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Irene Siepke (80) kommt von der Schule nicht los

Irene Siepke hilft Schülern der Grundschule am Burggraben in Stade bei den Hausaufgaben
lt. Stade. Irene Siepke (80) kommt von der Schule einfach nicht los. Sie gehört zu den Ehrenamtlichen, die im Rahmen der Integrationshilfe "Compass" der Stader St.-Cosmae-Kirche Kinder beim Lernen unterstützen und ist einmal in der Woche in der Grundschule am Burggraben in Stade im Einsatz. Doch nicht nur dort wird sie aufgrund ihrer souveränen, selbstbewussten Art geschätzt.
Die sympathische Seniorin dürfte auch vielen ehemaligen Schülern und Lehrern der heutigen Jobelmannschule in Stade in lebhafter Erinnerung geblieben sein. 30 Jahre lang - von 1968 bis 1998 - war die gelernte Stenotypistin Chefsekretärin unter insgesamt drei Schulleitern und hat im Umgang mit "Messerstechern, vermeintlichen Bombenlegern und pubertierenden Jugendlichen" stets einen kühlen Kopf bewahrt.
"Irene macht das schon, haben meine Kolleginnen immer gesagt", erinnert sich die jung gebliebene Seniorin.
So musste Irene Siepke einst einem als Messerstecher bekannten jungen Mann damit drohen, einen schweren Eisenlocher nach ihm zu schmeißen, wenn er nicht umgehend das Vorzimmer verlassen würde - mit Erfolg.
Auch die vielen Bombendrohungen, die im Lauf der Jahre an der Schule eingingen und sich zum Glück stets als Bluff entpuppten, händelte sie mit viel Fingerspitzengefühl und organisierte häufig in Eigenregie die Evakuierung der Schule, wenn der Schulleiter nicht vor Ort war.
"Ich durfte immer eigenverantwortlich arbeiten, aber dafür konnte mein Chef sich auch immer hundertprozentig auf mich verlassen", sagt Irene Siepke, die sich neben dem klassischen Büromanagement auch um viele andere große und kleine Probleme gekümmert hat.
Übrigens: Als Irene Siepke (80) in den 1950er Jahren als Stenotypistin im Bauamt des Landkreises Stade anfing, gab es noch die 48-Stunden-Woche inklusive Samstagsarbeit und gerade einmal 14 Tage Urlaub im Jahr.
Doch manches war auch besser, sagt die Mutter eines Sohnes, die direkt am Pferdemarkt in Stade aufgewachsen ist und inzwischen wieder dort wohnt. Sie erinnert sich noch gut an die vielen Kinos, Tanzlokale und unzähligen Geschäfte in der Innenstadt. Das heutige Stade gefällt ihr aber immer noch - und auch zu den Schülern von heute hat sie noch immer einen guten Draht.