Entsorgungsfirma will noch weniger Straßen anfahren als bisher
Nur wenige Bürger im Landkreis Stade profitieren von Mini-Müllwagen

Aufgrund von zu engen Straßen kommt die Müllabfuhr mit ihren großen Wagen nicht in jede Straße
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mke. Landkreis Stade. Das Thema Müllentsorgung lässt den Bürgern im Landkreis Stade keine Ruhe. Eigentlich sollten ab dem 1. Juli mehr Haushalte mit den neuen und kleineren Bonsai-Müllfahrzeugen der Firma Karl Meyer angefahren werden können. Doch das Gegenteil scheint nun der Fall zu sein.

Die Politik zeigt sich verärgert über eine neue Liste mit Straßen, die von der Müllabfuhr nicht angefahren werden können, weil sie entweder zu eng sind oder über keinen Wendekreis verfügen. Rückwärtsfahren kommt für die großen Müllwagen nicht in Frage, da die Berufsgenossenschaft die Gefahr eines Unfalls als zu hoch einschätzt und deswegen ein Verbot erlassen hat. Für Anwohner bedeutet das, dass sie ihre schweren Mülltonnen an zentrale Sammelstellen schieben und diese später von dort wieder zurückholen müssen.
Bei der letzten Ausschreibung für die Müllentsorgung im Landkreis Stade im vergangenen Jahr hoffte man, dieses Problem gelöst zu haben. Schließlich sicherte die Wischhafener Entsorgungsfirma Karl Meyer zu, dass sie kleinere und wendigere Müllfahrzeuge anschaffen würde - sogenannte Bonsai-Fahrzeuge. Dafür wurden zu Jahresbeginn sogar die Müllgebühren erhöht.

Zwei unterschiedliche Listen

Doch nun tritt Ernüchterung ein: Statt wie bisher 400 Straßennamen stehen nun 654 auf der Liste, die nicht von der Müllabfuhr angefahren werden können. Dies liegt aber daran, dass es anscheinend zwei Listen gibt. Eine des Landkreises mit den 400 verzeichneten Straßennamen sowie eine des Entsorgungsunternehmens, auf der sich fast 190 Straßen mehr befinden, erklärt dazu der SPD-Kreistagsfraktionsvorsitzende Björn Protze. Er stellt sich die Frage, wie überhaupt eine Ausschreibung des Landkreises erfolgen konnte, wenn fast 200 Straßen fahlen. Zudem sei die Vergabe an die Bedingung geknöpft gewesen, dass 50 Prozent der auf der Liste befindlichen Haushalte nun angefahren werden können.

Nur 20 Prozent profitieren von der Neuanschaffung

Jetzt zeigt sich, dass lediglich 151 Straßen und damit gerade mal rund 20 Prozent der Betroffenen von der Neuanschaffung der Bonsai-Fahrzeuge profitieren. "Und auch das muss man differenzierter betrachten", erläutert Protze. Denn es wurden drei Fahrzeuge angeschafft - jeweils eines für Bio-, Haus- und Sperrmüll. "Wo aber bleiben da die Papiertonne oder die Gelben Säcke?" Diese müssten immer noch an Sammelstellen abgegeben werden. Gerade für ältere Bürger kaum zumutbar, die schweren Papiertonnen weit zu schieben, meint Protzke.

Sammelstellen noch ausweiten

Zudem will das Entsorgungsunternehmen die bisherigen Sammelstellen noch ausweiten. Zusätzlich soll es für 303 Straßen Sammelstellen geben. Betroffen ist insbesondere die Samtgemeinde Harsefeld, wo es bislang kaum Sammelstellen gab und nun 64 Straßen betroffen sind.

Auf der Sitzung des Regional- und Umweltausschusses wird dieses Thema am Mittwoch, 10. Juni, ab 8.30 Uhr in der Feuerwehrtechnischen Zentrale sicherlich noch für reichlich Diskussion sorgen, denn die SPD betrachtet die Ausschreibungsanforderungen als nicht erfüllt und verlangt vom Landkreis eine Erklärung.

Autor:

Mareike Kerouche aus Stade

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