Umweltverband ist gegen Terminal-Bau
Geplantes LNG-Terminal Stade: BUND zeigt sich skeptisch bei Zeitplan

jd. Stade. Nach Ansicht des BUND scheint sich beim geplanten LNG-Terminal in Stade womöglich eine Krise anzubahnen. Der Vorhabenträger Hanseatic Energy Hub (HEH) habe einen wichtigen weiteren Schritt zur Realisierung des Projektes, den Start der verbindlichen Open Season, erneut um mindestens ein halbes Jahr verschieben müssen, heißt es in einer Mitteilung der Umweltschutzorganisation.

Nach dem Abschluss der unverbindlichen Phase dieses Verfahrens, bei dem potenzielle Geschäftspartner ihr Interesse bekunden konnten, soll es nun um feste Zusagen gehen. HEH plant, dass 2026 die erste Ausbaustufe für das Terminal in Betrieb gehen kann. Doch dieser "ehrgeizige Zeitplan" werde immer unwahrscheinlicher, so der BUND-Kreis- und Landesvorsitzende Heiner Baumgarten.

Eigentlich sollte 2023 Baubeginn für die Anlage in Stade sein, so Baumgarten. Doch ohne verbindliche Vereinbarungen mit Partnern lasse sich das 800 Mio. Euro teure Projekt wohl nicht realisieren. "Der Open-Season-Prozess sollte ursprünglich schon im zweiten Quartal 2021 beginnen, wurde dann auf Anfang 2022 verschoben und rutscht nun noch einmal zeitlich weg. Die öffentlich kommunizierte Inbetriebnahme im Jahr 2026 ist damit unmöglich geworden", erklärt Baumgarten.

Das LNG Terminal in Stade liegt im Zeitplan

Er vermutet, dass auch die für Anfang 2023 geplante endgültige Entscheidung über die Investition vom Tisch sein dürfte und vielleicht grundsätzlich infrage stehen könnte. Als Begründung für die aktuelle Verschiebung des verbindlichen Bekundungsverfahrens wird der deutliche Anstieg der Gaspreise genannt, der eine Kalkulation für Käufer von Lagerkapazitäten im Terminal schwierig machen würde. "Sollte diese Situation weiter anhalten, ist eine Realisierung des Projektes schon aus wirtschaftlichen Gründen unsinnig", meint der BUND-Funktionär. Schließlich müsse bis spätestens 2045 der vollständige Ausstieg aus der Nutzung von fossilem Gas erfolgt sein. Da man die Klimaziele bisher nicht erreicht habe, sei mittlerweile auch ein früherer Ausstieg denkbar.

Baumgarten Fazit: „HEH sollte seine Pläne für das LNG-Terminal einstellen und sich deutlich zukunftsfähigeren Investitionen in erneuerbare Energien zuwenden." Der BUND appelliert erneut an die Stader Politiker, sich für andere Konzepte, die auf 100-prozentig erneuerbare Energien setzen, offen zu zeigen.

BUND betrachtet geplantes LNG-Terminal in Stade als Klimakiller
Autor:

Jörg Dammann aus Stade

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