Wer wird der neue Chef im Stader Kreishaus?
Landratswahl im Landkreis Stade: Björn Protze (SPD) und Kai Seefried (CDU) treten gegeneinander an

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(jd). 2021 ist wieder Wahljahr: Am 26. September sind Bundestagswahlen. Die Bürger in Niedersachsen können auch schon zwei Wochen zuvor ihr Kreuzchen machen. Dann finden die Kommunalwahlen statt. Im Landkreis Stade gibt es am 12. September noch einen zusätzlichen Wahlzettel: Die Wähler entscheiden auch darüber, wer als neuer Landrat künftig auf dem Chefsessel im Stader Kreishaus Platz nimmt.
Nachdem der amtierende Landrat Michael Roesberg (parteilos) im vergangenen Herbst erklärt hatte, für eine weitere Amtszeit nicht zur Verfügung zu stehen, wird es auf jeden Fall ein neues Gesicht an der Spitze der Kreisverwaltung geben. Das WOCHENBLATT stellt die beiden Kandidaten vor, die die Wahl unter sich ausmachen werden: Kai Seefried (CDU) und Björn Protze (SPD).

Wer am Ende die Nase vorn haben wird, ist derzeit noch schwer einzuschätzen. Beide können damit punkten, dass sie sich im Landkreis und auch auf Gemeindeebene seit vielen Jahren politisch engagieren. Dabei sehen viele Seefried in einer Favoritenrolle. Der CDU-Politiker hat im Landkreis nicht zuletzt aufgrund seiner Tätigkeit als Landtagsabgeordneter einen höheren Bekanntheitsgrad.

Dies spiegelt sich auch bei der Zahl der Stimmen bei der Kreistagswahl 2016 wider: Während für Seefried 5.282 Wähler votierten, konnte Protze nur mit mageren 375 Stimmen ein Kreistagsmandat über die Liste erringen.

Wahrscheinlich bleibt es auch dabei: Es werden wohl nur die beiden größten Parteien im Stader Kreistag mit einem eigenen Kandidaten für die Landratswahl am 12. September antreten. Auch wenn die Frist für die Wahlbewerber erst am 26. Juli endet: Derzeit sieht es nicht danach aus, dass sich zu den beiden Landrats-Kandidaten Seefried (CDU) und Protze (SPD) noch ein Kontrahent mit ernsthaften Chancen hinzugesellen wird.

Kein eigener Kandidat der Grünen

Die Grünen hatten bereits im Oktober beschlossen, keinen eigenen Bewerber ins Rennen zu schicken. Diese Entscheidung liegt nicht in irgendeinem politischen Kalkül begründet, sondern ist schlicht und einfach der Tatsache geschuldet, dass sich keine geeignete Person gefunden hat. Auf die Frage des WOCHENBLATT, ob die Grünen hier nicht angesichts des Umfragehochs eine Chance vertan haben, antwortete Ralf Poppe, einer der beiden Kreissprecher der Grünen, mit einem lapidaren: "Ja, leider." Bei seiner Antwort dachte Poppe womöglich wehmütig an Hannover, wo im Herbst 2019 ein Grünen-Politiker das Oberbürgermeister-Amt errang und dabei die Kandidaten von CDU und SPD hinter sich ließ.

Außerdem hatten sich Grünen schon darauf festgelegt, weder Schwarz noch Rot als Steigbügelhalter zu dienen. Nach einer Online-Fragerunde Mitte November mit den Kandidaten von CDU und SPD erklärte der Grünen-Kreisvorstand, keinen der beiden zu unterstützen.

Aber: Bei den Genossen gab es bekanntlich einen personellen Wechsel. Thomas Grambow zog überraschend seine Bewerbung zurück. In die Bresche sprang der SPD-Fraktionschef im Kreistag, Björn Protze. Die Grünen bestätigten jetzt auf Nachfrage: Es habe mit Protze bereits Gespräche gegeben. Mit dem SPD-Politiker sei vereinbart worden, dass er sich den Mitgliedern vorstellt, so Poppe. Ein Termin stehe aber noch nicht fest.

Sollten sich die Grünen wider Erwarten doch noch zu einer Liaison mit den Roten hinreißen lassen, läuft es im Landkreis Stade auf einen Lagerwahlkampf hinaus: Das "progressive Lager", wie Protze es gern bezeichnet, gegen das "bürgerliche Lager". Dort hat der Kontrahent bereits die Getreuen um sich geschart: Nachdem die FDP schon im September kundtat, dass Seefried für sie der richtige Mann sei, zog ein paar Wochen später die FWG nach.

