"Hertie"-Verlust in Stade schmerzt

Publikum in der PFH in Stade. Auch Wirtschaftsförderer Thomas Friedrichs (vorne re.) hört gespannt zu
2Bilder
  • Publikum in der PFH in Stade. Auch Wirtschaftsförderer Thomas Friedrichs (vorne re.) hört gespannt zu
  • Foto: oh
  • hochgeladen von Thorsten Penz

Studenten stellten Ergebnisse der Bürgerbefragung vor / Drohendes Image als "Rentnerstadt"

tp. Stade. Die Wirtschaftsförderung der Stadt Stade um Chef Thomas Friedrichs wollte wissen, wie die Bürger über ihre Heimatstadt denken. Wertvolle Daten gewann die Wirtschaftsförderung mithilfe der Studenten der Betriebswirtschaftslehre an der Privaten Hochschule (PFH) Göttingen am Standort Stade, Felix Hartmann, Viola Koschnick, Marcel Kristkowitz, Annkatrin Oldenburg und Marie Sadrowski. Sie führten eine Bürgerbefragung durch, deren Ergebnisse kürzlich in der PFH vorgestellt wurden.

Es wurden 4.000 Fragebogen an zufällig ausgewählte Stadtbewohner verschickt, von denen 1.010 die ausgefüllten Formulare zurückkamen. Es gab geschlossene Fragen, die mit Werten auf einer Skala beantwortet wurden. Zudem machten die Teilnehmer der vier Altersgruppen (16-24, 25-44, 45-64 und 65+) eigene Vorschläge für ein besseres Lebensumfeld. Hier die Ergebnisse:
• Einkaufen: Offenbar hat die Schließung von "Hertie" am Pferdemarkt eine schmerzliche Lücke gerissen. Viele kritisierten den Verlust des Kaufhauses. Andere forderten eine größere Vielfalt beim Warensortiment und einheitliche Laden-Öffnungszeiten.

• Gaststätten, Bars und Co.: Vor allem die 25- bis 44-Jährigen sowie Bewohner der Ortschaften Haddorf und Hagen empfanden das Angebot als unzureichend.

• Kultur, Freizeit, Veranstaltungen: Insgesamt wird das Freizeitangebot als positiv empfunden. Mehr Vielfalt wird von den jüngeren Befragten gefordert.

• Sicherheit und Erscheinungsbild: Ältere Befragte ab 45 Jahren und Alteingesessene Stader empfinden die gefühlte Sicherheit als eher schlecht. Mehrere Befragte erachteten die Freiwilligen-Streife „Bürger im Dienst“ als notwendig. Auch bei der Sauberkeit und beim Erscheinungsbild sahen viele Stader Verbesserungsbedarf.

• Infrastruktur und Parken: Mehrheitlich als positiv empfunden wird der Anschluss an die Autobahn A26 und an die S-Bahn. Unzufriedenheit herrscht bei den Parkmöglichkeiten.

Aus den Ergebnissen leiteten die Studenten Stärken der Stadt ab. Dazu zählen das breit gefächerte Tourismusangebot, die Altstadt, der Hafen mit einem maritimen Ambiente und eine starke heimische Wirtschaft. Ausgeprägte Schwächen sind unter anderem hohe Mietpreise bei kleineren Wohnungen, der schlechte Ruf des Multi-Kulti-Quartiers Altländer Viertel und ein drohendes Negativ-Image als "Rentnerstadt“.

Die Verbesserungsvorschläge der Studenten reichen von einer Kampagne zur Lehrstellenbesetzung bis zur Unterstützung junger Leute bei der Wohnungssuche und der Förderung barrierefreier Einkaufsmöglichkeiten. Zudem schlugen die Studenten eine Imagekampagne vor, bei der monatlich Themen wie "Stade liebt das Wasser" bis "Stade denkt nachhaltig" vertieft werden. Sie empfehlen überdies eine Stade-App und einen ansprechenden Facebook-Auftritt.

Publikum in der PFH in Stade. Auch Wirtschaftsförderer Thomas Friedrichs (vorne re.) hört gespannt zu
Studenten bei der Präsentation der Umfrage-Ergebnisse (v. li.): Marcel Kristkowitz, Annkathrin Oldenburg, Viola Koschnick, Marie Sadrowski, Felix Hartmann
Autor:

Thorsten Penz aus Stade

Service

Welche Auswirkungen werden die Corona-Lockerungen haben?
Inzidenz im Landkreis Stade schon jetzt fast 50: Wie hoch wird der Wert wieder steigen?

jd. Stade. Ganz knapp unterhalb der 50er-Marke: Die Sieben-Tage-Inzidenz für den Landkreis Stade liegt aktuell bei 49,9 (Stand 7. März). Mehrere Wochen betrug die Inzidenz im Landkreis Stade zum Teil deutlich weniger als 50. Seit Ende Februar ist dieser Wert wieder angestiegen. Es stellt sich jetzt die Frage, ob sich dieser Wert in Folge der Corona-Lockerungen weiter erhöhen wird. Allerdings hat der Inzidenzwert 50 als Grenzwert derzeit keine praktischen Auswirkungen - zumindest auf...

