Geplante Änderung der Schulbezirke: Eltern in Lühe gehen auf die Barrikaden

Grundschüler aus Hollern-Twielenfleth und Steinkirchen sollen künftig nicht mehr auf das Athenaeum (Foto) wechseln, sondern auf das Vincent-Lübeck-Gymnasium
  • Grundschüler aus Hollern-Twielenfleth und Steinkirchen sollen künftig nicht mehr auf das Athenaeum (Foto) wechseln, sondern auf das Vincent-Lübeck-Gymnasium
  • hochgeladen von Lena Stehr

lt. Steinkirchen. Eltern potenzieller Gymnasiasten aus der Samtgemeinde Lühe sind in Aufruhr. Sie gehen gegen die Empfehlung des Kreis-Schulausschusses auf die Barrikaden, wonach ab dem neuen Schuljahr die Schulbezirke geändert werden sollen. Rückendeckung bekommen sie vom Samtgemeinderat Lühe.
Wie berichtet, müssten bei einer entsprechenden Entscheidung des Kreistages die Grundschüler aus Hollern-Twielenfleth und Steinkirchen ab Sommer 2017 auf das Stader Vincent-Lübeck-Gymnasium (VLG) wechseln und nicht mehr wie bisher auf das Athenaeum. Die Grundschüler aus Guderhandviertel würden weiter das Athenaeum besuchen.
Zahlreiche Eltern machten ihrem Ärger bei der letzten Samtgemeinderatssitzung Luft und appellierten dafür, dass nach Alternativen gesucht werden solle. Ein Vater wies unter anderem darauf hin, dass Schüler rund eine halbe Stunde später zuhause wären, wenn sie statt auf das Athenaeum das VLG besuchen müssten. Da der Unterricht am VLG zehn Minuten später als am Athenaeum starte und ende, müssten die Schüler lange auf die von vielen genutzte S-Bahn nach Dollern warten.
Außerdem wurde kritisiert, dass Freundschaften auseinander gerissen würden, wenn die Schüler aus Lühe unterschiedliche Gymnasien besuchen müssten. Da das VLG einen riesigen Einzugsbereich habe, der bis nach Drochtersen und Oldendorf reiche, kämen zudem weite Fahrtwege auf die Eltern zu, wenn sie ihre Kinder nachmittags für geforderte Projektarbeiten zu Mitschülern bringen müssten.
Nur weil die Steinkirchener Schüler keine vergleichbare Lobby wie die Stader Schüler hätten, dürften die Altländer nicht benachteiligt werden, äußerte sich eine Mutter. Sie fragte sich, warum es nicht möglich wäre, die ungleiche Verteilung der Schülerzahlen an den Gymnasien mit einem Wechsel an den innerstädtischen Grundschulen zu lösen, anstatt die Schüler einer Samtgemeinde auseinanderzureißen.
Der Samtgemeinderat wird den Landkreis in einer Stellungnahme mit diesen Argumenten konfrontieren. Auch die Elternvertreter werden eine Stellungnahme einreichen. Der Kreistag wird dann voraussichtlich am Montag, 6. Februar, eine Entscheidung treffen.

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