Porträt und Interview

Damit die Wähler im Landkreis Stade wissen, wer sich um ihre Stimme bewirbt, stellt das WOCHENBLATT beide Kandidaten in einem kurzen Porträt vor. Zu ihren Plänen und Zielen als potenzieller Landrat wurden Protze und Seefried fünf Fragen gestellt.

Kai Seefried

KAI SEEFRIED: Steile Polit-Karriere

Er ist 43 Jahre alt und hat bereits eine erstaunliche politische Karriere hingelegt: Kai Seefried war bis zum November 2020 Generalsekretär der Niedersachsen-CDU. Dieses Amt legte Seefried, der sich nach der nächsten Landtagswahl auch für einen Ministerposten empfohlen hätte, nieder, um sich dem Landrats-Wahlkampf widmen zu können.

Der gebürtige Stader, der mit Frau und Tochter in Drochtersen lebt, ist seit 20 Jahren in der Politik aktiv. 2001 wurde der damals 23-Jährige in den Drochterser Gemeinderat gewählt, 2011 kam das Mandat im Kreistag hinzu. Dem niedersächsischen Landtag gehört der Tischlermeister, der sich zum Holztechniker und Betriebswirt des Handwerks fortbilden ließ, bereits seit 2008 an. Sein politischer Schwerpunkt liegt in der Bildungspolitik.

Er wolle nicht nur aus der Zeitung erfahren, was sich vor Ort entwickele oder eben nicht, begründet Seefried seinen Einstieg in die Politik. "Ich möchte aktiv mitgestalten und selbst neue Entwicklungen anstoßen. Meine Motivation lag und liegt bis heute darin, etwas für mein Zuhause, für meine Region zu erreichen."

In Bezug auf seine bisherige Tätigkeit im Stader Kreistag zieht Seefried eine positive Bilanz: "Wirklich große Zerwürfnisse hat es in den letzten Jahren nicht gegeben." Im Prinzip stünde für die Kreistagsabgeordneten immer die Sach- vor der Parteipolitik im Vordergrund. Seefried betont, dass er in den letzten Jahren durchaus bewiesen habe, immer offen für neue Ideen und gute Initiativen zu sein - auch aus anderen Fraktionen.

BJÖRN PROTZE: Engagiert beim Sport

Björn Protze (39) hat mit Kai Seefried nicht nur den Geburtsort Stade gemeinsam: Beide starteten 2001 mit der Ratsarbeit, Protze zunächst als zugewähltes Mitglied im Horneburger Samtgemeinderat, dem er von 2003 bis 2013 als regulärer Ratsherr angehörte. Zudem saß Protze auch sieben Jahre im Rat der Gemeinde Bliedersdorf. Seit 2016 ist der SPD-Politiker Mitglied des Kreistages. Dort hat er vor zwei Jahren den Posten des Vorsitzenden der SPD-Fraktion übernommen.

Aus seiner Horneburger bzw. Bliedersdorfer Zeit ist Björn Protze vielen sicher noch unter seinem Geburtsnamen Glüsen bekannt. Nach der Hochzeit nahm er den Nachnamen seiner Frau Annika an. Der Vater dreier Kinder befindet sich derzeit in Elternzeit. Er hatte ohnehin geplant, sich in diesem Jahr beruflich neu zu orientieren.

Protze war nach einem Pädagogik-Studium in Hannover und Lüneburg in leitender Position an sozialen Einrichtungen im Landkreis Stade tätig. Der Diplom-Pädagoge arbeitete als Abteilungsleiter bei der Börne und war zuletzt Regionalleiter der Rotenburger Werke in Harsefeld, bevor er 2018 in Elternzeit ging. Auf dem Höhepunkt der Flüchtlingswelle leitete Protze im Herbst und Winter 2015/16 die Notunterkunft für Geflüchtete in Harsefeld. Auch im Sport engagiert Protze sich: Dem Vorstand des SV Bliedersdorf gehörte er 18 Jahre an, davon neun Jahre als Vorsitzender. Seit 2014 fungiert Protze als ehrenamtlicher Schatzmeister beim Kreissportbund.

