Grüne fordern mehr Hilfe für von Gewalt betroffene Frauen
Mehr Geld für Frauenhäuser

Von Gewalt betroffene Frauen benötigen mehr Unterstützung, daher soll der Bund höhere finanzielle Mittel zur Verfügung stellen
  • Von Gewalt betroffene Frauen benötigen mehr Unterstützung, daher soll der Bund höhere finanzielle Mittel zur Verfügung stellen
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jab. Landkreis Stade. Gewalt gegen Frauen ist ein gesellschaftliches Problem, kein individuelles. So heißt es in zwei Anträgen der Grünen-Fraktion, über die kürzlich im Bundestag beraten wurde. Daher soll der Bund Einrichtungen wie Beratungsangebote für von Gewalt betroffene Frauen stärken und Verantwortung für Frauen in Frauenhäusern übernehmen, indem er sie durch finanzielle Mittel unterstützt. Das WOCHENBLATT hat beim Landkreis Stade nachgefragt, wie die aktuelle Situation vor Ort ist und wie dort die Anträge eingeschätzt werden.

Im Landkreis ist das Frauenhaus ein freiwilliges Angebot, das durch Mittel aus dem Haushalt finanziert wird. Die Kosten für die Wohnung sowie Betreuung der Frauen würde übernommen, erklärt Thomas Schmidt, Leiter des Sozialamts des Landkreises Stade. Für den Lebensunterhalt kommen die Frauen immer selbst auf, so Schmidt. Sollte dies nicht möglich sein, unterstützen die Mitarbeiter beim Ausfüllen entsprechender Anträge.

Die zur Verfügung stehenden Mittel wurden vom Landkreis sogar erhöht, da die Einrichtung im Oktober in ein größeres Haus umgezogen ist. Nun können die fünf Plätze für Frauen mit ihren Kindern auch tatsächlich vergeben werden. Vorher konnten aufgrund von Platzmangel teilweise nur vier Frauen untergebracht werden, wenn diese viele Kinder hatten, die ebenfalls untergebracht werden mussten.

Frauen, die von Gewalt betroffen sind, erhalten im Allgemeinen schnellen und unbürokratischen Schutz in den Beratungsstellen und Frauenhäusern. Dabei ist es egal, wie hoch ihr Einkommen oder wo ihr Wohnort ist und wie ihr Aufenthaltsstatus ist. Die Grünen-Fraktion im Bundestag kritisiert allerdings, dass in vielen Bundesländern die Frauenhäuser nicht verlässlich und ausreichend finanziert werden. In Niedersachsen beispielsweise sei nur etwas mehr als die Hälfte der empfohlenen Kapazitäten vorhanden. Daher soll der Bund mehr in die Pflicht genommen werden, indem ein Rechtsanspruch auf Hilfe und finanzielle Unterstützung geschaffen wird. Davon versprechen sich die Grünen eine bessere finanzielle Absicherung der Einrichtungen, aber auch den Ausbau der Kapazitäten durch Länder und Kommunen.

Eine generelle finanzielle Unterstützung seitens des Bundes sei nach Meinung Schmidts aber immer gut. "Es gibt immer wieder Phasen, in denen wir voll ausgelastet sind, da würden nicht einmal zehn Plätze im Landkreis ausreichen", so Schmidt. Phasenweise blieben aber auch zwei bis drei Plätze frei. Daher ist es für den Sozialamtsleiter auch schwierig, einen genauen Bedarf auszurechnen.

Generell äußern zu den Anträgen und seinen Auswirkungen wollte sich Schmidt aber nicht. Denn die Diskussion um eine Unterstützung für diese Angebote gebe es seit Jahren. Auch jetzt sollte darüber erst noch fachlich diskutiert werden. "Es ist aber positiv zu bewerten, dass etwas für die Frauen getan wird", so der Sozialamtsleiter.

Autor:

Jaana Bollmann aus Stade

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