Angestellte nehmen Abfindung in Anspruch
Viele Airbus-Mitarbeiter gehen jetzt freiwillig

Die meisten Arbeitnehmer, die das Angebot der Abfindung annehmen, sollen aus dem Werk in Finkenwerder stammen
  • Die meisten Arbeitnehmer, die das Angebot der Abfindung annehmen, sollen aus dem Werk in Finkenwerder stammen
  • Foto: Martin Elsen/www.nord-luftbilder.de
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jab. Stade/Finkenwerder. Es war die Schreckensnachricht im vergangenen Jahr für die Airbus-Mitarbeiter: Das Unternehmen wollte rund 6.000 Stellen deutschlandweit streichen. An verschiedenen Aktionstagen demonstrierten die Angestellten gegen die Pläne des Flugzeugherstellers. Das Ergebnis: ein Sozialplan, der Regelungen für Abfindungen, Kurzarbeit und Arbeitszeitverzicht beinhaltet und Stellenstreichungen vorerst verhindert hat. Inzwischen haben sich zahlreiche Mitarbeiter freiwillig für einen Ausstieg inklusive Abfindung entschieden.

Nach WOCHENBLATT-Informationen soll es sich um rund 1.000 Angestellte an den nördlichen Standorten handeln, die das Angebot von Airbus angenommen haben und mit einer Abfindung das Unternehmen verlassen wollen: ungefähr 800 in Finkenwerder, rund 100 in Stade und die restlichen in Buxtehude und Bremen. In einigen Bereichen unterschrieben sogar mehr Mitarbeiter einen solchen Vertrag, als nötig gewesen wären. Doch insgesamt sei immer noch ein Überhang vorhanden.

Verhandlungen laufen noch

Die Zahlen bestätigen durfte der Stader Betriebsratsvorsitzende Tamer Yüksel nicht, da sich alle Werke noch in Verhandlungen befänden. "Gewissheit werden wir erst in ein paar Wochen haben. Das Angebot läuft noch bis Ende März." Und dieses Angebot ist für viele durchaus annehmbar: Laut Sozialplan berechnet sich die Abfindung nach dem Bruttomonatsgehalt und den Jahren der Betriebszugehörigkeit. Hinzu kommen weitere Zusatzleistungen. Zum Vergleich: In Streitfällen gilt die einfache Faustregel, Abfindungen nach der Betriebszugehörigkeit und einem halben Bruttomonatsgehalt zu berechnen.

Betriebsbedingte Kündigungen verhindern

Doch auch wenn nun viele Mitarbeiter Airbus verlassen, die Forderung der Betriebsräte bleibt bestehen, keine betriebsbedingten Kündigungen auszusprechen. "Das ist ein dickes Brett, das wir bohren müssen und wollen", sagt Yüksel. Die Gesamtprognose für Airbus sehe aber positiv aus, doch das seien nur Annahmen und es müsse weiter abgewartet werden. Dass sich aus der jetzigen Situation ein Problem für Airbus entwickeln könnte, hofft Yüksel nicht. "Noch haben wir keinen Fachkräftemangel. Damit das so bleibt, müssen wir aufpassen, dass nicht zu viele gehen."

Dafür stünde auch weiterhin das Mittel der Kurzarbeit und des Arbeitszeitverzichts zur Verfügung. "Ich bin zuversichtlich, das wir das hinkriegen. Ich sehe Licht am Ende des Tunnels, bleibe aber weiterhin vorsichtig", sagt der Betriebsratsvorsitzende.

Airbus unterschreibt Sozialplan
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Jaana Bollmann aus Stade

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