"Mal fühle ich mich uralt, mal bin ich topfit"

Ohne den Handballsport würde Anneke Schumacher in ihrem Leben etwas sehr Wichtiges fehlen
  • Ohne den Handballsport würde Anneke Schumacher in ihrem Leben etwas sehr Wichtiges fehlen
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bc. Stade. Manchmal kann Anneke Schumacher vor Schmerzen nicht die Arme heben, sich nicht mal die Haare kämmen, so steif sind ihre Gelenke. Rheuma ist entgegen der landläufigen Meinung keine „Alte-Leute-Krankheit“. Anneke ist 25 Jahre jung. Seit ihrem zweiten Lebensjahr kämpft die Staderin mit der tückischen Stoffwechsel-Erkrankung. Mal mehr, mal weniger. „Es gibt Tage, da fühle ich mich wie eine alte Frau“, sagt die Studentin mit einem Schmunzeln. Umso beeindruckender, dass Anneke seit vielen Jahren erfolgreich Handball spielt - eine der vermutlich härtesten Mannschaftssportarten der Welt.

In der vierten Klasse hat sie mit dem Handball angefangen. Ihre Ärzte hätten lieber gesehen, wenn sie Schwimmen ginge oder Fahrrad fährt - gelenkschonendere Sportarten eben - aber Anneke entschied sich anders. „Meine Mutter war froh, dass ich überhaupt Sport mache“, erzählt Anneke.

Sie durchlief alle Jugendklassen des VfL Stade, schaffte den Sprung in die Oberliga-Damen. Als Kreisläuferin ackerte sie für ihre Mitspielerinnen, sperrte Lücken frei, warf sich in jeden Zweikampf, bis sie 2009 eine Arthrose im rechten Fuß stoppte. „Dreimal die Woche Training, am Wochenende ein Spiel: Das war zu viel für meinen Körper“, erzählt Anneke.

Doch ihrem geliebten Sport wollte sie nicht den Rücken kehren. Anneke erwarb die Trainer-Lizenz, widmete sich der Ausbildung der jungen Talente. Obwohl sie mittlerweile in Bremen Gesundheitswissenschaft studiert, blieb sie „ihren Mädels“ immer treu. Derzeit coacht sie die A-Jugend. Seit 2013 hat sie auch wieder angefangen, aktiv Handball zu spielen. Zwar „nur“ in der 2. Mannschaft in der Kreisoberliga, aber immerhin.

Ohnehin ist Anneke Schumacher kein Mensch, der ständig ihr Handicap beklagt. „Es war eigentlich nie ein großes Thema in der Mannschaft oder bei meinen Freundinnen“, sagt sie. Anneke ist tapfer. Wüsste man es nicht besser, wäre ihre Krankheit nicht ersichtlich.

Und trotzdem: Rheuma gilt als unheilbar. Wie geht man als junge Frau damit um? „Ich gehe davon aus, dass es schlimmer werden kann. Mittlerweile kenne ich meinen Körper ganz gut und weiß, wann er seine Auszeiten braucht.“

Autor:

Björn Carstens aus Buxtehude

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