Wie eine Riesenschlange im Moor

Der A26-Abschnitt 5a (rot) verbindet das künftige Autobahnkreuz Kehdingen (li., A20/A26) bei Drochtersen mit der Stadt Stade. Die L111 (grün) wird entlastet   Fotos: tp/nlstbv/Grafik: OpenStreetMap/MSR
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Der Bauabschnitt 5a beginnt östlich des Kehdinger Kreuzes an der Kreisstraße K28 und führt dann parallel zur L111 und der K27 in Richtung Stade. Die K29 und K31 werden mit Brücken über die A26 geführt. Auf Höhe des heutigen Schneeweges ist die einzige Anschlussstelle dieses Abschnittes geplant. Die vorhandene Freiburger Straße endet beidseitig vor der neuen Autobahn in einem Wendekreis, der vorhandene Radweg wird unter der A26 hindurch geführt. Hier endet der Bauabschnitt 5a und der Abschnitt 5b beginnt.

Zum Konzept gehören insgesamt 17 Brückenbauwerke, sowohl für die A26 als auch für querende Straßen und Wege.

Durch die weitgehend abgeschiedene Lage im Moorgebiet mit Abständen zu Siedlungen um 500 bis 700 Meter rechnen die Planer mit eher wenigen Einwendungen. Für vier Häuser an der Götzdorfer Straße, die 100 bis 150 Meter von der etwa 70 Meter breiten Trasse entfernt liegen, ist von vornherein passiver Lärmschutz durch schallgedämmte Fenster vorgesehen.

Widerstand wird eher wegen der Beeinträchtigung der Umwelt erwartet, denn für die Autobahn wird großflächig Boden versiegelt. Vor allem Vögel verlieren ihren Lebensraum. Kartiert wurden u.a. 34 Brutvogelarten, 23 Gastvogelarten sowie sieben Fledermausarten.
Als Ausgleichsfläche wird laut Umweltplaner Lutz Schröder auf Asselersand 250 Hektar großes Schutzgebiet geschaffen. Die Autobahn erhält verschiedene Randbepflanzungen.
Eine bauliche Herausforderung ist die Entwässerung. Das alte Grabensystem wird durch die A26 zertrennt. Neue Kanäle und Rohrleitungen in Richtung Elbe müssen errichtet werden, ebenso Schöpfwerke.

Auch Telefon- und Gasleitungen müssen unter dem Autobahndamm hindurchgeführt werden. Betroffen ist u.a. die Rohrleitung von Aluminium Oxid Stade (AOS) zur Rotschlammdeponie.

Einige Landwirte erkundigten sich danach, wie ihre Betriebe von der Streckenführung beeinträchtigt werden. Die Straßenbaubehörde wird mit betroffenen Grundeigentümern in Kontakt treten, um Flächen für den Autobahnbau zu erwerben. Betriebe, deren Existenz durch die Inanspruchnahme von Flächen für den Autobahnbau gefährdet ist, haben Anspruch auf Ersatzland. Die Planungen werden durch ein Flurbereinigungsverfahren begleitet, in dem die Flächen neu eingeteilt werden. Der Verlust insbesondere landwirtschaftlicher Flächen durch den Autobahnbau wird so auf viele Schultern verteilt.
Wegen des weichen Baugrunds im Moor wird die Autobahn A26 ebenso wie die A20 auf einem sukzessive aufgeschütteten Sanddamm errichtet.

Nach der Fertigstellung im Jahr 2030 rechnen die Planer mit ca. 33.200 Fahrzeugen pro Tag, die die Autobahn nutzen. Die L111 (Obstmarschenweg) wird dann deutlich entlastet.

Autor:

Thorsten Penz aus Stade

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