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"Ich lebe meinen Traum"

Udo Patschkowski am Elbstrand Foto: sb

Der Musiker Udo Patschkowski holte die Samba nach Krautsand

sb. Krautsand. Sein erstes Instrument, eine Blockflöte, missbrauchte er als Drumstick und trommelte damit auf Sofa, Sessel und Tisch, bis sie zerbrach. Heute ist Udo Patschkowski (59) nicht nur in seiner Heimat Kehdingen, sondern im gesamten Elbe-Weser-Dreieck als Musiker und Musiklehrer bekannt. Aufgewachsen in Wischhafen, lebt er heute direkt am Elbdeich auf Krautsand - dort, wo andere Leute Urlaub machen. "Ich liebe die ursprüngliche Schönheit der Insel", sagt er, "und interessiere mich sehr für die Kehdinger Geschichte."
Seine erste Band "Freedom" gründete Udo Patschkowski mit einigen Freunden als 17-Jähriger. "Damals traten wir unter anderem im Jugendzentrum Assel auf", erinnert er sich. Und erst zu dieser Zeit nahm der bis dahin autodidakte Drummer seinen ersten Schlagzeugunterricht. Später wurde er selbst Schlagzeuglehrer an der Musikschule Hemmoor. Und mit Anfang 30 wagte er es, seinen Beruf als Postzusteller an den Nagel zu hängen und nur noch Berufsmusiker zu sein. "Dafür habe ich sogar meinen Beamtenstatus aufgegeben", sagt er.

1992 infizierte sich Udo Patschkowksi mit dem Samba-Fieber. Im Rahmen einer Fortbildung zum Leiter und Berater für Rock- und Popbands erhielt er u.a. Unterricht im Samba trommeln. "Damals gab es Samba-Trommelgruppen nur in Großstädten wie Hamburg", erinnert sich der passionierte Musiklehrer. "Also beschloss ich, eine eigene Sambaszene im Landkreis Stade und Umgebung aufzubauen." Seine erste Samba-Band "Cereja", das ist das spanische Wort für "Kirschen", gründete er im Herbst 1992 in Stade. Bereits wenige Monate später erfolgte der erste Auftritt beim Stader Fastnachtsumzug. "Wir konnten nur ein Stück und haben es einfach immer und immer wieder getrommelt", erzählt er. Später folgten weitere Samba-Bands in Buxtehude, Drochtersen sowie in den Nachbarlandkreisen Cuxhaven und Rotenburg/Wümme. Zu seinen bekanntesten Samba-Gruppen gehören "Banda Loca" und die trommelnden Schornsteinfeger "Black Samba". "Unsere Auftritte sind immer etwas ganz Besonderes", schwärmt Patschkowski.

Für Musikernachwuchs ist in der Region dank Udo Patschkowski bestens gesorgt. Unter anderem gibt er Schlagzeug- und Samba-Trommel-Unterricht an Schulen, schrieb für seine Schüler teilweise sogar eigene Lehrbücher, die heute bundesweit von Kollegen genutzt werden. Zudem ist er Mitglied der Drochterser Lehrerband "Elbstars" und des Stader Musikerquartetts "Andy und ich". Seine Entscheidung für die Musik als Beruf hat Udo Patschkoswki nie bereut. "Ich lebe meinen Traum!", sagt er.