Skeptiker trifft nicht den Nerv der Mehrheit

Feuerwehrsprecher Stefan Braun (li.), der Stellvertretende Zugführer in Campe, Stefan Tietje, und Ortsbrandmeister Stephan Woitera (re.)
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  • Feuerwehrsprecher Stefan Braun (li.), der Stellvertretende Zugführer in Campe, Stefan Tietje, und Ortsbrandmeister Stephan Woitera (re.)
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Kritischer Brief zum Gerätehaus-Standort: Feuerwehrspitze relativiert Bedenken

tp. Stade. "Wir halten die Ausrücke-Zeiten zu 100 Prozent ein", versichert der Stader Ortsbrandmeister Stephan Woitera (41), nachdem ein anonymer Skeptiker Kritik an dem aus seiner Sicht zu abgelegenen Standort des geplanten Feuerwehrgerätehauses in Stade-Riensförde übte.

Das technisch veraltete Gerätehaus des Zuges II der Stader Feuerwehr in Campe wird aufgegeben. Gegen Jahresende erfolgt die Grundsteinlegung für das neue Domizil am Rand des künftigen Neubaugebietes "Heidesiedlung Riensförde" an der Harsefelder Straße im Süden der Stadt.

Trotz der weit vorangeschrittenen Planungen brachte der Skeptiker in einer E-Mail an das WOCHENBLATT seine Bedenken zum Ausdruck. Der Absender hält das Areal für zu abgelegen für das Einzugsgebiet südlich der Camper Eisenbahnbrücke. Er befürchtet, dass die Retter künftig nicht immer rechtzeitig am Notfallort sein könnten. Laut niedersächsischem Rettungsdienstgesetz müssen sie in 95 Prozent der Fälle innerhalb von 15 Minuten vor Ort sein. Zudem sieht der Bedenkenträger, der möglicherweise aus der Feuerwehr stammt, Nachteile für Kameraden, die bewusst in die Nachbarschaft des Camper Gerätehauses gezogen sind.

Stefan Woitera relativiert die Einwände: Sollte der Unbekannte ein Feuerwehrmann sein, treffe er mit seiner Ansicht gewiss nicht den Nerv der Mehrheit der 60 Camper Feuerwehrleute. Die längst abgeschlossenen Standortüberlegungen seien unter allen Freiwilligen offen kommuniziert worden. Die enge Abstimmung der Grundstückswahl lag allerdings in den Händen eines Gremiums der Feuerwehr- und Verwaltungsspitze der Stadt.

Wenngleich das neue Gerätehaus rund drei Kilometer weiter an den Stadtrand rückt, legt Woitera die Hand für ein rechtzeitiges Eintreffen der Brandschützer ins Feuer. Nach seiner Kalkulation braucht eine Fahrzeugbesatzung bei Alarm durchschnittlich drei bis vier Minuten von zu Hause bis zum Gerätehaus. Die Fahrzeit von dort zum Einsatzort veranschlagt er mit maximal sieben Minuten, sodass das Limit von einer Viertelstunde selten erreicht werde.

Einer von einem Dutzend Kameraden, die der Umzug der Feuerwehr persönlich betrifft, ist Stefan Tietje (35), Vize-Zugführer der Zuges II. Er wohnt in Campe in fußläufiger Entfernung zum alten Gerätehaus. Er müsste künftig ins Auto steigen, um zügig zum neuen Gerätehaus in Riensförde zu gelangen. Zwischenzeitlich hat sich eine andere Lösung ergeben. Er baut ein Haus im Neubaugebiet Riensförde und ist wieder nah an "seiner Feuerwehr".

Laut Feuerwehrsprecher Stefan Braun ist der Standort strategisch gut gewählt: Er gewähre die Sicherheit der künftig rund 2.000 Neusiedler in Riensförde. Allgemein sei im Süden Stades ein Anstieg der Einsatzzahlen messbar: Dort liegen das Wohngebiet Ottenbeck und das Airbus-Werk samt Zulieferern. "Trotzdem", so Braun, sei "jede Gerätehaus-Standortwahl ein Kompromiss."

Autor:

Thorsten Penz aus Stade

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