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Keine Corona-Notbremse im Landkreis Stade

Letzte Ruhe in "Klein-Manhattan"

Urnen-Gräberfeld auf dem Friedhof in Haddorf
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Futuristisch anmutende Urnen-Türme jetzt auch auf dem Friedhof in Stade-Haddorf

tp. Haddorf. Sie erinnern optisch an Miniaturen von Manhattan-Wolkenkratzern oder an Londoner Telefonzellen: Kolumbarien (lateinisch columbarium „Taubenschlag“, zu columba „Taube“) zur Urnenbeisetzung. Nun hält die moderne Bestattungsform auch in Haddorf Einzug. Nach den Urnenfächern auf dem Geestberg-Friedhof und auf dem Horst-Friedhof in Stade bietet Haddorf laut Ortsbürgermeister Hermann Müller die besonderen Grab-Stelen nun bald als erste der Stader Ortschaften an.

"Ich werde für meine Ehefrau und mich ein Fach reservieren", sagt Hermann Müller. Der Vater von zwei erwachsenen Kindern begründet den Entschluss mit veränderter, städtischer Lebensweise, die sich auch im beschaulichen Haddorf bemerkbar mache: Junge Leute verlassen berufsbedingt ihren Heimatort, sodass niemand mehr vor Ort wohnt, der die Gräber pflegen kann. Große, kosten- und pflegeintensive Familiengräber verschwinden allmählich zugunsten von kleinen, schlichten Urnengräbern.

In Haddorf gibt es am Haupteingang des Friedhofes rechts neben der Kapelle bereits ein Urnengräberfeld mit großem Gedenkstein und kleinen Schildern mit Namen der Verstorbenen. Daneben sei Platz für die ersten beiden Granit-Türme à 16 Fächer, die mit je zwei Urnen belegt werden können, so Müller. Für die neuen Grabstätten sprach der Ortsrat bereits eine Empfehlung aus. In den städtischen Haushalt wurden Mittel zum Bau der Kolumbarien eigestellt. Bei geschätzten Kosten von rund 1.600 Euro für ein Doppel-Urnenfach für 25 Jahre trage sich das Projekt finanziell fast von selbst, ist Hermann Müller überzeugt.

Bürgermeister Müller geht davon aus, das die ersten beiden Urnentürme im Jahr 2019 in Haddorf errichtet werden. Er sieht langfristig Potenzial für ein drittes Kolumbarium: "Die Nachfrage danach wächst."

Autor:

Thorsten Penz aus Stade

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