Mehr Platz für Drahtesel

Wolfgang Merten kritisiert das schlechte Platzmanagement in den Fahrradboxen am Stader Bahnhof
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Aktivist Wolfgang Merten kritisiert "Chaos" am Stader Bahnhof / Fahrrad-Offensive der Deutschen Bahn greift

tp. Stade. "Stellt endlich eine bessere Infrastruktur für die Fahrradfahrer in unserer Stadt bereit!": Mit dieser Forderung ist Wolfgang Merten (70) nicht allein. Nahezu durch die Bank fordern die Stadtrats-Fraktionen den Ausbau des Radwegenetzes, eine verbesserte Beschilderung und nicht zuletzt eine Ausweitung der Abstellmöglichkeiten.

Aktivist Merten steht seit Längerem aufgrund der aus seiner Sicht unzureichenden Abstellmöglichkeiten am Stader Bahnhof, wo "chaotische Zustände" herrschten, im Austausch mit der Stadtverwaltung. Er fordert angesichts des wachsenden Umweltbewusstseins vieler Stader Verkehrsteilehmer eine Erneuerung im Bahnhofsumfeld in Kooperation mit der Deutschen Bahn (DB) - auch, weil das Verkehrsunternehmen jetzt zu einer Bike+Ride-Offensive ausholt. Und Stade ist dabei.

Gemeinsam mit dem Bundesumweltministerium will die DB Station&Service AG als klares Zeichen für klimafreundliche Mobilität in ganz Deutschland bis zum Jahr 2022 insgesamt 100.000 zusätzliche Fahrradstellplätze schaffen. Bundesweit sollen so Reisende und Pendler ermuntert werden, das Fahrrad an Anlagen im Bahnhofsumfeld abzustellen und eine Teilstrecke mit dem Zug zurückzulegen.

"Gemeinsam mit dem Bundesumweltministerium bauen wir unsere Bahnhöfe als umweltfreundliche Mobilitätsdrehscheiben aus", heißt es in dem aktuellen "Stations-Anzeiger" der DB, die derzeit 400.000 Radstellplätze an Bahnhöfen bereitstellt.

Die DB Station&Service AG stellt den Kommunen mietfrei Flächen zur Verfügung, unterstützt sie bei der Planung, ihren Förderanträgen, koordiniert Lieferung und Montage und übernimmt im Auftrag auch den Betrieb der Anlagen. Um diesen schnellen Zuwachs zu bewältigen, konzentriert sich die Bike+Ride-Offensive auf drei Standard-Anlagentypen, u.a. die preiswerte Bügelanlage, die es schon in den mietbaren Fahrradboxen am Stader Bahnhof gibt.

Wolfgang Merten sehnt eine entsprechende Aufrüstung am Stader Bahnhofsumfeld herbei. Dort herrscht nach seiner Auffassung angesichts der überfüllten kostenlosen Fahhradständer und der vielen "wild" abgestellten sowie notdürftig an Zäunen angeketteten Drahtesel reichlich Handlungsbedarf.

Aktuell ärgert sich Merten, der früher als Betriebswirt bei der Bahn arbeitete, über die aus seiner Warte ineffektive Stellplatz-Aufteilung in den Miet-Fahrradboxen. Er schlägt u.a. vor, die Zahl der Anlehnbügel in den zwei Boxen à zwölf Bügel auf zehn zu reduzieren und den Abstand zu erhöhen, sodass Nutzer künftig zwei Räder pro Stange anschließen können. "Bei einer Gebühr von 50 Euro pro Rad im Jahr könnte die Stadt ihre Einnahmen so um 800 auf 2.000 Euro erhöhen", rechnet Merten vor. Bei der Stadt hält man diese Neuordnung der Stellplätze für nicht praktikabel.

Insgesamt sei man laut Stadt-Pressesprecher Tjorven Plate allerdings auf Expansionskurs und begrüße auch die DB-Offensive (siehe Info-Kasten).

96 neue Anlehnbügel
Insgesamt sei man laut Stadt-Pressesprecher Tjorven Plate allerdings auf Expansionskurs und begrüße auch die DB-Offensive: "Zur Verbesserung der Fahrradfreundlichkeit ist eine Erweiterung der bahnhofsnahen Fahrradabstellmöglichkeiten geplant. Zusätzlich zu den bereits vorhandenen abschließbaren Fahrradboxen zwischen Bahnhof und Parkpalette (240 Plätze) sowie nahe dem Parkplatz Hospitalstraße (40 Plätze) sollen 96 Anlehnbügel an zwei Standorten in unmittelbarer Bahnhofsnähe entstehen", so Plate. Die vorgesehenen Standorte sind auf der Seite Hospitalstraße, unter der Hansebrücke sowie auf der gegenüberliegenden Seite. Der Bau wird laut Plate im Rahmen der Bike+Ride-Offensive gefördert. Die Aufstellung sei spätestens im Mai 2019 vorgesehen. Zu den Baukosten könne aktuell keine Auskunft gegeben werden, da das Vergabeverfahren noch nicht abgeschlossen wurde.

Wolfgang Merten kritisiert das schlechte Platzmanagement in den Fahrradboxen am Stader Bahnhof
Drahtesel in Hülle und Fülle: Am Stader Bahnhof herrscht laut Wolfgang Merten dringender Aufholbedarf hinsichtlich der Stellplatzzahl für Fahhrräder
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Thorsten Penz aus Stade

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