jab. Stade. Für die Hanseatic Energy Hub (HEH), die das Terminal für verflüssigte Gase im Industriehafen in Stade-Bützfleth vorantreibt, läuft derzeit alles nach Plan: Die erste Stufe des "Open season"-Verfahrens war erfolgreich. Zehn Unternehmer haben ihr Interesse an den Kapazitäten bekundet. Und auch ein Betreiber für das Terminal ist inzwischen gefunden.

"Das Projekt läuft, wie wir es uns vorgestellt haben", sagt HEH-Geschäftsführer Manfred Schubert. "Es gibt eine ernsthafte Marktanfrage für die gesamten Kapazitäten." In der ersten Stufe des "Open season"-Verfahrens hatte die HEH Unternehmen ihre Kapazitäten im Terminal angeboten, woraufhin sich Unternehmen aus Europa, dem Nahen Osten und Asien gemeldet haben. Somit ist keine Firma aus den USA dabei, die das umweltschädliche und damit umstrittene Fracking-Gas anbietet. Aber Schubert betont, dass es weiterhin möglich sein kann, dass die Unternehmen Fracking-Gas zukaufen. Doch das halte er für unwahrscheinlich. Schließlich sei es nicht wirtschaftlich genug.

Terminal soll Energieversorgung sichern

Die Kapazitäten, mit denen die HEH plant, belaufen sich auf zwölf bcm (1 bcm = 1 Milliarde Kubikmeter natürliches Gas). Dadurch kann das Terminal bei voller Auslastung 15 Prozent des deutschen Gasmarktes abdecken. Das ist laut Schubert auch nötig zur Sicherung der Energieversorgung. Denn die Niederlande und Norwegen fahren ihre Exporte zurück. Und sich nur auf den Riesen Russland verlassen will auch keiner, sagt Schubert.

Derzeit befindet sich das Verfahren in der zweiten Phase. Die Unternehmen haben die Vertragsentwürfe erhalten, die nun kommentiert werden können. "Nicht jeder wird am Ende den Zuschlag bekommen", erklärt Schubert das Bieterverfahren. Im Mai bzw. Juni geht es dann final um die Vertragsabschlüsse. Der Geschäftsführer rechnet damit, dass das Verfahren noch vor den Sommerferien abgeschlossen sein wird.
Parallel dazu werde im Sommer an dem Genehmigungsverfahren gearbeitet. Das werde ein Jahr in Anspruch nehmen, sagt Schubert. Danach beginnt die dreijährige Bauzeit.

Betreiber kommt aus Belgien

Betreiber des LNG-Terminals wird Fluxys, ein staatliches und nach Aussagen Schuberts seriöses Unternehmen aus Belgien. Das betreibt bereits zwei Terminals in Belgien und sieht in dem Bau in Deutschland eine gute Möglichkeit zur Expansion. Zusätzlich soll Fluxys auch Miteigentümer des 800 Millionen Euro teuren Projektes werden und die Kosten mittragen. Das werde derzeit vom Bundeskartellamt geprüft, sagt Schubert.

Autor:

Jaana Bollmann aus Stade

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