demokratischer wird.

Wer die Stimmabgabe für überflüssig hält, sollte über folgendes nachdenken: Haben Sie Lust, bei der Urlaubsreise nach Italien, Frankreich oder Spanien lange bei Grenzkontrollen zu warten? Wollen Sie teure Roaminggebühren fürs Handytelefonat in die Heimat bezahlen und sich am Urlaubsort auf die Suche nach einer Wechselstube fürs Bargeld machen? Oder wollen Sie als Arbeitnehmer, Student oder Azubi erst ein Visum beantragen müssen, wenn Sie Ihren beruflichen Horizont im europäischen Ausland erweitern wollen? All das müssen wir nicht, weil es die EU gibt.
Und andersherum: Deutschland braucht ganz dringend die Arbeitnehmerfreizügigkeit. Ohne Zuwanderung aus EU-Ländern würden die Krankenhäuser und Pflegeheime ganze Abteilungen schließen müssen. Allein mit deutschen Fachkräften ist der Bedarf schon heute nicht mehr zu decken.

Gibt es also einen guten Grund, nicht am Sonntag an der Wahl zum Europaparlament teilzunehmen? Wir sehen keinen einzigen. Das, was in Europa verbessert werden muss, geht nur gemeinsam. Bestes Beispiel: Klimaprobleme machen nicht vor Landesgrenzen halt.

Wer nicht zur Wahl geht, macht vor allem die stark, die sich mit populistischen und nationalistischen Parolen dafür einsetzen, dass sich Europa als starke und solidarische Gemeinschaft abschafft.

Unser Appell an Sie, liebe Leserinnen und Leser: Gehen Sie zur Wahl!
Ihre Redaktionsleiter Jörg Dammann (Stade), Tom Kreib (Buxtehude) und Oliver Sander (Buchholz)

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