Prozessauftakt im Landgericht Stade / Ehefrau wegen versuchten Mordes angeklagt
Messerattacke auf Ehemann

Heike T. steht wegen versuchten Mordes vor Gericht Foto: sc
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sc. Stade. Die 13. Große Strafkammer des Landgerichts Stade befasst sich seit Montag unter dem Vorsitz von Richter Marc-Sebastian Hase mit dem Fall von Heike T. (55). Die Staderin soll in alkoholisiertem Zustand ihren Ehemann mit einem Messer angegriffen und versucht haben, ihn umzubringen. Der Mann überlebte den Angriff mit einer Verletzung am Hals. Er tritt als Nebenkläger im Prozess auf.

Die Verhandlung begann mit der Verlesung der Anklage: Im Februar soll die Angeklagte an einem Freitagabend ihren Ehemann in der gemeinsamen Wohnung in der Thuner Straße in Stade mit einem Küchenmesser angegriffen haben. Dabei soll sie sich von hinten an das Opfer, das gerade in der Küche mit dem Rücken zur Tür saß, angeschlichen und es mit einer 19,5 cm langen Messerklinge am Hals verletzt haben. Der Mann trug eine 10 cm tiefe Wunde davon. Die Halsschlagader wurde nur knapp verfehlt. Nach dem Angriff floh der Mann aus der gemeinsamen Wohnung und wählte den Notruf.

Für die Verteidigerin Katrin Bartels klingt die Anklage allerdings "wie ein schlechter Krimi". Ihre Mandantin habe den Ehemann mit einem Messer angegriffen und verletzt, aber es sei unzutreffend, von versuchtem Mord zu sprechen. Es sei falsch, dass Heike T. das Messer extra für den Angriff erworben habe, wie von der Staatsanwaltschaft behauptet. Die Angeklagte habe es bei einer Treuepunkt-Aktion eines Discounters als Messerset gekauft. Im Zustand äußerster Erregung soll ihre Mandantin ihren Ehemann angegriffen haben.

Die Angeklagte erklärte selber, dass es in ihrer Ehe seit einem Jahr Probleme gegeben habe, sie sich auseinandergelebt und in verschiedenen Betten geschlafen haben. Es sei so weit gewesen, dass beide die Beziehung beenden wollten. Auch einige Wohnungen habe sie sich schon angeguckt, jedoch immer wieder einen Rückzieher gemacht. "Für ihn war klar, ich muss ausziehen", so Heike T. Fehlende Kommunikation zwischen den Ehepartnern sorgte für eine angespannte Stimmung in der Wohnung. Am Abend der Tat sah die Angeklagte ihren Ehemann, nachdem er wieder aus seinem Bett aufgestanden war, am Esstisch sitzen. "Das hat mich wütend gemacht", sagt Heike T., da er sich mit ihr seit langem nicht mehr zusammen an diesen Tisch gesetzt habe. Umbringen wollte sie ihn auf keinen Fall. "Ich hatte nicht vor, ihn zu töten", so die Angeklagte. Sie wollte nur, dass er einmal die Wohnung verlässt. "Ich habe Glück gehabt, dass nicht mehr passiert ist", sagt die Angeklagte. Häusliche Gewalt sei vorher kein Thema gewesen.
Der Prozess ist auf vier weitere Verhandlungstage angelegt.

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