Fünf Fragen an die beiden Kandidaten

WOCHENBLATT:Mit seinen weit mehr als 800 Beschäftigten ist der Landkreis Stade eine relativ große Behörde. Sie beide verfügen über keine einschlägige Erfahrung, wie man einen Verwaltungsapparat von dieser Größenordnung führt. Warum trauen Sie sich trotzdem den Posten an der Spitze der Landkreisverwaltung zu?
Björn Protze: Ich bringe für das Amt des Landrates alle Voraussetzungen mit. Ich bin hier in der Region zu Hause und kenne die Herausforderungen, vor denen alle Bürgerinnen und Bürger im Landkreis jeden Tag stehen. Ich habe fast 20 Jahre Erfahrung in der Kommunalpolitik und mein bisheriges Berufsleben in Tätigkeiten verbracht, die eng mit Verwaltungen zusammengearbeitet haben. Außerdem war ein großer Anteil von Verwaltungstätigkeiten mit den Aufgaben verbunden. Bei all diesen beruflichen Aufgaben habe ich Führungsverantwortung gehabt.
Kai Seefried: Ich sehe es nicht als Nachteil, dass ich keine Verwaltungsausbildung habe. Durch meine mehr als 20 Jahre in der Kommunalpolitik kenne ich die kommunale Verwaltung, ihren Aufbau, die Strukturen und natürlich auch deren Aufgaben sehr gut. Ich kenne aber auch sehr gut die Perspektive der Bürger und der Unternehmen, die als Kunden ihre Erwartungen an eine Verwaltung haben. Zusätzlich konnte ich in den 14 Jahren Landespolitik viele Erfahrungen in der Landesverwaltung sammeln. Insbesondere als CDU-Generalsekretär war ich eng in die Abläufe der Landesregierung und der Ministerien eingebunden und hatte gleichzeitig eine hohe Führungsverantwortung für die Mitarbeiter.

WOCHENBLATT:Sie wissen als Kreistagsabgeordnete ja selbst am besten, dass die Politik nicht immer zufrieden mit der Arbeit der Kreisverwaltung ist. Man denke nur an das leidige Thema Müllabfuhr. Wie wollen Sie als Landrat die künftige Zusammenarbeit mit den politischen Gremien gestalten? Wird es eine Art “Transparenzoffensive” geben?
Björn Protze: Die Zusammenarbeit mit den politischen Gremien des Landkreises, aber auch mit den Gemeinden, Samtgemeinden und Hansestädten muss immer offen und transparent sein. Ich bin der Überzeugung, dass der Landrat dies vorleben muss. Dann kann es in der Kreisverwaltung gelebt werden. Beim Thema Müll habe ich vom ersten Tag an den Finger immer wieder in die Wunde gelegt und kann die Erfahrung meiner Kreistagskollegen nachvollziehen. Die Offenheit und Transparenz gilt auch gegenüber den Bürgerinnen und Bürger. Wir müssen als Kreisverwaltung unser Handeln und unsere Entscheidungen immer erklären können.
Kai Seefried: Ich stehe für Dialog und Kommunikation. Ich kenne es aus meiner bisherigen Tätigkeit nur allzu gut, dass der Ursprung für Verärgerung und Frust, gerade im Hinblick auf politische Entscheidungen, häufig in einem Mangel an Informationen liegt. Mir ist es wichtig, sehr transparent, frühzeitig und umfangreich mit den Mitgliedern des Kreistages, aber natürlich auch mit den Bürgerinnen und Bürgern zu kommunizieren und damit auch Abläufe und Entscheidungsprozesse besser zu erklären. Dabei werde ich auch neue Wege der Kommunikation gehen, wie ich es auch heute über meine Social-Media-Kanäle oder auch mit meinem Podcast bereits tue.

WOCHENBLATT:Die schleppende Bearbeitung von Baugenehmigungen ist ein weiteres Thema, das für Unmut sorgt. Inwieweit sehen Sie hier Handlungsbedarf? Und welche weiteren Themen auf Kreisebene müssten aus Ihrer Sicht in den kommenden Jahren angepackt werden?
Björn Protze: Wir erleben einen unglaublichen Bauboom in diesem Land. Dadurch sind auch die Baugenehmigungsbehörden betroffen. Sie werden auch durch immer komplexere Vorhaben und immer aufwendigere Genehmigungsverfahren belastet. Gleichzeitig darf es nicht sein, dass ein Genehmigungsverfahren mehrere Jahre dauert. Diesen Bereich werden wir uns sehr schnell nach meiner Wahl anschauen, um im Sinne der Unternehmen und der Bürgerinnen und Bürger Verbesserungen zu erreichen. Insgesamt wird der Bereich der Wirtschaftsförderung eine zentrale Aufgabe in den nächsten Jahren. Hierzu zählt für mich auch die gute Betreuung der Kinder.
Kai Seefried: Meine Antwort ist eine Service-Garantie! Ich glaube, die Kreisverwaltung arbeitet da gar nicht so schlecht. Wir sind ein Landkreis, der boomt und daher ständig mehr Aufgaben zu erledigen hat. Klar ist aber auch, dass gerade Prozesse, die den Bürger direkt und unmittelbar betreffen, gut funktionieren müssen. Ich werde mir in den nächsten Monaten in ganz Deutschland Beispiele für diese Organisationsbereiche ansehen. Ich möchte dabei sehen, wo und wie Kommunen auch einmal neue und andere Wege gehen. Mein Ziel ist, dass die Bürgerinnen und Bürger im Landkreis Stade zukünftig eine Service-Garantie erhalten. Der Bürger als Kunde soll eben auch wissen, wie lange er auf die Zulassung eines Autos oder eine Baugenehmigung warten muss.