Panorama

Corona-Zahlen vom 7. März im Landkreis Harburg
Eine weitere Corona-Tote in Jesteburg

(os). Traurige Nachrichten aus der Samtgemeinde Jesteburg: Eine Frau ist mit oder am Coronavirus verstorben. Damit erhöht sich die Gesamtzahl der Corona-Toten im Landkreis Harburg auf 87.  Am heutigen Sonntag, 7. März, meldete der Landkreis Harburg insgesamt 198 aktive Corona-Fälle, zwölf weniger als am Samstag. Seit Beginn der Pandemie wurden im Landkreis Harburg insgesamt 4.506 Corona-Infektionen gemeldet - sechs mehr als am Vortag. 4.221 Menschen - und damit 17 mehr als gestern - sind...

Politik
Dr. Dunja Sabra
2 Bilder

Rassismus bekämpfen: WOCHENBLATT-Serie begleitet Online-Veranstaltungen
"Man hat mir den Tod durch Vergasung gewünscht"

tk. Stade. Ein breites Bündnis von verschiedenen Akteuren lädt im Landkreis Stade dazu ein, sich in digitalen Formaten mit dem gesellschaftlichen Problem des Rassismus auseinanderzusetzen (das WOCHENBLATT berichtete). "Solidarität-Grenzenlos" ist der Leitsatz. In den kommenden Wochen schreiben Menschen aus dem Landkreis Stade, wie sie selbst Rassismus erleben und wie sie mit den Herausforderungen einer Gesellschaft umgehen, die sich von Vorurteilen befreien will. Wir drucken die Texte...

Panorama
Dreh in der Scheune: Truck Stop
Video 9 Bilder

Ein heimlicher Besuch
Videodreh mit Truck Stop in der Drochterser Kulturscheune

ig. Drochtersen. Nebelschwaden, Country-Musik vom Band, viele Kameras, grelles Licht, immer wieder Anweisungen - und bittere Kälte. Den Cowboys und den Linedancern machen die frostigen Temperaturen in der Drochterser Kulturscheune aber nichts aus. "Wir sind hart im Nehmen", schmunzelt Andreas Cisek. Der Frontman ist mit seiner Band Truck Stop nach Drochtersen gereist, um in dem Musiktempel einen besonderen Film aufzunehmen. Die norddeutsche Kultband veröffentlicht in Kürze ihre neue CD "Liebe,...

Service
Gegenüber dem Vorjahr zeigt sich zwar ein deutlicher Zuwachs, jedoch ist die Anzahl an Luchsweibchen mit Nachwuchs in Deutschland immer noch zu gering, um von einem stabilen Bestand zu sprechen
Video

Luchse immer noch selten in Deutschland

(nw/tw). Insgesamt 32 Luchsweibchen mit Jungtieren konnten am Ende des Monitoringjahres 2019/2020 in Deutschland gezählt und bestätigt werden. Das geht aus neuen Erhebungen der Bundesländer hervor, wie das Bundesamt für Naturschutz (BfN) jetzt meldet. Die 32 Luchsweibchen mit 59 Jungtieren im ersten Lebensjahr konnten in Bayern (13), Hessen (1), Niedersachsen (10), Rheinland-Pfalz (2), Sachsen-Anhalt (5) und Thüringen (1) nachgewiesen werden. Zum Ende des Monitoringjahres gab es insgesamt 125...

Diskussion schließen

Hinweis: Der Autor wird vom System benachrichtigt

add_content

Sie möchten selbst beitragen?

Melden Sie sich jetzt kostenlos an, um selbst mit eigenen Inhalten beizutragen.

Karte einbetten

Abbrechen

Video einbetten

Es können nur einzelne Videos der jeweiligen Plattformen eingebunden werden, nicht jedoch Playlists, Streams oder Übersichtsseiten.

Abbrechen

Social-Media Link einfügen

Es können nur einzelne Beiträge der jeweiligen Plattformen eingebunden werden, nicht jedoch Übersichtsseiten.

Abbrechen

Beitrag oder Bildergalerie einbetten

Abbrechen

Schnappschuss einbetten

Abbrechen

Veranstaltung oder Bildergalerie einbetten

Abbrechen