"Juwel" im Dorf: Gemeinde und Schloss Agathenburg besiegeln Zusammenarbeit

Besiegelten ihre Zusammenarbeit in Bezug auf das Schloss Agathenburg: Michael Roesberg (v. li.), Knut Willenbockel, Bettina Roggmann und Gerd Allers
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lt. Agathenburg. Als ein "Juwel" bezeichnete Agathenburgs Bürgermeister Gerd Allers das überregional bekannte Schloss Agathenburg jetzt bei einem gemeinsamen Termin mit Landrat Michael Roesberg und Bettina Roggmann vom Vorstand der Kulturstiftung Schloss Agathenburg. Zusammen mit Gemeindedirektor Knut Willenbockel unterzeichnete er einen Vertrag, der die Zusammenarbeit der Gemeinde und der Stiftung dauerhaft auf feste Beine stellen soll.
Darin festgelegt ist, dass die Gemeinde die Stiftung jährlich mit 10.000 Euro unterstützt und im Gegenzug einen Sitz im Stiftungsrat erhält. Das Geld soll insbesondere für die Pflege und die Entwicklung der frei zugänglichen Parkanlage genutzt werden. Der Vertrag gilt zunächst für vier Jahre, verlängert sich aber automatisch, wenn er nicht gekündigt wird.
Die gute Zusammenarbeit zwischen Schloss und Gemeinde gebe es im Grunde bereits von Anfang an, betonte Allers. Schon beim Bau des Renaissanceschlosses aus Backstein als Landsitz des Grafen Hans Christoph von Königsmarck im Jahr 1655 seien Bürger beteiligt gewesen und hätten aktiv geholfen.
Besonders intensiv sei der Austausch aber seit der Aufnahme Agathenburgs ins Dorferneuerungsprogramm 2012. In den vergangenen Jahren wurden mehrere Projekte gemeinsam umgesetzt, u.a. hat das für Veranstaltungen genutzte Nebengebäude (Pferdestall) des Schlosses ein neues Reetdach bekommen. Außerdem wurde endlich eine barrierefreie Zuwegung zum Schloss bis hin zum Bahnhof in Form eines Fußweges geschaffen und es wurden zwei Brücken im Schlosspark erneuert.
Und die Mitglieder des Stiftung haben noch mehr vor. Sie wünschen sich z.B. ein braunes Hinweisschild auf das Schloss an der Autobahn. "Einmal wurde das von der Straßenbaubehörde bereits abgelehnt, aber wir werden es noch einmal versuchen", sagt Landrat und Stiftungsratsvorsitzender Michael Roesberg. Auch die Umbnennung der S-Bahnhaltestelle Agathenburg steht auf der Agenda der Stiftung.
"Das Schloss hat eine große Bedeutung für uns und das wollen wir auch nach außen tragen", sind sich die "Schloss-Freunde" einig.

• Das Schloss Agathenburg wurde 1655 von Hans Christoph von Königsmarck, einem erfolgreichen Heerführer im Dreißigjährigen Krieg, als Landsitz errichtet. Benannt wurde das Schloss nach der Frau des Grafen, Agathe. Der Name des Schlosses wurde dann auch auf das Dorf übertragen, das ursprünglich Lieth hieß. Wer den neuen Dorfnamen ignorierte, wurde angeblich mit der Reitpeitsche bestraft. Wer ihn korrekt anwandte, soll mit einem Taler belohnt worden sein.
Die Familie von Königsmarck war bis 1697 in Besitz des Schlosses. 1740 erwarb das Kurfürstentum Hannover das Schloss und stellte es ab 1753 dem jeweiligen Amtmann als Sitz für die Verwaltung Stades zur Verfügung.
1881 erwarb der Landwirt Hans Wilkens das Gebäude. Ein Brand im Jahr 1921 beschädigte das Schloss schwer, lediglich die schweren Außenmauern und der Treppenturm widerstanden dem Feuer. Sophie zum Felde, die letzte Besitzerin des Schlosses, vererbte den Bau dem Stader Heimat- und Geschichtsverein.
1985 übernahm der Landkreis Stade das Anwesen. Die Kulturstiftung wurde 1992 durch den Landkreis Stade errichtet und war für das kulturelle Programm im Schloss verantwortlich. Seit 2004 ist die Stiftung auch für die Außenanlagen und das Gebäude verantwortlich. 
www.schlossagathenburg.de

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