WOCHENBLATT:Wenn Sie Ihr Amt antreten, wird hoffentlich ein Ende der Pandemie absehbar sein. In welchen Bereichen wird der Landkreis nach Ihrer Einschätzung am intensivsten mit den Corona-Folgen zu kämpfen haben? Und welche Strategien planen Sie, um diese Folgen abzumildern?
Björn Protze: Ich bin der Überzeugung, dass die wirtschaftlichen Folgen der Corona-Pandemie die dauerhafteste Auswirkung haben werden. Dieser Auswirkung können wir nur gemeinsam mit dem Bund und dem Land entgegentreten. Ich verstehe die Rolle des Landrates hier als Moderator und Vermittler. Es ist mein Ziel, dass bestehende Unterstützungsangebote dann dort ankommen, wo sie gebraucht werden, und dass fehlende Hilfemöglichkeiten nach Hannover und Berlin kommuniziert werden. Hierbei wird unsere kreiseigene Wirtschaftsförderungsgesellschaft eine zentrale Rolle spielen. Ich denke dabei grundsätzlich auch an kommunale Hilfspakete für Unternehmen, aber auch für Vereine, Organisationen u.v.m.
Kai Seefried: Aktuell muss es vor allem darum gehen, den Landkreis und die Bürgerinnen und Bürger bestmöglich durch diese Krise zu führen. Der Landkreis muss hier auch viel an Abstimmungsproblemen zwischen der Bundes-, der Landes- und der kommunalen Ebene auffangen. Corona macht auch etwas mit den Menschen, es gibt viele Sorgen und gegenläufige Haltungen. Wir müssen jetzt den Zusammenhalt unserer Gesellschaft sichern. In der Post-Corona-Zeit wird der Landkreis vor allem die finanziellen Folgen direkt spüren. Darüber hinaus sind wir gefordert, im Rahmen unserer Möglichkeit den besonders betroffenen Bereichen im Einzelhandel, der Gastronomie oder im Bereich der Kultur zu helfen.

WOCHENBLATT:Was sagen Sie dem Bürger im Landkreis, warum er überhaupt zur Landratswahl gehen soll und warum er ausgerechnet Sie wählen soll?
Björn Protze: Als Fazit möchte ich festhalten, dass ich frischen Wind und eine neue Arbeitsweise in den Stader Kreistag eingebracht habe. Ich habe mich 2016 dafür entschieden, mich auf die Arbeit im Kreistag zu konzentrieren, weil ich dessen Arbeit in den Mittelpunkt meines politischen Handelns gestellt habe. Ich möchte dies gern als Landrat weitermachen. Ich möchte mich gern noch intensiver für unsere Heimat einsetzen, weil ich einer von hier bin. Einer der mitten im Leben steht.
Kai Seefried: Zunächst bitte ich tatsächlich alle Bürgerinnen und Bürger, vom Wahlrecht Gebrauch zu machen. Es geht hier direkt um die Zukunft für ihr eigenes Zuhause, für ihre Gemeinde, Stadt oder eben auch unseren Landkreis. Dabei bitte ich dann auch um das Vertrauen und die Unterstützung für meine Kandidatur zum Landrat. Ich bin im Landkreis Stade geboren und aufgewachsen. Ich kenne die Menschen und aus meiner politischen Tätigkeit die Themen und auch die Chancen der Region aus dem Effeff. In den letzten Jahren konnte ich viel auf der landes- und der bundespolitischen Ebene lernen und Netzwerke bauen, die dem Landkreis in Zukunft helfen können. Mein Slogan: „Mein Herz für den Landkreis Stade“ ist nicht einfach dahergesagt. Sondern er beschreibt, dass unser gemeinsames Zuhause, die Menschen und die Themen mein Antrieb und Motor sind.

Autor:

Jörg Dammann aus Stade

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