Pilgern im Mittelalter: Ausstellung "Wege in den Himmel" in Stade

Eine Pilgerszene auf dem Blankenburger Flügelaltar um 1520 im Stadtmuseum Oldenburg
  • Eine Pilgerszene auf dem Blankenburger Flügelaltar um 1520 im Stadtmuseum Oldenburg
  • Foto: Andrey Gradetchliev
  • hochgeladen von Susanne Böttcher

nw/bo. Stade. "Wege in den Himmel - Pilgerspuren im Norden" heißt eine neue Ausstellung, die ab Samstag, 3. Oktober, im Stader Schwedenspeicher-Museum, Wasser West 39, zu sehen ist. In einem umfassenden gemeinsamen Forschungsprojekt haben die Museen Stade und Lüneburg das spätmittelalterliche Pilgerwesen in Norddeutschland untersucht. Die Ergebnisse werden in der Doppelausstellung präsentiert.
Nachdem in Lüneburg der erste Teil zur Ausstellung bereits startete, wird nun der zweite Teil in Stade gezeigt. Auch thematisch sind die Ausstellungen unterschiedlich gewichtet: In Lüneburg geht es um die Fernziele Santiago de Compostela, Jerusalem und Rom, während in Stade mittelalterliche Wallfahrten zu den Kapellen, Klöstern, Stifts- und Domkirchen Niedersachsens im Fokus stehen.

Die beiden Ausstellungen nehmen das Publikum mit zu den Ursprüngen des Pilgerns und machen deutlich, wie komplex die Vorstellungswelt vor mehr als 500 Jahren war. Sie geben Einblick in eine fremd anmutende Welt mit einer vielfältigen Frömmigkeitskultur. Während Pilgerreisen heute oft ein spirituelles Erlebnis oder einfach ein Synonym für entschleunigte Wanderungen sind, waren sie früher essentiell für den Sündenablass und zur Erlangung des Seelenheils.

Im Schwedenspeicher sind die spektakulären Pilgerzeichenfunde von 2012 und 2013 aus dem historischen Hansehafen, die den bislang größten Fundkomplex dieser Art in Deutschland überhaupt darstellen, Ausgangspunkt für die Ausstellung. Diese mittelalterlichen Bildzeichen eröffnen einen Blick auf die vielfältigen Geschichten hinter den früheren Pilgerstätten in Norddeutschland und tragen maßgeblich zu ihrer Identifizierung bei: Auch in Norddeutschland waren bis zur Reformation, die der Heiligenverehrung ein jähes Ende setzte, viele Menschen unterwegs zu den großen Pilgerkirchen Europas, aber auch zu zahlreichen heute völlig vergessenen Wallfahrtsorten in der eigenen Heimat.

Am Samstag und Sonntag, 3. und 4. Oktober, finden Kuratoren-Rundgänge statt. Jeweils um 11, 14 und 16 Uhr führt Ausstellungskurator Dr. Hartmut Kühne durch die Schau (Anmeldung erforderlich, E-Mail: buchungen@museen-stade.de, Tel. 04141 - 7977350).

• Die Ausstellung läuft bis zum 14. Februar 2021 und kann dienstags bis freitags von 10 bis 17 Uhr, samstags und sonntags von 10 bis 18 Uhr besichtigt werden; Eintritt: Museen-Stade-Tagesticket: 8 Euro (Sozialtarif 4 Euro, Kinder bis 18 Jahre frei); www.museen-stade.de; www.pilgerspuren.de.

Autor:

Susanne Böttcher aus Buxtehude

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