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Jahrhundertspiel von Viertligist SV Drochtersen/Assel und FC Bayern München

Der Regionalligist SV Drochtersen/Assel freut sich riesig auf seine prominenten Gäste (Foto: ig)
 
Die Fans testeten beim Spiel gegen Egestorf schon mal die Tribünen (Foto: ig)

Drochtersen/Assel Trainer Lars Uder: „Wir sind gut drauf"


ig. Drochtersen. Die SV Drochtersen/Assel ist so etwas wie das „gallische Dorf“ der 1. Hauptrunde des DFB-Pokals: mit einem scheinbar übermächtigen Gegner. Die Kehdinger treffen am Samstag, 18. August, um 15 Uhr im Kehdinger Stadion auf den vielfachen Deutschen Meister und Champion-League-Gewinner FC Bayern München. "Die Elf ist gut drauf und freut sich riesig auf die Partie", so Trainer Lars Uder. Dass seine Crew gut drauf ist, wurde am vergangenen Sonntag deutlich. D/A besiegte in einem mitreißenden Spiel Egestorf mit 3:2 und besetzt aktuell in der Regionalliga Nord Platz zwei. Auch die Bayern sind in Schusslaune, fegten Eintracht Frankfurt im Supercup mit 5:0 vom Platz.
Ein Viertligist gegen ein Überteam? Kann das gehen? Na klar, blicken wir zurück: Vor zwei Jahren verlor D/A in der ersten Runde des Cups nur 1:0 gegen Borussia Mönchen Gladbach. "Wir glauben an Wunder", heißt es denn auch auf einem Riesen-Banner an der Drochterser Kirche. Die Kirchengemeinde drückt jedenfalls dem Uder-Team die Daumen.
Das Glücklos bescherte D/A die Moderatorin Palina Rojinski im Rahmen des "ARD Sportschau Clubs" in Dortmund. Vereinspräsident Rigo Gooßen konnte bei seinem Besuch im Deutschen Fußballmuseum sein Glück und das des gesamten Klubs kaum fassen. "Das ist der absolute Hammer!" Er habe zuvor noch gedacht, das könne doch gar nicht klappen mit den Bayern. Und dann schmunzelnd: "Wir wollten eigentlich in die zweite Runde, das könnte jetzt nicht ganz so leicht werden."
Fest steht: ein Traumlos für jeden Amateur-Kicker! Besser geht es gar nicht. Müller, Neuer, Robben, Ribery, Boateng, Hummels und Lewandowski: extrem klangvolle Namen im Welt-Fußball, die im Kehdinger Stadion auflaufen werden.
D/A qualifizierte sich über den Finaleinzug im Niedersachsenpokal für die erste Hauptrunde. Im Halbfinale setzte sich das Team zu Hause mit 7:6 im Elfmeterschießen gegen den VfL Osnabrück durch. Für Bürgermeister Mike Eckhoff ist das Pokalspiel ein absoluter Gewinn. "Ganz Deutschland kennt jetzt Drochtersen. Vielleicht erkennen dann noch mehr Menschen, wie schön es hier ist und dass man aufgrund unserer Nähe zur Elbe bei uns einen schönen Urlaub verbringen könnte." Das ganze Dorf sei stolz auf diesen Verein.
D/A hätte die Partie auch in Hamburg im Millerntor-Stadion des FC St. Pauli austragen können, um mehr Zuschauer und somit höhere Einnahmen zu erzielen. Doch der Verein zog es vor, im eigenen Dorf zu bleiben.
D/A-Präsident Rigo Gooßen: "Das wäre dann ein Auswärtsspiel geworden. Jetzt spielen wir hier. Und das ist auch ein Dank an unsere Fans." Über das "Jahrhundertspiel" werde man im Kehdinger Land noch lange sprechen. In das Stadion passen eigentlich nur rund 3.000 Fans. Dank Zusatztribünen werden es gegen die prominenten Gäste aus dem Süden rund 7. 500 sein. Nicht viel, wenn man den großen Andrang bedenkt: 25.000 wollten das Ereignis miterleben. Pfiffige Gastwirte bieten deshalb in Drochtersen und auf Krautsand ein Public-Viewing an.
Ein großartiges Erlebnis wird das sportliche Event auch für den neuen Trainer Lars Uder sein. Der ehemalige DFB-Stützpunkt-Trainer übernahm erst zum 1. Juli die sportliche Regie, löste Enrico Maaßen ab. Das Spiel gegen die Bayern ist für den 36-Jährigen eine der ersten Bewährungsproben. Dass es eine Niederlage geben wird, die etwas höher ausfällt als normal – klar. Das könne passieren, so der Coach mit einem Augenzwinkern. "Trotzdem freuen wir uns alle riesig. Wir haben hier viele Bayern-Fans. Nun treffen die Spieler auf ihre eigenen Idole." Seine Strategie gegen das Spiel gegen den Deutschen Meister: Es komme auf die Laufbereitschaft, den Willen und das gemeinsame Agieren an. „Wir wollen einfach zeigen, dass wir uns dieses Spiel verdient haben." Sein Wunsch: „Wir würden gerne ein Tor schießen." Warum nicht? Fünf Tore gelangen vor 32 Jahren ja auch einer Kehdinger Auswahl. Das „Mixed-Team“ besiegte den Rekordmeister sensationell mit 5:3. Wiederholung angesagt?