Veranstaltung erinnerte an Wehrmachtsmassaker
Stader reisten nach Italien zur Gedenkfeier

Roberto Tincani (vorne re.) von der Angehörigengruppe der Opfer hielt die Ansprache, Oliver Kogge (li.) und Uta Kretzler von der Stader Delegation überreichten einen Gedenkkranz  Foto: Michael Quelle
  • Roberto Tincani (vorne re.) von der Angehörigengruppe der Opfer hielt die Ansprache, Oliver Kogge (li.) und Uta Kretzler von der Stader Delegation überreichten einen Gedenkkranz Foto: Michael Quelle
  • hochgeladen von Jörg Dammann

(jd). Im Frühjahr 1944 verübten Soldaten der deutschen Wehrmachtsdivision "Hermann Göring" in mehreren italienischen Dörfern blutige Massaker an der Zivilbevölkerung. Nach Erkenntnis der italienischen Gerichte, die die Vorgänge Jahrzehnte später juristisch aufgearbeitet haben, war an den Gräueltaten auch der pensionierte Förster Alfred L. (†93) aus Ohrensen beteiligt. Auf die Mittäterschaft des im Sommer 2018 verstorbenen L., der in Italien 2012 rechtskräftig als Mörder verurteilt wurde, wies zuerst Michael Quelle vom "Rosa Luxemburg Niederelbe" hin. Anlässlich des 75. Jahrestages des Massakers fanden in den betroffenen Dörfern kürzlich Gedenkfeiern statt. Quelle nahm mit einer kleinen Delegation aus dem Landkreis teil.

"Es waren bewegende Tage in Italien", berichtet Quelle. Die zentrale Veranstaltung zur Erinnerung an die Opfer - darunter auch kleine Kinder - habe mit rund 350 Teilnehmern an der neu errichteten Gedenkstätte "Buca de Susano" stattgefunden. Das Mahnmal ist von Deutschland finanziert worden. Auf der Feier, bei der auch der deutsche Botschafter anwesend war, wurde die Stader Gruppe namentlich begrüßt. Ebenfalls ein neuer Gedenkstein wurde im Dorf Monchio enthüllt, wo 136 Bewohner von den deutschen Soldaten damals regelrecht abgeschlachtet wurden. Wie in Susano legten die Besucher aus Stade einen Kranz bzw. Blumengesteck nieder.

Im Gepäck hatte Quelle auch eine Zusammenstellung von Zeitungsartikeln über die Massaker. Das WOCHENBLATT hatte mehrfach über die Taten, L.s Beteiligung und den gegen ihn laufenden Prozess berichtet. Thematisiert wurde u.a., dass Deutschland L. trotz des Schuldspruchs nicht an Italien ausliefern wollte und die Staatsanwaltschaft hierzulande keine Anklage erhob - mit dem Argument, dass keine individuelle Schuld nachweisbar sei. Mappen mit den Artikeln überreichte Quelle an Angehörige der Opfer, an die örtlichen Bürgermeister und an den deutschen Botschafter.

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