Adé BMW: Autobauer lässt Traum von einem Werk in Stade platzen
Als Stade zu den engeren Bewerbern für einen BMW-Standort gehörte

Still ruht der Acker: Vor 20 Jahren war der Traum von einem Automobilwerk an dieser Stelle ausgeträumt
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jd. Stade. Die Stadt Stade ist der größte Industriestandort im Landkreis. Mit dem Flugzeugbauer Airbus und dem Chemieunternehmen Dow sind hier zwei "Global Player" angesiedelt. Ein großer Autokonzern hätte noch gut ins industrielle Portfolio der Hansestadt gepasst. Das war vor 20 Jahren gar nicht so unrealistisch. Im Januar reisten der damalige Chef des Stader Planungsamtes und ein Kollege mit 22 Aktenordnern im Gepäck nach München, um persönlich die Bewerbungsunterlagen beim Autobauer BMW abzuliefern. Stade war damals in Norddeutschland als einziger aussichtsreicher Kandidat für den Neubau eines BMW-Werkes verblieben.

"Hausaufgaben sind gemacht": So titelte im Januar 2001 das WOCHENBLATT. Rat und Verwaltung hätten die planungsrechtlichen Voraussetzungen geschaffen, der Flächennutzungsplan sei geändert worden, ein Bebauungsplan-Entwurf auf den Weg gebracht worden. Es gebe etliche "Pfunde", mit denen Stade gegenüber BMW wuchern könne, so der Artikel. Angeführt wird u.a. das benachbarte Dollerner Umspannwerk, das Strom "in beliebiger Menge" liefern könne, die große Entfernung zur nächsten Wohnbebauung und der nahe Flugplatz, der eine Eil-Anlieferung von Ersatzteilen ermögliche.

Ausgeguckt hatte man sich ein 270 Hektar großes Areal im Süden Stades. Es handelte sich um Ackerland, gelegen zwischen Flugplatzgelände, der Landesstraße 124 und der heutigen Kreisstraße 30, die damals noch nicht existierte. Die 37 Eigentümer, überwiegend Landwirte, hatten bereits Verkaufsbereitschaft signalisiert. Als Verkehrsanbindung war seinerzeit schon die K30-Trasse vorgesehen. Weiter heißt es im Artikel: Außerdem bestehe die Hoffnung, von BMW könnte womöglich die "seit Jahren in den Dornröschenschlaf versunkene Bahnstrecke Stade-Bremervörde wachgeküsst werden, um sowohl Mitarbeiter und Material nach Stade zu bringen als auch die fertigen Autos abzutransportieren".

Wenige Monate später zerplatzten die Träume vom BMW-Standort Stade: Der bayerische Autokonzern errichtete das Werk in Leipzig. Die erhofften 2.500 bis 4.000 Arbeitsplätze wurden somit in Ostdeutschland geschaffen. Stades damaliger Stadtdirektor Dirk Hattendorf hatte in Erfahrung gebracht, dass Hauptgrund für die Absage von BMW die fehlende Autobahnanbindung gewesen sein soll. BMW soll eine Anbindung Stades ans Autobahnnetz bis 2004 verlangt haben. Das wäre nicht zu realisieren gewesen. Bekanntlich wurde der erste Teilabschnitt der A26 erst im Herbst 2008 eröffnet.

Danach wurde es lange Zeit still um die potenzielle Gewerbefläche, die seitdem die Bezeichnung "BMW-Gelände" trägt. Die Bauern haben dort weiterhin ihre Ackerflächen und die EVB-Bahnstrecke wurde bisher auch nicht "wachgeküsst". Vor fünf Jahren gab es Pläne, im westlichen Bereich - angrenzend an die Siedlung Hagen-Steinbeck - ein 21 Hektar großes Gewerbegebiet zu schaffen. Die Planungen wurden aber nicht weiterverfolgt.

Dafür gibt es seit zwei Jahren für einen weiteren Teilbereich des "BMW-Geländes" ganz andere Pläne: In Höhe des Kreisels mit der Abzweigung nach Dollern soll an der 2011 fertiggestellten K30 ein Surfpark entstehen. Eine Nutzung, die sich erheblich von dem unterscheidet, was ursprünglich geplant war: Statt Industrie ist nun Freizeit und (Nah-)Erholung angesagt.

Wie berichtet, wird der Surfpark womöglich schon in zwei Jahren eröffnet. Surf-Enthusiasten haben dann die Möglichkeit, in einem rund zwei Hektar großen Becken bis zu 1.000 Wellen pro Stunde zu reiten. Ein Bebauungsplan für eine Gesamtfläche von 19 Hektar ist bereits aufgestellt worden.

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Autor:

Jörg Dammann aus Stade

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